Lupuspark

Schnäppchenjäger freuen sich über erste Flohmärkte

Winfried Wessels aus Schwarzenbek verkauft beim ersten Flohmarkt in Corona-Zeiten im Lupuspark Skulpturen und Kerzenleuchter.

Winfried Wessels aus Schwarzenbek verkauft beim ersten Flohmarkt in Corona-Zeiten im Lupuspark Skulpturen und Kerzenleuchter.

Foto: Stefan Huhndorf

Darauf haben die Schnäppchenjäger lange gewartet. Erstmals seit Monaten gibt es wieder Flohmärkte – wenn auch unter Auflagen.

Schwarzenbek. Riesenandrang gestern beim ersten Flohmarkt „Flohmaxx“ im Lupuspark nach dem Ende der strengsten Corona-Beschränkungen. Allerdings waren nur 100 Aussteller erlaubt – sonst sind es bis zu 500. Auch die Zahl der Besucher war auf 500 begrenzt. Marktmeister Pajtim Maqani und sein Team überwachten die Zahl mit Strichlisten am einzigen Zugang vor dem Hagebaumarkt. Der restliche Bereich war mit Flatterband abgesperrt.

Mundschutz wird empfohlen

Mundschutz wurde empfohlen, war aber nicht Pflicht. Das Abstandsgebot galt sowohl für die Stände als auch für die Besucher. „Die Leute halten sich daran. Sie sind froh, dass es wieder einen Flohmarkt gibt. Die Stimmung ist gut, das Wetter perfekt. Ich bin auch froh, dass vier Monate Kurzarbeit vorbei sind“, sagt der Marktmeister.

Froh ist auch Rentner Winfried Wessels aus Schwarzenbek, der mit seiner Ehefrau regelmäßig auf Flohmärkte geht – sowohl als Kunde als auch Verkäufer. „Ich liebe schöne Sachen. Früher habe ich Bronzefiguren gesammelt. Damit wurde die Wohnung zu dunkel. Dann bin ich auf Muranoglas umgestiegen. Aber die Wohnung wird immer wieder zu voll, sodass wir uns von Dingen trennen müssen“, sagt der Schwarzenbeker, der Schalen, Skulpturen und Kerzenleuchter an seinem Stand anbot. Die Einnahmen aus den Flohmärkten legt das Ehepaar Wessels zurück und finanziert damit seine Reisen. „Am liebsten fahren wir in die Türkei. Aber das geht momentan wegen Corona nicht“, so der 69-Jährige.

Endlich wieder neuen Lesestoff kaufen

Begeistert waren auch Marion Sterth und Helga Müller aus Dassendorf. Die beiden Frauen kennen sich sich seit Jahrzehnten. Sie haben gemeinsam die Schule in Lohbrügge besucht und sind seitdem befreundet. Beide verbindet auch die Leidenschaft für das Lesen. „Bücher holen wir uns auf dem Flohmarkt für ein bis zwei Euro pro Exemplar. Durch die Corona-Zwangspause ist uns der Lesestoff ausgegangen“, sagte Marion Sterth, die gerne Krimis liest. So blutig mag es Helga Müller nicht. Sie bevorzugt Liebesromane oder Geschichten aus fernen Ländern.

Eine eher „tragende Rolle“ hatte dagegen Nils Hilger. Der SPD-Politiker und stellvertretende Wehrführer war mit Ehefrau Susanne auf Schnäppchenjagd. Die Regisseurin des Vereins Theater Schwarzenbek war auf der Suche nach Dekoartikeln und Requisiten für die Laienspieler. Sie erbeutete eine Glasvase und 1970er-Jahre Steingutbecher in Quietschgelb.