SC Schwarzenbek

Förderverein für das Projekt Kunstrasenplatz wird aufgelöst

Noch Rasen, bald Kunstrasen - der Sportplatz an der Schützenallee soll zur Kunstrasenfläche umgestaltet werden, das wünscht sich zumindest der SC Schwarzenbek.

Noch Rasen, bald Kunstrasen - der Sportplatz an der Schützenallee soll zur Kunstrasenfläche umgestaltet werden, das wünscht sich zumindest der SC Schwarzenbek.

Foto: Marcus Jürgensen

Neun Jahre hat der Förderverein für einen Kunstrasen gekämpft. Nun soll das Guthaben an den SC Schwarzenbek übergeben werden.

Schwarzenbek. Als der „Förderverein Kunstrasen für den SC Schwarzenbek“ vor neun Jahren symbolische Parzellen des neuen Platzes verkaufte, hat Sven Reinke persönlich nicht zugeschlagen. „Den Mittelkreis konnte ich mir damals nicht leisten“, scherzt der heutige Vorsitzende. Dafür erwarb er zusammen mit der damaligen 2. Fußballmannschaft der Europastädter, deren Trainer er war, einige günstigere Stücke an einer Eckfahne.

Durch Maßnahmen wie diese, Spenden von Gönnern oder jährliche Beiträge des SC Schwarzenbek sind seitdem rund 50.000 Euro zusammengekommen. Der Förderverein betrieb zudem auf Messen oder dem Wochenmarkt Lobbyarbeit für das „Projekt Kunstrasen“. Neun Jahre dauerte der Kampf. In diesem Jahr soll an der Schützenallee nun mit dem Bau des künstlichen Grüns begonnen werden (wir berichteten).

Stadt und Land tragen Kosten für Umwandlung

Auf der Tagesordnung für die Jahresversammlung am Mittwoch, 12. August (18.30 Uhr, Sporthaus Schützenallee), ist daher unter Punkt 3 die Auflösung des Fördervereins vorgesehen, der aktuell weniger als 20 Mitglieder hat. „Die Mission ist erfüllt. Der Förderverein hat seine Schuldigkeit getan und sich auch nie über seine Mitgliederstärke definiert“, sagt Sven Reinke. Das Vereinsguthaben soll entsprechend der Satzung an den SC Schwarzenbek als zweckgebundene Gelder übergehen.

In der Anfangsphase des Kunstrasen-Projekts war der SCS davon ausgegangen, dass der Platz rund 400.000 Euro kostet und sowohl Stadt als auch Land nur einen Teil davon übernehmen. Der Verein hatte damit gerechnet, einen Kredit aufnehmen zu müssen und begonnen, Eigenkapital anzusparen.

Gut für den Verein: Inzwischen ist entschieden, dass Stadt und Land die Umwandlung des unteren Rasenplatz komplett tragen.

Mit dem Geld könnte eine Tribüne gebaut werden

Kalkuliert wird mittlerweile mit Baukosten von rund 1,2 Millionen Euro inklusive der neuen Flutlichtanlage. Eine Viertelmillion davon kommt aus dem Sportfördermittel-Topf Schleswig-Holsteins, die restliche Summe trägt die Stadt. Der Preis ist unter anderem auch gestiegen, weil sich Schwarzenbek vor dem Hintergrund der Diskussion um schädliche Mikroplastik für eine Verfüllung des Kunstrasens mit kostenintensiverer Korkverfüllung entschieden hatte.

Doch was geschieht dann jetzt mit den Geldern des Fördervereins? „Eine Überlegung ist, dass wir auf dem Wall zwischen beiden Plätzen eine kleine Tribüne errichten. Der Platz ist dafür prädestiniert. Aber das ist eine Sache, die der SC Schwarzenbek mit der Stadt klären muss. Klar ist nur, dass das Geld in der Peripherie des Kunstrasens verwendet werden muss“, sagt Sven Reinke, der heute mittlerweile die ersten Fußball-Herren in der Bezirksliga trainiert.

Starttermin der Umbaumaßnahme ist noch offen

Wann die Baumaßnahmen beginnen, steht derweil immer noch nicht genau fest. Die Stadt hat einen Bauantrag eingereicht, allerdings noch keine Genehmigung erhalten. Die zuständige Sachbearbeiterin ist im Urlaub. Für Anfang August wird jedoch in der Europastadt mit einer Antwort gerechnet. Sollten darin keine weiteren Auflagen enthalten sein, die eine weitere zeitliche Verzögerung bedeuten würde, kann mit der Ausschreibung des Projekts begonnen werden. Anschließend würde darüber noch einmal im Bauausschuss beraten werden.

Platz bekommt Linien für Fußball und American Football

Trotz „des anhängenden Rattenschwanzes“ wie der Bauausschuss-Vorsitzende Hans-Jürgen Stribrny es nennt, rechnet der CDU-Politiker im günstigsten Fall mit einer Fertigstellung schon im Herbst. Das erscheint jedoch eine wohl etwas sehr optimistische Rechnung zu sein.

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Was jedoch feststeht ist, dass der neue Kunstrasenplatz, für den nicht nur der wohl bald aufgelöste Förderverein lange gekämpft hatte, nicht nur weiße Linien für Fußballspiele erhält, sondern auch dunkelblaue für American Football. Damit wird der wachsenden Football-Abteilung des TSV Schwarzenbek Rechnung getragen.