Virus-Pandemie

Schwarzenbeker entwickeln eine Corona-Schutztür

Corona-Schutztür aus Schwarzenbek: Vertriebler Jörg Petersen (li.), Medizintechnikerin Nadja Petersen-Härter und Maschinenbauer Michael Huber stellen den Prototypen vor.

Corona-Schutztür aus Schwarzenbek: Vertriebler Jörg Petersen (li.), Medizintechnikerin Nadja Petersen-Härter und Maschinenbauer Michael Huber stellen den Prototypen vor.

Foto: Stefan Huhndorf

Der Einsatz in Krankenhäusern und Arztpraxen soll das Personal bei Corona-Tests schützen. Auch die Umwelt soll entlastet werden.

Schwarzenbek.  Ein Restrisiko für das medizinische Personal ist auch bei Einhaltung aller Schutz- und Hygienevorschriften vorhanden, wenn es Corona-Tests vornimmt. Außerdem fallen große Mengen Müll durch Einwegkleidung an. Diese Überlegungen haben zwei Unternehmer und den Vertriebsprofi Jörg Petersen beschäftigt: Das Ergebnis ist ein spezielles Türmodul, das Coronaviren aus Arztpraxen und Krankenhäusern fernhalten soll.

Idee der Corona-Schutztür: kontaktlose Tests

Nadja Petersen-Härter, Chefin der Firma „east west connect“ in Trittau, hatte die Idee. Sie handelt mit Medizintechnik- und Reha-Geräten. Über einen deutsch-russischen Wirtschaftsverband kennt sie Michael Huber. Der Schwarzenbeker ist Geschäftsführer der Maschinenbaufirma ITS. Diese produziert Werkzeuge und Systeme überwiegend für die Gummi-Industrie.

Die beiden tüftelten zunächst an der Idee, eine Box zu bauen, in der der Mediziner geschützt sitzt, wenn er Tests vornimmt. „Wir dachten dabei an Massen-Corona-Tests, wie sie beispielsweise jetzt in der Fleischfabrik Tönnies in einer Halle vorgenommen wurden“, erzählt Huber.

Schutztür ersetzt Gesichtsmasken und Einwegkleidung

Wegen der komplizierten Filtertechnik, die für so eine Box erforderlich wäre, haben die beiden dieses Projekt erst einmal hinten an gestellt. Bereits gebaut wird ein Türmodul aus Aluprofilen mit Plexiglasscheibe und einem Schubfach.

Das Türmodul wird in einen Türrahmen eingehängt, mit Drehverschlüssen fixiert. Eine umlaufende Gummidichtung verschließt die Öffnung luftdicht. Der Clou: In das Modul sind dicke Gummihandschuhe integriert. Mit ihnen kann der Mediziner nach außen greifen, um dort einen Abstrich bei einem Probanden vorzunehmen. Der verschlossene Behälter samt Prüfstäbchen wird dann durch ein Schubfach ins Innere gezogen.

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„Mich hat bei der Idee auch der Umweltaspekt gereizt. Normalerweise fallen durch die Schutzkleidung große Mengen Müll an. Bei dieser Technik ist nicht einmal ein Mundschutz für das medizinische Personal erforderlich“, sagt Jörg Petersen, der den Vertrieb übernimmt.

Virenschutztür wurde bereits getestet

Den Prototyp haben die drei jetzt Hygienikern und Virologen in einem großen Hamburger Krankenhaus vorgeführt und einen ersten Testlauf bei einer Rettungsorganisation in Schwarzenbek gemacht. Jetzt wollen sie ihre Erfindung unter der Bezeichnung „Vivacon Türmodul“ auf den Markt bringen. „Die Nachfrage ist da. Das haben uns Hygieniker bestätigt. Einer war auch an der Entwicklung des Moduls beteiligt“, sagt Nadja Petersen-Härter.

Türmodul wird in Schwarzenbek in Handarbeit gefertigt

Das Türmodul entsteht in Schwarzenbek in Handarbeit nach den Wünschen und Erfordernissen der Kunden. Jedes Teil ist eine Maßanfertigung, weil jede Türzarge anders ist. Auch der Einbau einer Gegensprechanlage ist möglich. „Der Prototyp hat 4000 Euro gekostet. Was die fertige Tür für den Kunden kostet, hängt von der Ausstattung ab. Die Fertigung dauert etwa acht bis zwölf Stunden“, sagt Huber. Infos gibt es unter www.vivacon.net