Verkehrsentlastung

Schwarzenbeks Umgehungsstraße könnte 2021 kommen

Noch endet Schwarzenbeks Umgehungsstraße in einer scharfen Kurve am Zubringer Nord. das könnte sich bald ändern,

Noch endet Schwarzenbeks Umgehungsstraße in einer scharfen Kurve am Zubringer Nord. das könnte sich bald ändern,

Foto: Barbara Moszczynski

Seit 1997 laufen die Planungen für eine Schwarzenbeker Ortsumgehung. Jetzt kommt Bewegung in das Projekt. Ein zweites Teilstück könnte kommen.

Schwarzenbek.  „Wir werden bauen“, hatte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) bereits bei einer Veranstaltung der Schwarzenbeker Liberalen im März 2019 in Schröders Hotel versprochen. Und jetzt ist endlich der Weg für den Bau des zweiten Abschnitts der Umgehungsstraße frei. Das hat Bauamtsleiter Ralf Hinzmann am Donnerstagabend während der Sitzung der Stadtvertreter im Forum des Gymnasiums bestätigt. „Damit bringen wir ein von der Region seit mehr als 20 Jahren ersehntes Projekt in die Zielgerade und entlasten nicht nur die Bürgerinnen und Bürger Schwarzenbeks, sondern schaffen zugleich eine bessere Anbindung des Gewerbegebiets“, sagte Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz am Freitag in Kiel. Und auch Schwarzenbeks Erster Stadtrat Rüdiger Jekubik (SPD) zeigte sich erleichtert: „Ich freue mich, dass der langersehnte Weiterbau der Ortsumgehung nun in greifbare Nähe rückt.“

Eine Klage könnte den Baubeginn deutlich verzögern

Der Planfeststellungsbeschluss ist vom Ministerium unterschrieben. Die Auslegung der Unterlagen ist nach der Sommerpause am 10. August im Rathaus und im Internet geplant. Baubeginn könnte nach Einschätzung von Hinzmann im Frühjahr 2021 sein. Diese Hoffnung bremst allerdings Ministeriumssprecher Harald Haase. „Vor Gericht und auf hoher See ist alles möglich. Der Beschluss kann beklagt werden. Wie lange so ein Prozess in Corona-Zeiten dauert und durch welche Instanzen er durchläuft, ist völlig offen. Deshalb würde ich mich nicht auf einen Termin für einen möglichen Baubeginn festlegen“, sagt der Ministeriumssprecher.

Der 2,94 Kilometer lange Abschnitt von der scharfen Kurve am Zubringer Nord (seit Kurzem heißt die Straße Ernst-Schefe-Allee) über die B 207 bis zur Grabauer Straße soll knapp 18 Millionen Euro kosten. Bislang fehlte aber der Planfeststellungsbeschluss, der sich immer weiter wegen neuer Prüfungen – unter anderem wegen der Zählung von Haselmäusen – verzögerte. Buchholz: „Sobald der Beschluss rechtskräftig ist, wird sich das Land für die Aufnahme in den Haushalt des Bundes einsetzen, um einen raschen Baubeginn zu ermöglichen.“ Für das dritte Teilstück (Grabauer Straße über die Bahnstrecke bis zur B 209) läuft die Umweltverträglichkeitsprüfung durch den Landesbetrieb Straßenverkehr.

Planung für die Umgehungsstraße läuft seit 1997

Mit dem jetzt vorliegenden Beschluss zeichnet sich ein glückliches Ende einer scheinbar unendlichen Geschichte ab: 1997 wurde zur Entlastung der Bismarckstraße ein erstes Teilstück eröffnet . Es verlängerte die B 404 und endete an der Kerntangente in der scharfen Kurve.

Die weitere Planung war eine Achterbahnfahrt für Politiker und die Stadtbewohner. Immer wieder gab es neue Termine für den Weiterbau, die immer wieder verschoben wurden. Bereits vor einem Jahr erläuterte Ministeriumssprecher Harald Haase, dass laufend „neue fachliche Erkenntnisse und Vorgaben sowie Gesetze in die Verfahren eingearbeitet“ werden müssten. Im Falle der Schwarzenbeker Ortsumgehung war es zuletzt die erst seit Mai 2019 vorliegende Urteilsbegründung des Bundesverwaltungsgerichts zum vierten Teilabschnitt der A 20 zwischen Wittenborn im Kreis Segeberg und der A 7.

Naturschutzbund (Nabu) und Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatten wegen Verstößen gegen das Wasserrecht und den Artenschutz gegen den Autobahnbau geklagt und Recht bekommen.

Als Konsequenz wurden für den zweiten Bauabschnitt Ergänzungen beim Fachbeitrag zur Wasserrahmenrichtlinie vorgenommen sowie eine zusätzliche Auslegung vorbereitet. Doch vor einigen Monaten wurde es dann knapp. Denn die für die gesamte Trasse erarbeiteten Gutachten zu Fauna und Flora waren nur bis zum Frühjahr gültig. Jetzt hat das Ministerium auf der Zielgeraden doch noch die Kurve gekriegt.