Spielenachmittage

Senioren wagen vorsichtigen Neustart in Freizeitaktivitäten

Erster Spielenachmittag der Aktiven Senioren Schwarzenbek nach der Corona-Zwangspause (v.l.): Bürgervorsteher Matthias Schirmacher, Heinz Beutel, Patrick Göring und Karin Radny

Erster Spielenachmittag der Aktiven Senioren Schwarzenbek nach der Corona-Zwangspause (v.l.): Bürgervorsteher Matthias Schirmacher, Heinz Beutel, Patrick Göring und Karin Radny

Foto: Stefan Huhndorf

Senioren gehören zur Risikogruppe. Deshalb fielen viele Veranstaltungen flach. Jetzt gibt es erste Spielnachmittage für ältere Schwarzenbeker.

Schwarzenbek. Jeder vierte der 16.500 Schwarzenbeker gehört der Generation 60 plus an. 36 Jahre hat sich der 1984 gegründete Seniorenbeirat um die Interessen, in erster Linie jedoch um die kreative Freizeitbeschäftigung der älteren Bewohner der Europastadt gekümmert. Doch dieses Gremium hat sich nach einem Streit um die Mitgliedschaft eines AfD-Mannes aufgelöst. Bereits seit dem Silvesterball 2019 ist der Verein Aktive Senioren unter der Leitung von Patrick Göring (36) in die Bresche gesprungen und hat das Veranstaltungsprogramm mit großem Engagement übernommen.

Frühlings- und Sommerfest fielen aus

Allerdings wurde der Verein im März durch die Corona-Pandemie kalt erwischt. Sowohl das geplante Frühlings- als auch das Sommerfest fielen aus, auch die Ausfahrten wurden bis zum Jahresende abgesagt. Gerade bei Gruppenaktivitäten ist der Verein besonders vorsichtig, weil die meisten Nutzer der Angebote der Risikogruppe angehören.

Trotzdem haben die Aktiven Senioren jetzt wieder ihre Arbeit aufgenommen. Schon in der Corona-Pause hatte der Vorsitzende Patrick Göring eine Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen und über Flyer und im Internet Menschen, die Hilfe beispielsweise beim Einkaufen benötigen, und ehrenamtliche Helfer zusammengebracht.

Nachbarschaftshilfe für den Übergang

Das Konzept wurde unter anderem über die sozialen Netzwerke als auch über die Internetseiten der Stadt und der Wirtschaftlichen Vereinigung (WVS) beworben und hat auch Nachahmer gefunden. So betätigten sich unter anderem die TSV-Footballer von den Schwarzenbek Wolves in der coronabedingten Zwangspause als Helfer.

Jetzt geht die eigentliche Arbeit der Aktiven Senioren wieder los. Seit einer Woche gibt es wieder die Spielenachmittage im Café Alte Marktschule. Zum Auftakt kamen acht Mitspieler, in Spitzenzeiten waren es bereits 24. „Die Nachfrage ist groß. Deshalb haben wir auch vom 14-tägigen auf den wöchentlichen Rhythmus gewechselt“, sagt Patrick Göring. Zumal das Angebot an solchen Aktivitäten im Moment ohnehin knapp ist. Andere Vereine haben ihre Spielenachmittage noch nicht wieder aufgenommen, auch das Amtsrichterhaus ist geschlossen. Ebenso die Stadtbücherei, die sonst Spielenachmittage anbietet.

Skip-Bo, Skat und Rommé

Bei den Aktiven Senioren wird aktuell Skip-Bo, Skat, Rommé und Domino gespielt. „Für weitere Angebote sind wir offen. Die Mitspieler müssen auch nicht im Rentenalter sein. Wir planen ein generationenübergreifendes Angebot“, sagt Patrick Göring. Der Vorsitzende des Vereins ist Frührentner und selbst erst 36 Jahre alt. Zu den Mitspielern der ersten Stunde im vergangenen Jahr zählt auch Bürgervorsteher Matthias Schirmacher (55), der in der Runde Skat drischt. „Ich spiele gerne Karten und fühle mich hier wohl“, sagte der Grünen-Politiker, der auch als Bürgermeisterkandidat antritt.

Für die Zukunft hat der Verein Aktive Senioren viel vor. Er will die Veranstaltungsorganisation für die älteren Schwarzenbeker auch fortführen, wenn es doch noch mal wieder einen Seniorenbeirat geben sollte. „Wir gehen davon aus, dass ein neuer Seniorenbeirat sich ausschließlich um die Interessenvertretung in den politischen Gremien kümmern wird. Die Veranstaltungen und Reisen machen wir“, so Göring. Was es definitiv nicht mehr geben wird, ist ein Silvesterball. „Wir hatten zuletzt zwar 130 Besucher, aber die meisten kamen von auswärts. Wir wollen ein Programm für Schwarzenbeker machen“, so der 36-Jährige. Deshalb wird der Ball gestrichen, dafür soll es zusätzliche Ausfahrten geben.

Wandergruppe ist in der Planung

Das Frühlings- und Sommerfest werden nach Corona wieder feste Programmpunkte sein. Geplant ist auch eine Wandergruppe. Ursula Behnke und Rita Barten wollen dieses Angebot ins Leben rufen. Für die Aktivitäten kann der Verein auf den früheren Etat des Seniorenbeirats in Höhe von 2400 Euro im Jahr zurückgreifen. Allerdings werden die Mittel von Fall zu Fall von den Politikern im Sozialausschuss für konkrete Veranstaltungen freigegeben.

Aktive Senioren mit Spenden unterstützen

Der Verein Aktive Senioren wurde 2014 gegründet. Seitdem der Seniorenbeirat 2012 ein politisches Gremium geworden ist, gab es immer wieder rechtliche Schwierigkeiten, Spenden einzuwerben. Diese Aufgabe übernahm der Verein, der auch Ausfahrten bezuschusste. Dafür sammelte er Spenden und greift auch auf Mitgliedsbeiträge zurück. Wer die Seniorenarbeit unterstützen möchte, kann Spenden auf das Konto des Vereins bei der Kreissparkasse überweisen. IBAN: DE12 2305 2750 0000 0149 23.