Schwarzenbek

Jedes Kind soll im Sommer ein bisschen Spaß haben

Die Aktion Ferienpass geht trotz Corona in die 51. Auflage. Die Initiatoren freuen sich trotz des Planungsstresses auf das Programm (v. l.): Tanja Wendt, Andreas Gniech, Udo Schlünsen, Irida Zingelmann, Fredi Heidemann, Svenja Kaszubowski, Christine Taucher und Andrea Hasenkamp.

Die Aktion Ferienpass geht trotz Corona in die 51. Auflage. Die Initiatoren freuen sich trotz des Planungsstresses auf das Programm (v. l.): Tanja Wendt, Andreas Gniech, Udo Schlünsen, Irida Zingelmann, Fredi Heidemann, Svenja Kaszubowski, Christine Taucher und Andrea Hasenkamp.

Foto: Stefan Huhndorf

Ein Programmheft gibt es nicht, große Ausflüge auch nicht. Trotzdem geht die Aktion Ferienpass klein aber fein in die 51. Auflage.

Mölln/Schwarzenbek.  Der Ferienpass ist ein Klassiker und geht in die 51. Auflage. Aber trotzdem ist dieses Jahr alles anders: Eigentlich hatten die sechs Ortsjugendringe und das Jugendzentrum Büchen bereits im März das Programm zusammengestellt. Die Anmeldungen für die Ferienfreizeiten hatten teilweise sogar schon im Herbst 2019 begonnen. Dann kam der Lockdown wegen der Corona-Pandemie.

„Wir hatten 254 Veranstaltungen geplant, darunter 14 Zeltlager mit knapp 2000 Plätzen. Davon ist nichts mehr übrig. Jetzt haben wir 84 neue Aktionen mit begrenzter Teilnehmerzahl“, sagte Fredi Heidemann vom Ortsjugendring Wentorf bei der Präsentation der kreisweiten Aktion Ferienpass im Haus der Landwirtschaft in Mölln. „Es ist vieles noch im Fluss und wird sich auch weiter ändern. Aber die gute Nachricht ist, dass wir wieder einen Ferienpass haben. Das haben wir vor einer Woche entschieden“, betonte Arne Strickrodt, Geschäftsführer des Kreisjugendrings Herzogtum Lauenburg. Am 8. Juni kam der entscheidende Erlass der Landesregierung zur Jugendarbeit in Corona-Zeiten. Damit sind Veranstaltungen mit bis zu 15 Teilnehmern möglich. „Wir haben uns vor einer Woche in einer Videokonferenz mit den Ortsjugendringen getroffen und entschlossen, dass wir die Aktion Ferienpass auch unter diesen Auflagen stattfinden lassen. Jetzt sind wir gespannt auf den nächsten Erlass am 29. Juni, ob es noch weitere Lockerungen und damit zusätzliche Angebote gibt“, so der KJR-Geschäftsführer.

Mehr Teilnehmer drängeln sichum weniger Plätze

„Wir haben bei den Ausfahrten fünf Teilnehmer, bei Aktionen vor Ort bis zu zwölf. Allein schon wegen des Mindestabstands von 1,5 Metern ist mehr kaum möglich. Allerdings fahren viele Familien nicht in den Urlaub und brauchen auch eine Auszeit nach dem Homeschooling. Das ist eine große Herausforderung“, sagt Christine Taucher vom Ortsjugendring Lauenburg. In der Schifferstadt kommt erschwerend der hohe Anteil türkischstämmiger Bewohner hinzu, die in den Ferien wegen der Quarantäneregeln nicht wie sonst üblich in ihre alte Heimat können. Somit steigt die Zahl der zu betreuenden Kinder weiter an. „Wir wollen aber, dass jedes Kind mindestens ein Angebot pro Woche nutzen kann“, so Taucher.

Freizeitangebote sind gerade inCorona-Zeiten wichtig

„Gerade in Zeiten, in denen viele Familien vom Homeschooling erschöpft sind und im Sommer zu Hause bleiben müssen, sind sinnvolle Freizeitangebote extrem wichtig. Wir unterstützten die Aktion Ferienpass seit Jahren gerne und diesmal ist sie ganz besonders wichtig. Es ist toll zu sehen, mit welchem Engagement ehrenamtlich Tätige ein fertiges Programm eingestampft haben und sich jetzt von Verordnung zu Verordnung mit neuen Ideen durchhangeln“, sagte Udo Schlünsen, Vorstand der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg, die die Aktion seit langem sponsert. „Ohne das Geld von der Kreissparkasse wären die Angebote für die Familien wesentlich teurer“, betonte Strickrodt.

Wie viele Angebote es in diesem Jahr geben wird, ist offen. Im Vorjahr waren es mehr als 500. Die Ortsjugendringe aus Schwarzenbek, Lauenburg, Wentorf, Geesthacht, Ratzeburg, Mölln und die Stadtjugendpflege in Büchen planen viele kleine Veranstaltungen und auch Ausflüge. In die großen Freizeitparks wird es aber nicht gehen, da dort Gruppenkarten nicht vergeben werden.

Angebote verändern sich nochdurch neue Auflagen

„Wir setzen auf Kreativangebote wie Bastelworkshops unter freiem Himmel vor dem Jugendtreff. Es wird auch kleine Ausflüge beispielsweise zum Kerzen ziehen nach Ahrensburg geben“, sagt Tanja Wendt vom Ortsjugendring Schwarzenbek. Auch wird es von der Rettungshundestaffel des DRK ein Angebot „Kind und Hund“ geben. Wegen der gelockerten Regelungen für Kontaktsportarten ist sogar ein Selbstverteidigungskursus für Kinder in Zusammenarbeit mit dem Combat-Center möglich.

Auf das kommende Jahr verschoben ist die beliebte Ferienfreizeit in Muess am Schweriner See. „Familien dürfen dort wieder in das Feriendorf, Jugendgruppen jedoch nicht. Wer bereits gebucht hat, musste noch nichts zahlen, kann aber zum gleichen Preis nächstes Jahr mitfahren“, so Tanja Wendt. Angebote und Anmeldung unter www.unser-ferienpriogramm.de.