Zusatzqualifikation

Note 1,4 für Schwarzenbeks Bürgermeisterkandidaten

Norbert Lütjens (49) hat Sozialarbeit und -pädagogik studiert, jetzt auch noch einen Abschluss in Verwaltungswissenschaften erworben.

Norbert Lütjens (49) hat Sozialarbeit und -pädagogik studiert, jetzt auch noch einen Abschluss in Verwaltungswissenschaften erworben.

Foto: Norbert Lütjens

Norbert Lütjens hat sein Zusatzstudium der Verwaltungswissenschaften mit „Sehr gut“ abgeschlossen.

Schwarzenbek. Wenn es an der Haustür klingelt, könnte es ein Bürgermeisterkandidat sein – Norbert Lütjens startet in dieser Woche mit dem Straßenwahlkampf. Um die Nachfolge der scheidenden Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig, die auf eine erneute Kandidatur verzichtet hat, bewerben sich Lütjens, parteienloser Stadtjugendpfleger und stellvertretender Leiter des Fachbereichs Bildung, Sport und Kultur im Rathaus, und Bürgervorsteher Matthias Schirmacher (Grüne).

Eigentlich hätte das Ergebnis schon fest gestanden, denn ursprünglich war die Wahl auf Sonntag, 17. Mai, terminiert. Doch die Corona-Krise mit ihren Kontakteinschränkungen machte einen Wahlkampf unmöglich: Nachdem am 26. März das Kieler Innenministerium empfohlen hatte, die Wahl zu verschieben, folgte der Gemeindewahlausschuss. Neuer Termin der Bürgermeisterwahl ist jetzt der 27. September.

Wahlkampf startet mit Haustürbesuchen

Seine eigene Internetseite www.norbert-luetjens.de sowie seine Facebook- und Instagram-
Account hat Lütjens, der seinen Wahlkampf selbst finanziert, weiter ausgebaut. Jetzt entstehen Videos für die digitalen Angebote. Und der 49-Jährige beginnt mit dem Straßenwahlkampf: „Der Marktstand steht bei mir zusammengeklappt in der Garage und wartet auf weitere Lockerungen.“ Zunächst will Lütjens von Haustür zu Haustür gehen – in Corona-Zeiten kein leichtes Unterfangen: „Ich bin bei diesen Haustürbesuchen natürlich mit Maske, Desinfektionsmittel und Handschuhen ausgerüstet. Nach dem Klingeln gehe ich zwei Schritte zurück und biete dann meinen
Flyer an“, erläutert Lütjens das Verfahren.

Veranstaltung mit beiden Kandidaten geplant

Die Haustürbesuche werden noch in dieser Woche beginnen, Straßen und Ortsteile stehen noch nicht fest, nur die Uhrzeit: Lütjens ist wochentags von 17 bis 19 Uhr unterwegs, am Wochenende ganz­tägig. Zudem wird es im August eine Veranstaltung mit beiden Kandidaten geben – in welcher Form die möglich sein wird, orientiert sich am Ausmaß der Lockerungen. „Man kann mir aber auch jederzeit eine Nachricht schreiben“, sagt Lütjens, der über die Stadtjugendpflege und seine Mitorganisation beim Stadtvergnügen bereits vielen Bürgern bekannt ist.

Was die möglicherweise jedoch nicht wissen: Lütjens darf sich jetzt
„Master in Public Administration“ nennen. Vor zwei Jahren hatte er ein verwaltungswissenschaftliches Zusatzstudium in Berlin begonnen, das er jetzt mit der Gesamtnote 1,4 abgeschlossen hat. „Ich musste im Rahmen des Studiums sowohl den Bundeshaushalt verfassungsrechtlich betrachten, als auch die Kosten einer Stadtverwaltung mit 80 Mitarbeitern durchrechnen. Das war hart, hat aber auch einen Mordsspaß gemacht“, sagt Lütjens, der zuvor Sozialpädagogik und -arbeit in Lüneburg studiert hatte.

Dank Zusatzqualifikation: Höchste Beamten-Laufbahn möglich

Auf die Idee Verwaltungswissenschaften zu studieren, hatte ihn Thomas Bellizzi gebracht – damals Ordnungsamtsleiter in Schwarzenbek, heute Referent von Sozialminister Heiner Garg (FDP) in Kiel. In einer Mischung aus Onlinestudium und Präsenzveranstaltung an den Wochenenden absolvierten beide das Studium, das sie zum höheren Dienst befähigt, der höchsten möglichen Laufbahn im Beamtentum.

Seinen Job in Rathaus und Jugendzentrum hat Lütjens in dieser Zeit parallel ausgeübt. Vor allem das wegen Corona geschlossene Jugendzentrum macht ihm Sorgen. Über digitale Kanäle versuchen die Mitarbeiter Kontakt zu den Jugendlichen zu halten. „Wir werden erst im nächsten Jahr sehen, welche Auswirkungen Corona auf die jungen Menschen hat“, sagt Lütjens.