Zwangspause wegen Corona

Langsam erwacht Gut Basthorst wieder zum Leben

Kunsthandwerkerin Christa Seibt organisiert sonst die Märkte auf Gut Basthorst. Seit einiger Zeit steht sie auch mit Blumen aus dem heimischen Garten auf dem Wochenmarkt.

Kunsthandwerkerin Christa Seibt organisiert sonst die Märkte auf Gut Basthorst. Seit einiger Zeit steht sie auch mit Blumen aus dem heimischen Garten auf dem Wochenmarkt.

Foto: Stefan Huhndorf

Veranstaltungen und Märkte sind abgesagt, aber Gastronomie, Landwirtschaft und der Wochenmarkt auf Gut Basthorst laufen weiter.

Basthorst. Einige Gäste sitzen im Restaurant „Zum Pferdestall“ und genießen die Sonne, Anwohner bummeln über den Wochenmarkt mit den acht Ständen und dem neuen Blumenverkauf von Christa Seibt. „Es fehlen die großen Veranstaltungen. Das Geschäft ist sehr ruhig geworden“, sagt Jan van Dieren, Inhaber des Ladens „Country Life Style“ auf Gut Basthorst.

Novum in der 800-jährigen Geschichte von Gut Basthorst

„Wir haben rund 30 Mitarbeiter aus dem Bereich Veranstaltungen und Event sowie aus der Gastronomie in Kurzarbeit schicken müssen. Das ist bitter für uns und die Mitarbeiter. So etwas wie den Lockdown durch Corona hat es in der 800-jährigen Geschichte des Gutes noch nicht gegeben“, sagt Gutsherr Enno von Ruffin. Seit vielen Jahrzehnten ist der Event- und Ver­anstaltungsbereich ein wichtiges Standbein. „Uns brechen massiv Einnahmen weg. Zum Glück haben wir mit der Land- und Forstwirtschaft sowie dem Gartenbau wei­tere Standbeine“, sagt Milana Freifrau von Ruffin, die seit einem Jahr gemeinsam mit Vater Enno dasGut führt.

Raps, Gerste, Weizen und Mais werden angebaut

Die Landwirtschaft läuft gut, allerdings fehlt der Regen. „Wir hangeln uns mit dem Ackerbau von einem Schauer zum nächsten. es fehlt ein Wasserpuffer bis 50 Zentimeter Tiefe, damit die Feuchtigkeit bis zur Ernte reicht. Noch sieht es mit den Ernteprognosen ganz gut aus. Der Wald bräuchte dringend mehr Wasser. Vor allem Fichten, Buchen und Eschen leiden unter der Trockenheit, die tief in den Boden hineinreicht“, sagt der Baron. Das historische Gut bewirtschaftet 600 Hektar, davon entfallen 450 Hektar auf den Ackerbau. In diesem Jahr werden Weizen, Raps, Gerste und Mais angebaut. Die restlichen 150 Hektar sind Mischwald.

Seit den 1990er-Jahren nimmt der Veranstaltungsbereich immer mehr Raum ein. „Wir haben mit einem Weihnachtsbaumverkauf angefangen. Dann wollten die Kunden auch Glühwein, später noch Würstchen vom Grill. So kam eins zum anderen und daraus wurde einer der größten Weihnachtsmärkte in der Region“, erinnert sich Enno von Ruffin.

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Planung für kleinen Herbstmarkt laufen

Seit vielen Jahren organisiert die Basthorsterin Christa Seibt die Märkte. Neben dem Weihnachtsmarkt gibt es auch den Frühlings- und den Herbstmarkt. Der Frühlingsmarkt ist der Corona-Krise zum Opfer gefallen, jetzt laufen die Planungen für einen Herbstmarkt im September. „Wir planen mit reduzierter Ausstellerzahl,

damit wir die Abstandsregeln einhalten können. Statt der üblichen 100 Kunsthandwerker- und Gastronomiestände werden es wohl etwa 70 bis 75 sein“, sagt Christa Seibt. Sie hofft auf eine weitere Lockerung der Regelungen für Großveranstaltungen. „Wir können aber auch so den Zugang regeln, da das Gelände eingezäunt ist und wir Eintritt für die Märkte nehmen. Es besteht die Möglichkeit, den Einlass an einem Eingang vorzunehmen und den Ausgang an die andere Seite des Geländes zu legen. Da gibt es viele kreative Möglichkeiten. Für einen Weihnachtsmarkt wären 1000 Besucher aber zu wenig. Da kämen
gerade die Gastronomieanbieter nicht auf ihre Kosten“, so Enno von Ruffin.

Doch nicht nur die Märkte fehlen. Auch Hochzeiten und andere Veranstaltungen finden aktuell nicht statt. So ist beispielsweise das Sommer Open Air „The Cavern Beatles“ vom 30. August um ein Jahr auf den 29. August 2021 verlegt worden. „Wir sind zwar noch im Gespräch mit dem Veranstalter, ob wir im September ein Konzert hinbekommen, weil dann möglicherweise die Obergrenzen der Besucherzahlen gelockert werden. Aber es dürfte auch dann bei einem Open Air schwierig werden, die Abstandsregelungen einzuhalten“, sagt Enno von Ruffin.

Jeden Donnerstag ist Wochenmarkt auf dem Gut

Was dagegen gut läuft und Leben auf das Gut bringt, sind die Wochenmärkte, die seit einem Jahr jeden Donnerstag auf dem Gut stattfinden. „Wir sind seit Anfang an dabei und sehr zufrieden. Aktuell sind frische Erdbeeren und Spargel bei den Kunden sehr gefragt“, sagt Gemüsehändlerin Manuela Sommer von der Fruchtstation Tempelmeier aus Ahrensburg. Neben Obst gibt es auch Fisch, Fleisch und Wildspezialitäten. Seit Kurzem bietet Christa Seibt auf dem Markt frische Blumen an.

Anfangs war der Markt von 10 bis 17 Uhr geöffnet. „Die Nachmittagsöffnung hat sich aber nicht so bewährt. Deshalb haben wir Händler uns für eine Verkürzung auf 14 Uhr entschieden“, so Manuela Sommer.