Kreismusikschule

Die Harfe: riesiges Instrument – himmlischer Klang

Sophia Kaiser (10), Harfenschülerin von Elena Lavrentev und Siegerin im Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ übt bisher noch auf einer Leihharfe.

Sophia Kaiser (10), Harfenschülerin von Elena Lavrentev und Siegerin im Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ übt bisher noch auf einer Leihharfe.

Foto: Kreismusikschule Herzogtum Lauenburg

Erstmals in ihrer 60-jährigen Geschichte schafft die Kreismusikschule eine eigene Konzertharfe an.

Ratzeburg. Die Harfe ist eines der ältesten Musikinstrumente. Bereits im antiken Ägypten waren die Menschen verzaubert vom sanften, lieblichen Klang der Harfe. Die Konzertharfe in ihrer heutigen Form wurde jedoch erst 1810 in Frankreich erfunden. 210 Jahre später kann die immerhin 60 Jahre alte Kreismusikschule erstmals eine eigene Konzertharfe erwerben. Die zehnjährige Sophia Kaiser, die zu Jahresbeginn den Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ gewann, übt in den Räumen der Kreismusikschule am Ratzeburger Markt derzeit noch auf einer von der Schule angemieteten Harfe.

Sparkassenstiftung ermöglicht Harfenkauf

Durch die Verlängerung des Sponsoringvertrags zwischen der Kreissparkasse und der Kreismusikschule steht jetzt Geld für die Neuanschaffung einer schuleigenen Konzertharfe bereit. Sie soll weiterhin in Ratzeburg oder in Schwarzenbek, sofern es Interessenten für dieses Instrument aus dem Südkreis gibt, für den Unterricht bereitstehen. „So eine Harfe ist schon richtig schwer, wenn auch nicht so schlimm wie ein Klavier“, sagt Schulleiter Peter Seibert. Sie gehört wie der Kontrabass zu den sogenannten Präsenzinstrumenten der Schule.

Die neue Harfe ist bereits ausgesucht: Elena Lavrentev, Konzertharfenistin und Harfenpädagogin, hat Harfenbauer in ihren Werkstätten besucht und mehrere Instrumente probegespielt. Knapp 14.000 Euro kostet das neue Instrument, das über die Kreissparkassenstiftung finanziert wird, die die Schule schon bisher bei Neuanschaffungen und Instandhaltung der Leihinstrumente, öffentlichen Veranstaltungen sowie mit Lehr- und Lernmittel unterstützt hat.

Corona-Krise schlägt auf Schülerzahl durch

Allerdings können diese Mittel nicht genutzt werden, um Lücken zu füllen, die durch die Corona-Krise im Etat der Schule entstanden sind. Denn rund 70 Prozent des Jahresetats in Höhe von 1,2 Millionen Euro wird durch die Kursusgebühren erwirtschaftet, hinzu kommen 200.000 Euro vom Kreis, 45.000 Euro vom Land sowie Spenden. Es gebe jedoch Signale vom Kreis, mögliche Ausfälle zu kompensieren, so Seibert. Genaue Zahlen gibt es jedoch erst im Herbst, wenn eine Bilanz des Schuljahres und der Auslastung gezogen werden kann. Ausgefallen ist in Corona-Zeiten der Präsenzunterricht in der musikalischen Früherziehung und bei weiteren Gruppenangeboten. Die 70 Musiklehrer haben für ihre Schüler jedoch sehr schnell einen Online-Unterricht für das heimische Wohnzimmer angeboten: Über Videokonferenzen werden 700 der 1500 Schülerinnen und Schüler weiter unterrichtet. Nicht alle Eltern hätten dieses Angebot für ihre Kinder auch angenommen, so Seibert, andere wiederum hätten sich solidarisch gezeigt und die Kursusentgelte weiter bezahlt.

Obwohl es mittlerweile wieder Präsenzunterricht für einzelne Schüler gebe, werde die Corona-Zeit eine Lücke reißen, auch weil mangels öffentlicher Konzerte die Kreismusikschule keine Werbung für ihre Angebote machen konnte. Deshalb sei offen, wie viele Neuanmeldungen es zum Schuljahresbeginn nach den Sommerferien geben wird. „Wir waren in einem guten Flow, konnten unsere Schülerzahl steigern, mussten aber nun viele attraktive Veranstaltungen absagen“, bedauert der Schulleiter.

Kreismusikschule setzt weiter auf Online-Unterricht

Das digitale Angebot wird jedoch weiter zum Angebot der Kreismusikschule gehören. „Es ist schwierig, weil Bild und Ton zeitversetzt übertragen werden. Zudem kann so der Lehrer etwa die Fingerführung nicht überprüfen“, sagt Seibert. Es sei aber besser, als den Unterricht ausfallen zu lassen, wenn Schüler erkrankt sind oder die Fahrt zum Unterricht nicht möglich ist. „Geradezu prädestiniert ist der Online-Unterricht jedoch für elektronische Instrumente wie E-Piano oder das Schlagzeug“, sagt Seibert: „Wenn es musikpädagogisch sinnvoll ist, könnte der Unterricht künftig je zur Hälfte online und vor Ort laufen.“

Wie so etwas klingt, können Interessierte auf https://klavierunterricht-rahlstedt.de/downloads/zorbas/verfolgen: Die Klavierklasse von Ursula Hummel, die in Schwarzenbek unterrichtet, hat das Märchen „Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte“ von Luis Sepúlverda mit Schauspielerin Annette Scharnewski als Sprecherin vertont.