Schwarzenbek

Holzfiguren sollen Autofahrer sensibilisieren

Der Schwarzenbeker Motorrad-Verein „Biker fahren für Kinder“ spendet zwei Streetbuddies für das Verkehrssicherheitsprojekt des Bürgervereins (v. l.): der Vorsitzende Hartwig Holst mit Hanne Holst und Inge Simon.

Der Schwarzenbeker Motorrad-Verein „Biker fahren für Kinder“ spendet zwei Streetbuddies für das Verkehrssicherheitsprojekt des Bürgervereins (v. l.): der Vorsitzende Hartwig Holst mit Hanne Holst und Inge Simon.

Foto: Isabella Sauer

Der Verein „Biker fahren für Kinder“ spendet zwei Streetbuddies, die von Mitarbeitern des Louisenhofs hergestellt werden.

Schwarzenbek. Grüne Schuhe, blaue Hose, gelbes T-Shirt und ein rotes Baseball-Cap: Das ist das Outfit von Holzfigur Hergen, die nun am Rand des Margeritenwegs in Schwarzenbek steht. Siesoll Autofahrer darauf aufmerksam machen, dass hier eine Tempo-30-Zone ist. Der karitativ tätige Motorradverein „Biker fahren für Kinder“ (BffK) hat jetzt zwei sogenannte Streetbuddies gespendet, die in der Werkstatt der Louisenhof gGmbH, hergestellt und nun vom städtischen Bauhof aufgestellt wurden. In dem Verein sind etwa 30 Motorradfahrer organisiert, die seit 2016 Spenden für Kinder in Not sammeln.

Eine weitere Figur aus Holz steht am Löwenzahnweg. Sie heißt Susi und ist für die Autofahrer sofort sichtbar. „Wir haben die beiden Kinderfiguren schon seit zwei Wochen. Jetzt werden sie endlich aufgestellt“, sagt Hartwig Holst, der Vorsitzende des BffK. Eigentlich waren die Vereinsmitglieder zunächst davon ausgegangen, dass die beiden Streetbuddies in der Nähe der Grundschule Schwarzenbek Nordost ihren Platz finden werden. Zwei Tage vor dem ausgemachten Treffen gab der Bauhof allerdings einen anderen Standort an. „Schade“, sagt der Vorsitzende, da er das Wohngebiet als sehr ruhig empfindet.

Ein handgemachter Streetbuddy kostet 120 Euro

Doch Anwohner sind da einer anderen Meinung. Während des Interviewtermins tritt plötzlich ein Mann aus seinem Haus heraus, der gleich neben der aufgestellten Holzfigur wohnt und sagt: „Endlich wird hier mal etwas zur Verkehrsberuhigung gemacht. Viele Autos sind hier viel zu schnell unterwegs, vorrangig Fahrer von Lieferdiensten.“ Als der Vereinsvorsitzende das hört, ist er sich umso mehr sicher, dass die Spende sinnvoll war.

Ein Streetbuddy kostet 120 Euro. Bewohner des Louisenhofs, die in der Werkstatt arbeiten, fertigen die Holzfiguren an. Die Entwürfe dazu stammen von der freischaffenden Künstlerin und Louisenhof-Mitarbeiterin Sonja Märkert.

Insgesamt stehen in Schwarzenbek nun gut 20 Streetbuddies. Bereits Anfang Februar spendete die Raiffeisenbank fünf Figuren aus Holz, die dann entlang des Zubringer Nord aufgestellt wurden. Dort gilt eigentlich Tempo 50, aber auch dort sind viele Autofahrer zu schnell unterwegs. Die ersten Streetbuddies wurden 2019 aufgestellt. Damals hatte der Bürgerverein Sponsoren gewonnen und 17 Warnfiguren im Bereich von Kitas und Schulen aufgestellt.

Holzfiguren wirken als Tempobremse

Die Figuren-Aktion kommt auch bei der Polizei gut an. So sagt der Leiter des Polizeireviers Schwarzenbek, Jens Stamer: ​„Jede Aktion ist sinnvoll, die Verkehrsteilnehmer animieren könnte, langsamer zu fahren.“ Ob durch die Figuren wirklich langsamer gefahren wird, kann der Polizeichef jedoch nicht sagen: Zwar gibt es vor Schulen und Kitas regelmäßig Geschwindigkeitskontrollen, eine Auswertung von Übertretungen und gemessenen Spitzengeschwindigkeiten in Zusammenhang mit den Figuren jedoch nicht.

„Vom subjektiven Gefühl her wirken die Streetbuddies als Tempobremse. Die Reaktionen der Anwohner sind positiv. Die Streetbuddies sensibilisieren die Autofahrer dazu, aufmerksamer zu sein. Wir würden uns freuen, wenn wir noch weitere Sponsoren finden würden“, sagt Ute Stimper, Vorsitzende des Bürgervereins. Auch der Respekt der Schwarzenbeker gegenüber den Figuren sei bemerkenswert: Es gab bislang weder Vandalismus noch wurde eine Figur gestohlen.

Streetbuddies werden gezielt an Gefahrenpunkten eingesetzt

Dazu sagt der Leiter für öffentliche Sicherheit & Soziales, Peter Kappe: „Die Streetbuddies werden als nichtamtliche Hinweiszeichen ergänzend zu bereits vorhandenen Verkehrszeichen dort eingesetzt, wo ein besonderer Hinweis zu bestehenden amtlichen Beschilderungen notwendig wird.“ Oftmals entstünden Gefahrensituationen an Orten, an denen vermehrt Fußgänger Straßen queren oder wo die jüngsten Verkehrsteilnehmer am präsentesten seien. Dies gelte an Schulen oder Kindergärten wie auch in Spielstraßen.