Gastronomie

Wie Gastronomen und Cafés wieder starten wollen

Ulf Eggers Bäckereichef in Schwarzenbek bereits sich auf die Wiedereröffnung seiner Bistros vor.

Ulf Eggers Bäckereichef in Schwarzenbek bereits sich auf die Wiedereröffnung seiner Bistros vor.

Foto: Stefan Huhndorf

Gastronomen und Bäckereibesitzer entwickeln jetzt mit Hochdruck Konzepte, wie sie am Montag, 18. Mai, wieder öffnen können.

Schwarzenbek. Die Hamburger Gastronomen dürfen seit gestern wieder öffnen. In Schleswig-Holstein dauert es noch bis kommenden Montag, 18. Mai. Eine Durchführungsverordnung seitens der Kieler Landesregierung lag dazu allerdings bis gestern noch nicht vor. „Wir reichen das jetzt in einem vierseitigen Papier nach, dabei sind die Vorschriften eindeutig. Es müssen 1,5 Meter Abstand zwischen Personen, die nicht aus einem Haushalt stammen eingehalten werden, das Bedienpersonal muss Alltagsmasken tragen, die Tische regelmäßig gereinigt werden und der Gastronom braucht eine Liste mit Namen und Adressen der Gäste“, sagt Harald Haase, Sprecher des Kieler Wirtschaftsministeriums.

Gastronomie wegen Corona geschlossenen

„Wir freuen uns, dass wir den Bistrobereich wieder öffnen dürfen. Wir hatten die Gastronomie in unseren zwölf Fachgeschäften seit dem 16. März wegen der Corona-Auflagen geschlossen. Das hat zu Umsatzeinbußen geführt, die wir aber teilweise durch Mehrverkäufe im Bereich Brötchen, Brot und Kuchen kompensieren konnten. Treue Kunden haben uns sehr geholfen“, sagt Ulf Eggers, Inhaber der gleichnamigen Bäckerei. Kurzarbeit und Homeoffice in Schwarzenbek und Umgebung dürften dazu beigetragenhaben, dass die Kunden mehr Backwaren vor Ort konsumierten.

„Alles hat ein Ende. Auch schlechtere Zeiten“

93 Mitarbeiter haben die Brüder Ulf und Frank Eggers an ihren zwölf Standorten. Wegen der veränderten Nachfrage mussten sie die Öffnungszeiten reduzieren, weil das nachmittägliche Bistrogeschäft fehlte. Eine Filiale an der Möllner Berufsschule machten sie vorübergehend dicht, weil die Kunden wegen der Schulschließung ausblieben. Nun soll der Bistrobetrieb wieder starten. „Wir werden die Hygieneauflagen selbstverständlich umsetzen und die Abstände auch. Es kann nur ein Teil der Tische genutzt werden. Genaueres müssen wir noch erarbeiten, weil wir die Vorschriften noch nicht kennen und jede Filiale anders ist“, sagte Ulf Eggers.

Kunststoffdecken auf den Tischen

In den Startlöchern steht auch Hotelier Hans Schröder in seinem traditionsreichen Haus an der Compestraße 6. „Wir warten auch noch auf die Vorschriften, werden vorerst nur das Restaurant öffnen. Veranstaltungen und regelmäßige Treffen von Vereinen und Serviceclubs wird es vorerst nicht geben“, so der Hotelier. die Tische werden mit abwaschbaren Kunststoffdecken versehen, die Bedienungen werden Mundschutz tragen – und auch der Hotelbetrieb geht wieder uneingeschränkt los.

In den vergangenen Wochen hatte Schröder in seinem für Touristen geschlossenen Haus nur Geschäftsreisende beherbergt und mangels Personal und speisen die Zimmer ohne Frühstück vermietet. „Die Nachfrage hielt sich aber sehr in Grenzen“, räumt der Hotelier ein. Einen Außerhausverkauf wie in vielen anderen Schwarzenbeker Restaurants gab es bei ihm nicht.

Wiedereröffnung ohne Brunchbüfett

Ebenfalls wieder eröffnen will die Alte Meierei an der Meiereistraße. „Alles hat ein Ende. Auch schlechtere Zeiten. Am 18. Mai um 16 Uhr öffnen wir wieder. Wir bitten unsere Gäste, rechtzeitig zu reservieren“, sagt Geschäftsführerin Petra Dumani. Allerdings mit eingeschränktem Angebot. Brunch am Büfett gibt es beispielsweise nicht.