Schwarzenbek

Nun gibt es Hilfe für Menschen mit Behinderungen

Nicht auf das Land gewartet, sondern eine Förderung bei der Aktion Mensch beantragt hat der Verein ErgoAktiv aus Schwarzenbek.

Nicht auf das Land gewartet, sondern eine Förderung bei der Aktion Mensch beantragt hat der Verein ErgoAktiv aus Schwarzenbek.

Foto: Patrick Seeger / dpaDeutsche Presse-Agentur

Das Land hat Fonds eingerichtet. Der Verein ErgoAktiv erhält für Assistenz im Alltag Förderung der Aktion Mensch. Alle Infos.

Schwarzenbek.  Träger sozialer Einrichtungen, die sich um Menschen in Notlagen kümmern, können von sofort an beim Kreis eine Förderung beantragen. Insgesamt stellt das Land dafür in der Corona-Krise drei Millionen Euro zur Verfügung, der Anteil für den Kreis beträgt 163.400 Euro. Gedacht ist dieses Geld vor allem für die Tafeln sowie die Obdachlosenhilfe. „Aber auch andere Hilfen, mit denen soziale Härtefälle und menschliche Notlagen gelindert werden, können aus dem Fonds zur Abdeckung sozialer Härten unterstützt werden“, so die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Andrea Tschacher und Klaus Schlie. Dies sei eine absolut notwendige humanitäre Hilfe in schwierigen Zeit für diejenigen, die am Rand unserer Gesellschaft leben.

Der „Fonds zur Abdeckung sozialer Härten“ ist rückwirkend zum 15. März in Kraft getreten und ist bis zum 31. Dezember 2020 befristet. In Zeiten, in denen weniger Lebensmittel gespendet werden, können Tafeln damit zusätzliche Waren einkaufen. Gefördert werden auch medizinische Leistungen für Personen ohne regulären Zugang zum Gesundheitssystem. „Obdach- und Wohnungslose sind durch das Corona-Virus besonders gefährdet. Deswegen sind auch medizinische Leistungen durch den Fonds möglich“, so Schlie.

Antrag innerhalb von 24 Stunden formuliert

Nicht auf das Land gewartet, sondern eine Förderung bei der Aktion Mensch beantragt hat der Verein ErgoAktiv. „Die Möglichkeiten für Menschen mit Behinderungen, sich zu informieren und am Leben teilzuhaben, sind aktuell noch geringer als für Menschen ohne Behinderungen“, sagt Carmen Mucha, Leiterin des gleichnamigen Therapiezentrums: „Es fehlen ihnen die Tagesstruktur und vor allem die sozialen Kontakte zu den ihnen vertrauten Menschen.“ Darum hat Mucha für den Verein ErgoAktiv Fördermittel für ein Projekt beantragt, um Soforthilfe durch Assistenz im Alltag zu leisten unter dem doppeldeutigen Motto: „Einfach machen und das einfach machen!“

„Wir haben den Antrag innerhalb von 24 Stunden formuliert und nach wenigen Tagen schon die Zusage von Aktion Mensch in Höhe von 22.000 Euro für Personal- und Sachkosten in den kommenden zwölf Monate bekommen. Darüber freuen wir uns sehr und hoffen jetzt auf viele Menschen, die unsere Angebote in Anspruch nehmen möchten“, so Mucha. Sie koordiniert das Projekt, in dem Ehrenamtliche und Therapeuten zusammenarbeiten, um Menschen mit Behinderungen oder aus den Risikogruppen durch Telefonate, Hausbesuche oder gemeinsame Unternehmungen wie Spaziergänge zu unterstützen. „Assistenz im Alltag schafft Struktur. Strukturen geben Sicherheit, und Beschäftigung mit Alltäglichem bringt Ablenkung. Sport und Bewegung stärken und helfen der Psyche“, betont die Ergotherapeutin.

Auch Menschen, die helfen möchten, können sich melden

Unter 04151/866 92 02 (Montag, Mittwoch und Freitag von 12 bis 14 Uhr) können sich Menschen mit Behinderungen oder Personen aus den Risikogruppen der Älteren oder mit Vorerkrankungen bei ErgoAktiv melden und einen Hausbesuch vereinbaren oder sich einfach am Telefon nur mal aussprechen. Auch Arztbesuche werden begleitet oder ein Sport- und Bewegungsprogramm gemeinsam gestaltet. „Wir haben Taschen gepackt mit Büchern, Spielen oder kleinen Sportgeräten, die wir an bedürftige Einzelpersonen oder Menschen abgeben möchten“, sagt Mucha. Auch wer eine Unterstützung beim Einkaufen oder bei Behördenanliegen braucht, kann sich bei dem Verein melden.

Doch nicht nur Betroffene können sich melden, sondern auch Menschen, die helfen möchten, so Mucha: „Wir freuen uns über weitere Ehrenamtliche, die mithelfen möchten, Menschen mit Behinderung oder älteren oder vorbelasteten Personen in diesen herausfordernden Zeiten zur Seite zu stehen.“ Für die Helfer gibt es Fortbildungsangebote zur Alltagsassistenz, um auch kritischen Situationen gewachsen zu sein. Sie können aber auch ihre Talente an der Nähmaschine beim Nähen einsetzen. „Wir können noch weitere Näherinnen einsetzen, die Stoffe und Vlies zuschneiden oder Masken mit der Maschine nähen. Das kann zu Hause sein oder bei uns in den Räumen von ErgoAktiv“, sagt Mucha. In den Räumen an der Schefestraße 4 sei genug Platz, sodass die notwendigen Abstände einhalten werden können.

ErgoAktiv ist ein gemeinnütziger Verein zur aktiven Förderung von Menschen mit und ohne Behinderung auf dem Weg zu Beschäftigung und Arbeit. Die Projekte „Netzwerk Inklusion“ und „Just do it“ für den Sport- und Freizeitbereich werden ebenfalls von der Aktion Mensch gefördert.