Amtswechsel

Bürgermeisterwahl im Schatten der Corona-Krise

Schwarzenbeker Rathaus

Schwarzenbeker Rathaus

Foto: Marcus Jürgensen

Zwei Bewerber wollen die Nachfolge von Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig antreten. Aber Corona macht den Wahlkampf schwierig.

Schwarzenbek. Das öffentliche Leben ist praktisch zum Erliegen gekommen, alle Veranstaltungen sind abgesagt. Für die beiden Kandidaten der Bürgermeisterwahl ist das eine schwierige Situation. „Ich hatte mich darauf eingestellt, unter anderem bei der Aufräumaktion in der Feldmark am vergangenen Wochenende, viele Gespräche zu führen. Die ist leider wie so viele andere Veranstaltungen abgesagt worden“, sagte Norbert Lütjens, stellvertretender Leiter des Amtes für Bildung, Sport und Kultur, der gerne Bürgermeister werden möchte. Das gleiche Schicksal ereilt Bürgervorsteher Matthias Schirmacher, der ebenfalls die Nachfolge der scheidenden Verwaltungschefin Ute Borchers-Seelig antreten möchte.

Aber auch eine öffentliche Vorstellungsrunde seitens der Stadt wird schwierig, wie Petra Scheerer, Leiterin des Bürgermeisterwahlausschusses bekannte. „Ich stimme mich mit den anderen Kommunen, in denen auch Bürgermeisterwahl am 17. Mai ist, und mit dem Innenministerium ab, was möglich ist. Aber eine Vorstellungsrunde wäre schon gut“, sagte sie.

Bislang gibt es zwei Bewerber

Allerdings könnte es zumindest theoretisch noch weitere Bewerber geben. Die Meldefrist läuft bis zum kommenden Montag, 23. März, um 18 Uhr. So lange will Petra Scheerer mit weiteren Planungen für eine wie auch immer geartete Kandidatenvorstellung noch warten. Die Grünen haben bereits Matthias Schirmacher vorgeschlagen, Norbert Lütjens tritt als parteiloser Bewerber an und hat die erforderlichen 136 Unterschriften beigebracht.

Die Kandidaten selbst haben außer der Plakatwerbung, die ab sechs Wochen vor dem Wahltermin möglich ist, wenig Möglichkeiten, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren, da Versammlungen nicht zugelassen sind. Auch Haustürbesuche bieten sich angesichts der aktuellen Situation nicht an.

Wochenmärkte sind aktuell noch zugelassen. Die Möglichkeit, dort Wahlkampfstände aufzustellen besteht zumindest – auch wenn Virologen empfehlen, mindestens 1,5 Meter Abstand zu Kontaktpersonen zu halten.

Gesundheit hat bei der Wahl Priorität

Bleibt die Frage, wie die Wahl selbst ablaufen soll. „Für uns hat die Gesundheit der Bürger Priorität. Wir schlagen aus diesem Grund vor, dass die Verwaltung im Falle einer drohenden Absage der Bürgermeisterwahl prüft, inwieweit die Durchführung der Wahlgänge als reine Briefwahl möglich ist und damit auf die Wahllokale verzichtet werden kann“, sagt der FDP-Ortsvorsitzende Tim Hamann.

„Wir sind uns der Situation bewusst und werden sehr stark für die Nutzung der Briefwahl werben, damit die Wahlbeteiligung hoch und trotzdem die Wahllokale so wenig wie möglich frequentiert werden. Wir haben ausreichend Desinfektionsmittel und werden auch Schutzmasken für die Wahlhelfer zur Verfügung stellen“, kündigt Petra Scheerer an.

Wer die Möglichkeit der Briefwahl nutzen möchte, kann dies ab sofort im Rathaus bei Petra Scheerer beantragen. Persönliche Besuche im Rathaus sind wegen der Gefahr der Ansteckung durch das Crorona-Virus nicht möglich. Die Unterlagen können ausschließlich schriftlich per Fax, E-Mail oder auch mit einem Brief bestellt werden. Eine telefonische Anforderung ist nicht möglich.

Der Bürgermeister wird von den Schwarzenbekern gewählt. Wahlberechtigt sind am 17. Mai gut 12.000 Bürger ab 16 Jahren.