Corona-Virus

Droht ein neues Müllchaos im Kreis Herzogtum Lauenburg?

Ein Bild aus dem Juni 2018: Mülltonnen stehen dicht an dicht an der Geesthachter Straße in Geesthacht. Wegen der Personalnot bei der  Grabau Entsorgung GmbH aus Geesthacht wurden in Stormarn und im Herzogtum Lauenburg wochenlang Mülltonnen gar nicht oder mit erheblicher Verzögerung geleert.

Ein Bild aus dem Juni 2018: Mülltonnen stehen dicht an dicht an der Geesthachter Straße in Geesthacht. Wegen der Personalnot bei der Grabau Entsorgung GmbH aus Geesthacht wurden in Stormarn und im Herzogtum Lauenburg wochenlang Mülltonnen gar nicht oder mit erheblicher Verzögerung geleert.

Foto: BGZ

Krankmeldungen und Ersatzteilmangel für die Fahrzeuge legen die Müllabfuhr lahm. Bioabfall wird vorerst nicht mehr von der AWSH abgeholt

Elmenhorst. Überquellende Mülleimer am Straßenrand: Erinnerungen an den Frühsommer 2018 werden jetzt in Zeiten der Corona-Krise wieder wach. Damals war ein hoher Krankenstand unter Müllwerkern der von der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) mit Sitz in Elmenhorst/Lanken beauftragten Firma Grabau Entsorgung GmbH (GEG) mit Sitz in Geesthacht der Grund für die „Müllkrise“.

Biomüll wird nicht mehr entsorgt

„So etwas soll sich nicht wiederholen“, sagte AWSH-Geschäftsführer Dennis Kissel noch bei der Jahrespressekonferenz im Januar. Doch da konnte er nicht mit der Corona-Krise rechnen. Zumindest in dieser Woche wird kein Biomüll mehr abgefahren. Das hat AWSH-Sprecher und Prokurist Olaf Stötefalke gestern mitgeteilt.

„Auch bei der Abfallentsorgung machen sich die Auswirkungen der Corona-Epidemie bemerkbar. Insbesondere Krankheitsfälle bei Fahrern des beauftragten Logistikunternehmens für die Einsammlung der Rest-und Bioabfälle aber auch die fehlende Lieferung von Ersatzteilen für Iveco-Fahrzeuge aus Italien haben zur Folge, dass mindestens in dieser Woche ein Großteil der Entsorgungsfahrzeuge nicht wie gewohnt zur Leerung der Abfallbehälter ausrücken kann“, so der Pressesprecher.

AWSH konzetriert sich auf Restmüll

Die einsatzfähigen Fahrzeuge werden eingesetzt, alle Restabfallbehälter zu leeren. „Damit sollen die Abfallbehälter, die potenziell auch infektiöse Abfälle enthalten können, planmäßig geleert werden“, so Stötefalke weiter.

„Betriebe mit kritischer Infrastruktur, etwa Krankenhäuser, werden weiter angefahren. Wir befinden uns in allen Bereichen in einer Ausnahmesituation. Da hat Bioabfall keine Priorität“, ergänzt Tobias Frohnert, Sprecher der Kreisverwaltung in Ratzeburg. Die Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg sind Gesellschafter der AWSH.

Die Biotonnen werden frühestens wieder am nächsten regulären Termin in zwei Wochen geleert. „In dieser Jahreszeit wird das Volumen der Biotonnen von vielen Kunden noch nicht vollständig genutzt, so dass der verlängerte Abfuhrrhythmus kein Problem darstellen muss“, so Stötefalke.

Erster Recyclinghof geschlossen

Es werde aber zunehmend frühlingshafter und die Wachstumsperiode habe begonnnen. Kunden, denen das Volumen der Biotonne bis dahin nicht reicht, rät die AWSH folgendes: Primär gilt es, die Küchenabfälle über die Biotonne zu entsorgen. Wenn Gartenabfälle nicht mehr in die Biotonne passen, sollten diese nach Möglichkeit auf dem eigenen Grundstück zwischengelagert werden. Bei sehr großen Engpässen gibt es letztlich die Möglichkeit der Anlieferung von Grünabfällen auf den Recyclinghöfen. Aber auch in diesem Zusammenhang kann es zu Engpässen kommen. So musste der Hof in Bad Oldesloe bereits in dieser Woche wegen krankheitsbedingter Ausfälle bis einschließlich Donnerstag schließen. Weitere Recyclinghöfe könnten folgen. Über die aktuelle Entwicklung können sich Bürger im Internet unter www.awsh.de informieren. Da die Leitungen im Callcenter überlastet sind, sollten Kunden nur in dringenden Notfällen bei der AWSH in Lanken unter 0800/ 29 74 001 anrufen. Von Besuchen in der Geschäftsstelle am Leineweberring 13 sollten Kunden wegen der Ansteckungsgefahr durch Corona-Viren absehen.

Die letzte Müllkrise von Mai bis August 2018 war ebenfalls krankheitsbedingt und durch fehlendes Personal bei Entsorger GEG verursacht. Die AWSH hat zwischenzeitlich die Entsorgung neu ausgeschrieben. Von 2021 an ist die größere und leistungsfähigere Firma Willi Damm aus Grambek für die Müllentsorgung in beiden Kreisen zuständig.