Schwarzenbek

Polizeichef Jens Stamer will Rowdys stoppen

Jens Stamer (Mi.), neuer Leiter der Polizeizentralstation Schwarzenbek mit seinen Kollegen Thomas Satzel (Büchen) und Ulf Clasen (Lauenburg,r.).

Jens Stamer (Mi.), neuer Leiter der Polizeizentralstation Schwarzenbek mit seinen Kollegen Thomas Satzel (Büchen) und Ulf Clasen (Lauenburg,r.).

Foto: Marcus Jürgensen

Polizeichef Jens Stamer setzt seinen Schwerpunkt auf sicherere Straßen. Er hat mehr Kontrollen angekündigt. Was er sonst noch so plant.

Schwarzenbek.  Seit knapp drei Jahren ist er in Schwarzenbek, seit Anfang des Monats ist er Chef des Polizeireviers Schwarzenbek: Jens Stamer (50) leitet als Nachfolger von Ernst Jenner die Stationen Schwarzenbek, Büchen und Lauenburg mit rund 60 Beamten. Verkehrsüberwachung liegt ihm besonders am Herzen. „Alkohol, Drogen und überhöhte Geschwindigkeit sind die Hauptunfallursachen. Ich habe im Laufe meiner Dienstzeit schon zu viele Todesbenachrichtigungen an Angehörige überbracht, deshalb liegen mir Verkehrskontrollen zur Präventionen besonders am Herzen“, sagt er.

Allerdings ziehen die Beamten bei den Kontrollen nicht nur alkoholisierte oder unter Drogeneinfluss stehende Fahrer sowie Raser aus dem Verkehr, sondern klären auch weitere Straftaten auf. „Wir haben es mittlerweile viel mit reisenden Tätern zu tun. Insbesondere bei Delikten wie Einbrüchen oder Autodiebstählen.“, erläutert der Polizeihauptkommissar. Oft werden überörtlich aktive Diebe dann auch bei solchen Routinekontrollen erwischt.

Stadtjugendpfleger hat ein Konzept vorgestellt

Ein weiteres Thema, das die Polizei mit Sicherheit ab dem Frühjahr wieder beschäftigen wird, sind randalierende Jugendliche auf dem Ritter-Wulf-Platz. „Momentan ist es in diesem Bereich angesichts der regnerischen und kalten Witterung ruhig“, sagt Stamer. Wie berichtet, war es im vergangenen Jahr immer wieder zu Sachbeschädigungen gekommen und Beschwerden seitens der Anlieger über trinkende und lärmende Gruppen von Jugendlichen im Stadtzentrum. „Wir haben die meisten Straftaten aufgeklärt und zeigen Präsenz auf dem Platz. Wenn Jugendliche polizeilich in Erscheinung getreten sind, haben wir auch die Eltern zu Gesprächen eingeladen. Außerdem arbeiten wir eng mit der Jugendarbeit der Stadt zusammen. Letztlich brauchen die Jugendlichen aber Orte in der Stadt, an denen sie sich treffen können ohne Anwohner zu stören“, sagt der Hauptkommissar.

Ein entsprechendes Konzept hatte auch Stadtjugendpfleger Norbert Lütjens kürzlich im Sozialausschuss vorgestellt. Nach den Vorstellungen des Fachbereichs Jugend- und Soziales sollen fünf Unterstände für Jugendliche im Stadtgebiet entstehen, Priorität hat dabei der Standort am Holzhaus an der Cesenaticostraße. Dort sollen der Basketballplatz ertüchtigt und zwei räumlich voneinander getrennte Unterstände gebaut werden. „Das wäre eine sinnvolle Lösung. Stärkere Polizeipräsenz auf dem Ritter-Wulf-Platz verdrängt das Problem, löst es aber nicht. Die Jugendlichen müssen schließlich irgendwo einen Treffpunkt finden“, so Stamer.

In nächster Zeit stehen Umbauten bei der Polizei an

Im Fokus der Beamten liegt auch der Bahnhof. Immer wieder kommt es dort zu Vandalismus, Graffiti-Schmierereien aber auch zu Fahrraddiebstählen. Ein Schwerpunkt liegt für Stamer auch in der Prävention. „Zum einen sind wir in Baugebieten unterwegs und geben Anwohnern Tipps, wie sie sich vor Einbrechern schützen können, wenn wir Defizite bei der Sicherung der Häuser bemerken. Aber auch in den Schulen sind wir in Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit aktiv, beispielsweise, um Mobbing zu verhindern“, so der Hauptkommissar.

Bei der Polizei stehen in nächster Zeit auch Umbauten an. In Schwarzenbek werden zusätzliche Sanitär- und Umkleideräume benötigt, weil es eine wachsende Zahl von weiblichen Beamten gibt. In Lauenburg steht sogar ein Neubau für die Polizeistation an. Das Polizeirevier Schwarzenbek, zu dem auch die Stationen Lauenburg und Büchen gehören, ist für 44 Kommunen mit 58.247 Menschen und eine Fläche von 447 Quadratkilometern zuständig.

Zur Person

Jens Stamer (50) hat 1988 Bankkaufmann gelernt. Dann entschied er sich aber für den Job bei der Schutzpolizei. Nach Stationen in Ahrensburg, Bad Oldesloe, Reinfeld und bei der Autobahnpolizei in Talkau wechselte der Hauptkommissar im Mai 2017 nach Schwarzenbek und unterstützte den bisherigen Revierleiter Ernst Jenner in der Führungsgruppe. Seit dem 1. Februar ist er Chef im Revier an der Compestraße. Zum Revier gehören 61 Beamte, 27 davon versehen ihren Dienst in Schwarzenbek. In seiner Freizeit geht Stamer gerne joggen und er kickt bei den Ü40-Herren des Sportvereines Wentorf/AS.