Seglergemeinschaft 85

Mit der „Xenia“ gegen den Uhrzeigersinn um die Ostsee

Die Hochseejacht „Xenia“ bei einem Törn auf der Ostsee. In diesem Jahr geht das 13,5 Meter lange Schiff mit 114 Quadratmetern Segelfläche von Konstrukteur Niels Jeppesen auf einen großen Törn.

Die Hochseejacht „Xenia“ bei einem Törn auf der Ostsee. In diesem Jahr geht das 13,5 Meter lange Schiff mit 114 Quadratmetern Segelfläche von Konstrukteur Niels Jeppesen auf einen großen Törn.

Foto: BGZ

Zum 35. Geburtstag geht die Schwarzenbeker Seglergemeinschaft 85 für zweieinhalb Monate im Sommer auf große Tour ins Baltikum.

Schwarzenbek. Die Europastadt hat zwar keinen Hafen, dafür aber eine seit 35 Jahren sehr aktive Seglergemeinschaft mit aktuell 400 Mitgliedern – darunter zahlreiche Jugendliche. Im Jubiläumsjahr gibt es einen ganz besonderen Törn mit der vereinseigenen Hochseejacht der 1985 gegründeten SGS. Im vergangenen Jahr war Kopenhagen und die schwedische Südküste das Revier für den Projekttörn. Diesmal geht es auf der „Xenia“ für zweieinhalb Monate entgegen dem Uhrzeigersinn rund um die Ostsee.

„Baltik Rund“ für 50 Segler

Unter dem Titel „Baltik Rund“ können in diesem Sommer 50 Segler in wechselnden Crews die Ostsee erkunden. „Unser diesjähriger Saisonhöhepunkt ist mit hohem Aufwand durchgeplant. Den Teilnehmern bietet sich somit die einmalige Chance, Länder und Häfen zu besuchen, die bei unseren üblichen 14-Tage-Törns ab Deutschland unerreichbar sind. So ist beispielsweise Helsinki als weitester Punkt der Reise etwa 700 Seemeilen von unserem Heimathafen auf Fehmarn entfernt“, sagt Dr. Nico Scharnagl, Vorsitzender der Seglergemeinschaft.

Sieben Abschnitte bis nach Helsinki und zurück

Bei dem Projekt-Törn 2020 vom 6. Juni bis zum 22. August geht es in sieben Abschnitten von Burgtiefe über Rügen, Danzig, Riga, Tallinn, Helsinki, Stockholm und die schwedische Südküste zurück nach Fehmarn. Bei einigen Abschnitten sind noch Kojen frei.

Die „Xenia“ ist die Hochseejacht des Vereins. Das 13,5 Meter lange Schiff ist eine „X-Yacht 442“ von Konstrukteur Niels Jeppesen mit einem Gewicht von 9,7 Tonnen und Platz für neun Personen. Die Jacht stammt aus dem Jahr 2002 und hat bereits mehrere Schönheitskuren (Refits) hinter sich. „Auch in diesem Winter wurde sie wieder gründlich überholt. Weitere Erneuerungen stehen nach dem Saisonende an“, kündigt Scharnagl an.

Winterzeit für Überholung genutzt

Die Winterzeit hat der Verein aber auch genutzt, um die 20 Jollen auf die neue Saison vorzubereiten, die am 2. Mai um 11 Uhr mit dem Ansegeln auf dem Ratzeburger See am Campingplatz Kalkhütte beginnt.

Der Verein hat dort einen eigenen Steg mit Takelplatz für die 20 Jollen der Klassen 420er, 470er, Teeny, 29er, Laser und Optimist. Ambitionierten Seglern stehen dort auch eine Dyas und ein Hobie-Cat zur Verfügung. Seit einem Jahr haben die Segler auch zentral gelegene Schulungsräume am Markt 11 in Schwarzenbek.

35 Jahre Seglergemeinschaft

1985 wurde die Seglergemeinschaft in Schwarzenbek gegründet. Treibende Kraft war der 2014 verstorbene Bauunternehmer Helmut Großberg, der die SGS bis 2004 führte. Zunächst wurden fünf Jollen angeschafft, die den Mitgliedern am Ratzeburger See zur Verfügung standen, wo der Verein noch heute in Kalkhütte am Ostufer sein Quartier hat. Die Hochseetörns wurden in der Anfangszeit mit Charterjachten durchgeführt. Bereits 1994 reichten die Vereinsfinanzen zur Anschaffung der ersten eigenen Hochseejacht.