Schwarzenbek

Ausbildungsmesse in neuem Format zündet noch nicht

Leon Johannsen und Jay Stepnitz (v.r. beide 14) beim Reaktionstest. Den haben Azubi Tibor Kuhfeld und seine Kollegen von der Büchener Firma Suatec extra für Ausbildungsmessen gebaut, um schneller mit Schülern in Kontakt zu kommen.

Leon Johannsen und Jay Stepnitz (v.r. beide 14) beim Reaktionstest. Den haben Azubi Tibor Kuhfeld und seine Kollegen von der Büchener Firma Suatec extra für Ausbildungsmessen gebaut, um schneller mit Schülern in Kontakt zu kommen.

Foto: Marcus Jürgensen

Statt einer klassischen Ausbildungsmesse haben sich Schüler und Firmen zum Speed Dating in der Gemeinschaftsschule getroffen.

Schwarzenbek. Das Format ist ungewohnt – sowohl für Schüler als auch Firmenvertreter: Statt auf einer Ausbildungsmesse mit großen Gruppen trafen sie gestern im kleinen Kreis und im persönlichen Gespräch aufeinander – beim Speed-Dating in der Gemeinschaftsschule. Die Idee zu dieser neuen Form der Kontaktaufnahme hatte der stellvertretende Schulleiter Jörg Collenburg, der sich die Unterstützung der Wirtschaftlichen Vereinigung (WVS) sicherte.

Zehn Firmen waren zur Premiere gekommen: Jeweils 50 Schüler der achten Klassen konnten in einer Schulstunde drei Firmen besuchen, deren Ausbildungsberufe für sie interessant klingen. Die Erfahrung zeige, so Collenburg, das auf den großen Ausbildungsmessen die Gruppen zu groß seien, die Schüler keine individuellen Fragen stellen. Bei der intimeren Form des Speed-Datings hätten sie die Gelegenheit, gezielt nachzufragen; von ihren Klassenlehrern wurden sie auf diese Gespräche vorbereitet.

Nächstes Speed-Dating ist für Herbst 2020 geplant

Was gut gedacht war, funktionierte jedoch nur bedingt: Britta Lüdtke, Ausbildungsleiterin in Schwarzenbeks Stadtverwaltung, berichtete von guten Gesprächen mit jungen Besuchern, viele andere Aussteller klagten jedoch über zu stille Schüler, die kaum Fragen stellten. Paul Petzold und Tibor Kuhfeld, Azubis beim Büchener Energieanlagenbauer Suatec, hatten extra eine elektronischen Reaktionstest gebaut, um die Schüler aus der Reserve zu locken. Aber auch dort registrierte Ausbilderin Jaqueline Rottmann viele scheinbar desinteressierte Schüler. Die gab es auch bei Bankkauffrau Julia Schindel: „Vielleicht sind die Gruppen zu klein. In größeren Gruppen trauen sich die Schüler vielleicht mehr“, mutmaßte die Ausbildungsbeauftragte.

Die Erfahrungen der Unternehmen wie auch die der Schüler will Collenburg nun zusammentragen und in die Planung des nächsten Speed-Datings einfließen lassen. Es wird für den Herbst 2020 geplant. Zudem sollen im Frühjahr auch die Eltern der Gemeinschaftsschüler zum Berufsfindungsangebot der Schule befragt werden: „Wir wollen unter anderem wissen, ob sich Schüler und Eltern bei der Berufsfindung von uns gut unterstützt fühlen“, erläutert Collenburg.

Trotz aller Kritik: Die Firmen wollen auch am nächsten Speed-Dating wieder teilnehmen. Die gute Nachricht für die Schüler: Alle Unternehmen haben sowohl noch Praktikums- als auch Ausbildungsplätze im Angebot.