Schulprojekt

Diese Schüler lassen sich von Fake News nicht irreführen

Romaissa El Kaddouri (li) und Ena-Mia Ohst kamen im Projekt „Fake Hunter“ den Falschmeldungen auf die Spur.

Romaissa El Kaddouri (li) und Ena-Mia Ohst kamen im Projekt „Fake Hunter“ den Falschmeldungen auf die Spur.

Foto: Monika Retzlaff

Wie überprüft man den Wahrheitsgehalt einer Nachricht? In Zeiten von Fake News eine wichtige Frage, der Schwarzenbeker Schüler nachgegangen sind.

Schwarzenbek.  Sie sehen aus wie seriöse Nachrichten, verbreiten aber Lügen und falsche Informationen – Fake News. Doch wie können Falschmeldungen entlarvt werden? Die Teilnehmer des Planspiels „Fake Hunter“ der Klasse 8 e an der Schwarzenbeker Grund- und Gemeinschaftsschule begaben sich auf Spurensuche.

Deutschlehrerin Anke Ramke und Amelie Kroll, Bibliothekarin in der Stadtbücherei Schwarzenbek, begleiteten die Schüler dabei. Das Planspiel hat die Büchereizentrale Schleswig-Holstein erarbeitet. Dafür wurde die Internetseite „Super News SH“ geschaffen, vollgepfropft mit 15 Nachrichten, die sich gut lesen, deren Wahrheitsgehalt aber zweifelhaft ist. Etwa die Story über das Stadion von Holstein Kiel, das bereits jetzt für die 1. Bundesliga geeignet sein soll, illustriert mit einem aktuellen Foto der Arena.

Die Schüler fanden heraus: Abgebildet ist gar nicht das Kieler Stadion, sondern das Baseball-Stadion in Denver im US-Bundesstaat Colorado. Hinzu kommt: Autor Tom-Christian Röhrau gibt es anscheinend gar nicht, im Netz ist nichts über ihn zu finden.

Auch die anderen Autoren der Seite mit den 15 Nachrichten gibt es nicht. Ihre Kurzbiografien wirken bereits auf den ersten Blick unglaubwürdig. Wer macht denn schon mit 16 das Abitur und innerhalb von zwei Jahren seinen Bachelor wie die angebliche Journalistin Henrieke Rothenheer.

Gefälschte Biografienund getürkte Fotos

„Mit dem Planspiel sollen Jugendliche für Falschinformationen sensibilisiert werden“, sagt Amelie Kroll. Während des Projektes lernen sie daher Prüfwerkzeuge kennen, die Lügen überführen können. Zunächst wird geklärt, ob es die Quellen der Information und diejenigen, die zitiert werden, überhaupt gibt. Außerdem werden der Autor und das Impressum geprüft. Gibt es diese Personen wirklich? Ein weiteres Prüfmerkmal sind die Fotos. Die Schüler waren sich einig: Symbolfotos erwecken wenig Vertrauen, weil sie nicht authentisch den Gegenstand der Nachricht abbilden. Geprüft wurden auch Zeitangaben. Denn manchmal handelte es sich um einen alten Artikel, der einfach neu ins Netz gestellt wurde.

„Wir haben bisher neun von 15 Nachrichten auf der Internetseite überprüft. Alle sind Falschmeldungen. Die Autoren gibt es gar nicht und oft sind die Bilder falsch“, sagt Ena-Mia Ohst. Die Jugendlichen lernten auch: Beim Entlarven der Lügen helfen der gesunde Menschenverstand, präzise Beobachtungen und das eigene Wissen.

Dass die Fastfood-Kette Burger King von McDonalds aufgekauft wurde und Zucker ein Heilmittel sein soll – auf diese Schlagzeilen fielen sie deshalb schon ohne weitere Recherche nicht herein.