Nahverkehr

Citybus soll Schwarzenbeks Wohngebiete besser anbinden

Mit dem Bus von Geesthacht nach Schwarzenbek:  Die Linie 8870 fährt in der Europastadt unter anderem die Kollower Straße und die Königsberger Allee an

Mit dem Bus von Geesthacht nach Schwarzenbek: Die Linie 8870 fährt in der Europastadt unter anderem die Kollower Straße und die Königsberger Allee an

Foto: Stefan Huhndorf

Wer am Stadtrand von Schwarzenbek wohnt und nicht Auto fährt, der hat ein Problem. Es fehlt ein Citybus. Das könnte sich ändern.

Schwarzenbek. Mit der Buslinie 8810 geht’s vom S-Bahnhof Bergedorf über den Halt am Schwarzenbeker Bahnhof nach Mölln. Die Linie 8860 fährt von Lauenburg, die 8870 von Geesthacht und der 8880 von Trittau in die Europastadt – und natürlich auch wieder zurück, dazu kommen Schulbussse. Tagsüber zumeist im Stundentakt, zur Hauptverkehrszeit sogar alle 30 Minuten, fahren Busse durch Schwarzenbek. Das Problem: Die Busse verkehren fast ausschließlich auf den Hauptstraßen B 207, B 209 und B 404. Sie drehen nur auf ihrer Fahrt zum Schwarzenbeker Bahnhof eine Runde durch das Stadtzentrum. Einzelne Ortsteile sind dagegen aktuell nicht an den ÖPNV angebunden.

Impuls von der Einwohnerversammlung

Seit der Einwohnerversammlung im August in der Diskussion ist innerstädtischer Busverkehr – über Schulbusse hinaus. „Von den neuen Baugebieten gibt es keine Buslinien zu den Schulen, mitunter sind Haltestellen weit entfernt. Deshalb sind unnötig viele Eltern-Taxis unterwegs“, klagt Familienvater Candy Rudolph.

„Auch für ältere Menschen, die in den Lupus-Park zum Einkaufen wollen, ist das ein Problem. Das Zentrum ist von den Außenbezirken nur mit dem Auto erreichbar“, kritisierte der FWS-Stadtvertreter Bernhard Böttel.

Erster Versuch mit Stadtbus scheiterte

Es gab vor rund einem Vierteljahrhundert versuchsweise eine innerstädtische Buslinie, erinnerte sich Bürgervorsteher Matthias Schirmacher, der in Schwarzenbek aufgewachsen ist. An den Beratungen sogar teilgenommen hat Eberhard Schröder (87), der über mehr als vier Jahrzehnte für die FWS im Stadtparlament saß: „Wir haben die Linie damals eingerichtet, als Anfang der 1990er-Jahre das Baugebiet Mühlenbogen entstanden ist. Es war eine Ringlinie, die täglich fuhr und die einzelnen Stadtteile an das Zentrum angebunden hat.“

Schwarzenbek-Fahrplan als Alternative

Schröder erinnert sich zwar nicht mehr daran, wie viel die Ringbuslinie an Zuschüssen gekostet hat. Wohl aber an deren Ende: „Es fanden sich zu wenig Fahrgäste. Deshalb wurde die Linie nach einiger Zeit wieder eingestellt.“ Als Kompromiss habe es danach einen Schwarzenbek-Fahrplan gegeben. „Er enthielt eine Übersicht über die bestehenden Verbindungen und wie sie am besten für Fahrten im Stadtgebiet genutzt werden können.“

Die Wünsche aus der Einwohnerversammlung greift der Finanzausschuss auf. Als Gast stellt Andrew Yomi, Verkehrsplaner in der Ratzeburger Kreisverwaltung, den Politikern heute die Möglichkeiten und Kosten für den innerörtlichen Busverkehr vor. Die Sitzung in Raum 415/16 des Rathauses, Ritter-Wulf-Platz 1, beginnt um 19 Uhr.