Entscheidung

Kunstrasen kommt mit Verfüllung aus Korkgranulat

Noch Rasen, bald Kunstrasen - der Sportplatz an der Schützenallee wird zur Kunstrasenfläche umgestaltet.

Noch Rasen, bald Kunstrasen - der Sportplatz an der Schützenallee wird zur Kunstrasenfläche umgestaltet.

Foto: Marcus Jürgensen

Schwarzenbeks Bauausschuss entscheidet für Kunstrasenvariante mit Korkfüllung.

Schwarzenbek. Aufatmen bei den Fußballern der Europastadt: Mit fünf Ja-, zwei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen hat der Bauausschuss am Donnerstagabend beschlossen, den an der Schützenallee geplanten Kunstrasenplatz mit einer Verfüllung aus Korkgranulat, das bei der Herstellung von Flaschenkorken und Bodenbelägen anfällt, zu bauen.

Bedenken wegen Umweltschutz

Wie berichtet hatten bei der vorangegangen Sitzung Politiker aus allen Fraktionen aus Klima- und Umweltgründen massive Bedenken am Kunstrasenbelag geäußert, obwohl es im Ausschuss nur um die Art des Belags ging. Der Grundsatzbeschluss für den Kunstrasenplatz war bereits Anfang des Jahres in der Stadtverordnetenversammlung gefallen. Diesmal schwiegen die meisten Kritiker – lediglich Klaus Kamm, Vorsitzender der Schwimmsparte des TSV Schwarzenbek, und der CDU-Vorsitzende Roman Larisch erneuerten ihre Kritik.

Oberboden als „Bauschutt“

Ausschussmitglied Heinz-Werner Rose (SPD) verteidigte die Kritik als legitim und nahm die Kritiker in Schutz, auf die nach der vergangen Sitzung in den sozialen Netzwerken ein „Shitstorm“ niedergeprasselt war. Seine Fragen zu Summen zwischen 750.000 und knapp einer Million Euro bei der Bepreisung konnte Ingenieur Andreas Knoll beantworten: Die Preisunterschiede beruhen auf den unterschiedlichen Qualitäten des Belags – die Variante mit Korkverfüllung liegt mit einem Nettopreis von 19,85 Euro pro Quadratmeter im Mittelfeld. Das größere Problem ist aber der Oberboden des bisherigen Rasenplatzes: Weil Deponieflächen im Land fehlten, müsste dieser teuer als Bauschutt entsorgt werden. Der Boden könnte allerdings auch zur Bodengestaltung etwa für Lärmschutzwälle genutzt werden, was erheblich günstiger wäre.

Problem: Leere Kassen

Trotz Haushaltssperre und wegbrechender Steuereinnahmen könne der Platz laut Kämmerer Jens-Ole Johannsen realisiert werden, weil die Kosten bereits im Haushalt 2019 bereit gestellt wurden. Johannsen machte aber auch deutlich, dass die Stadt mit ihrem Etat für das Jahr 2020 in ein Minus geraten werde – und der Haushalt deshalb von der Kommunaufsicht genehmigt werden müsse.