Stadtvertretung

Klares Bekenntnis der Politiker zum Kunstrasenplatz

Noch Rasen, bald Kunstrasen - der Sportplatz an der Schützenallee soll zur Kunstrasenfläche umgestaltet werden.

Noch Rasen, bald Kunstrasen - der Sportplatz an der Schützenallee soll zur Kunstrasenfläche umgestaltet werden.

Foto: Marcus Jürgensen

Schwarzenbek. Im Bauausschuss haben Politiker den Kunstrasen aus Umweltgründen in Frage gestellt. Jetzt haben die Stadtvertreter zurück gerudert.

Schwarzenbek.  „Wie geht es weiter mit dem Kunstrasenplatz? Wir haben Verletzungen akzeptiert, weil der Rasen nicht mehr gepflegt wurde. Schließlich sollte ja noch in diesem Jahr mit dem Kunstrasenplatz begonnen werden. Jetzt scheint wieder alles offen zu sein“, sagte Hans-Jürgen Hansen, Vorsitzender des SC Schwarzenbek, zu Beginn der jüngsten Stadtvertretersitzung in der Einwohnerfragestunde mit besorgter Miene.

Sportler sind verunsichert

Nicht nur die Kicker vom SC, auch die American Footballer vom TSV und andere Sportler sind durch die Diskussionen während der Sitzung des Bauausschusses im September stark verunsichert, was die Zukunft des Kunstrasenplatzes an der Schützenallee angeht. Parteiübergreifend hatten sich vor gut zwei Wochen Politiker skeptisch geäußert und Bedenken gegenüber Kunststoffgranulat zum Verfüllen des Platzes geäußert, weil so möglicherweise Mikroplastik in das Wasser gelangen könnte. Auch das alternativ einsetzbare Korkmaterial sahen einige wegen des weiten Transportes von Portugal und das dadurch freigesetzte Kohlendioxid kritisch.

Letztlich schien es, als würde das gesamte Projekt auf der Kippe stehen. „Wir stehen zu unserer Entscheidung. Der Kunstrasenplatz kommt. Die kritischen Äußerungen waren in der Fraktion nicht abgestimmt. Wir werden über die Bedenken diskutieren, stehen aber zu unserer Grundsatzentscheidung“, betonte SPD-Fraktionschef Maik Picker. Das sieht offensichtlich die breite Mehrheit der Politiker ebenso, wie an den Stellungnahmen der anderen Fraktionsvorsitzenden deutlich wurde.

Eventuell kommt Kunstrasen ohne Verfüllung

Der Bauausschussvorsitzende Hans-Jürgen Stribrny betonte ebenfalls, dass die Grundsatzentscheidung stehe, jetzt aber noch die Art der Verfüllung abgestimmt werden müsse. Möglicherweise würden sich die Politiker auch für eine neue, teurere Variante des Kunstrasens entscheiden, für die gar keine Verfüllung benötigt wird. Das wäre der modernste und erste Platz dieser Art im Kreisgebiet.

Die nächste Sitzung des Bauausschusses ist für den 7. November vorgesehen. Dann soll auch erneut ein Experte für Fragen der Politiker zur Verfügung stehen. Wenn der Ausschuss sich bei dieser Sitzung tatsächlich ohne weiteren Beratungsbedarf für eine Variante entscheidet, muss die Stadtvertretung noch zustimmen. Die tagt wieder am 21. November. Erst dann kann mit der Ausschreibung begonnen werden, und dann kommt der Winter. Vor dem Frühjahr 2020 dürfte sich also auch bei zügiger Beratungsfolge nicht viel auf dem Sportplatz tun. Zur Erinnerung: Vom Brand des Sportlerheims an der Schützenallee bis zur Einweihung des neuen Sporthauses in diesem Sommer sind drei Jahre vergangen.

Diskussion seit 2011

Auch die Diskussion um den Kunstrasenplatz zieht sich schon einige Jahre. Bereits 2011 gründete sich ein Förderverein, der Geld für den Platz sammelte. Erst im Februar 2019 fiel dann in der Stadtvertretung die Entscheidung für den Bau des Platzes. Eine Million Euro stellten die Politiker für Kunstrasen und Flutlicht zur Verfügung.