Alte Realschule

Entscheidung über Umbau oder Abriss wieder vertagt

Die alte Realschule steht seit vielen Jahren leer, kostet aber 70.000 Euro pro Jahr für den Unterhalt.

Die alte Realschule steht seit vielen Jahren leer, kostet aber 70.000 Euro pro Jahr für den Unterhalt.

Foto: BGZ

Schwarzenbek. Seit Jahren diskutieren die Politiker über die künftige Nutzung des ehemaligen Realschule. Einigen konnten sie sich bislang nicht.

Schwarzenbek.  „Die endlose Geschichte um die Realschule hat beste Chancen, das Planungschaos um den Hauptstadtflughafen BER zu toppen.“ Mit seiner Kritik zu Beginn der Stadtvertretersitzung am Donnerstagabend steht der pensionierte Lehrer Eugen Prinz nicht allein. Elternvertreterin Katja Estel legte noch einen drauf. „Es ist ein Unding, dass der zuständige Sonderausschuss nach einem Jahr nicht mehr erbracht hat, als dass es keine Lösung gibt. Der alte Kasten, wie ein SPD-Politiker ihn genannt hat, könnte unsere Probleme mit fehlenden Klassenräumen und Kita-Plätzen lösen.“

Ein Jahr Arbeit ohne Ergebnis

Der Vorsitzende des Sonderausschuss ist nach einem Jahr Arbeit ohne greifbares Ergebnis jedoch anderer Meinung. „Wir wissen jetzt, dass der Abriss 700.000 Euro kostet, für einen Umbau 6,2 Millionen Euro fällig werden und ein Neubau mit 11,2 Millionen Euro zu Buche schlägt. Das ist sehr wohl ein Ergebnis, für das sich die Arbeit gelohnt hat“, meint Oliver Panak (Grüne).

Diese Sichtweise teilen allerdings nicht alle Schwarzenbeker Politiker. „Wir drehen uns laufend im Kreis, ohne entscheidungsfähig zu sein. Beschlüsse werden immer wieder in Frage gestellt. Die Realschule hat uns, seitdem sie leer steht, an Unterhaltungskosten und für den Umbau zur Sammelunterkunft 2,5 Millionen Euro gekostet. Wir sollten sie jetzt endlich umbauen und auch für schulische Zwecke nutzen“, forderte FDP-Fraktionschef Helmut Stolze.

„Ein Beschluss ist heute nicht vorgesehen. Es geht nur um eine Information des Sonderausschusses. Die Fraktionen sollten sich jetzt zusammensetzen, damit wir hoffentlich für die nächste Stadtvertretersitzung am 21. November einen Beschlussvorschlag bekommen und die Weichen stellen können“, appellierte Bürgervorsteher Matthias Schirmacher (Grüne) an die Politiker.

Lösung für Centa-Wulf-Schule

Ein bisschen haben die Politiker den Druck allerdings gelindert. Ein wichtiges Thema für die Frage Umnutzung der Realschule oder Neubaus war die Unterbringung des Förderzentrums Centa Wulf. Wegen der Raumnot in der Grundschule Nordost muss das Förderzentrum dort ausziehen. Ein schneller Umzug wäre bei beiden Varianten nicht möglich gewesen, da ein Umbau der Räume etwa drei Jahre dauern dürfte, ein Neubau sogar vier bis fünf Jahre.

Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung beschlossen die Politiker, Räume in einem geplanten Gewerbeneubau im Lupuspark für die Schule anzumieten. Der Investor will die Immobilie so erstellen, dass sie den Bedürfnissen der Schule gerecht wird. Damit würde das Förderzentrum zwar nicht in die Stadtmitte rücken, wie es sich Leiterin Viola Hüfner wünscht. Aber im Lupuspark hatte die Schule in der Vergangenheit bereits viele Jahre ihr Domizil.