Coworking-Space

Die „Zukunft der Arbeit“ steht im Hinterhof

CDU-Politiker Norbert Brackmann schaut Stefan Kluckert, der als Erster den Coworking-Space nutzte, über die Schulter.

CDU-Politiker Norbert Brackmann schaut Stefan Kluckert, der als Erster den Coworking-Space nutzte, über die Schulter.

Foto: Timo Jann

Schwarzenbek. Ein Container, drei Arbeitsplätze mit Breitbandanschluss – das ist der Coworking-Space.

Schwarzenbek. Stefan Kluckert war am Montag der Erste: Er nutzte den neuen Coworking-Arbeitsplatz auf dem rückwärtigen Hof des früheren Ärztehauses an der Lauenburger Straße noch vor der offiziellen Einweihung am Nachmittag für einige Arbeiten. Kluckert ist Mitarbeiter einer großen Bundesbehörde und wollte testen, ob das Konzept funktioniert.

Lounge-Atmosphäre im Hinterhof

„Ich engagiere mich gewerkschaftlich und bin auch im Personalrat. Heute ist es ja so, dass man nicht mehr unbedingt über weite Wege zur Arbeitsstelle fahren muss, sondern dass man sich dort nur noch selten blicken lassen muss. Zuhause, mit dem Trubel umhertobender Kinder, hat man aber vielleicht nicht die Ruhe, die man hier findet“, zog er ein positives Fazit. Drei Arbeitsplätze sind mit moderner Ausstattung in einem umgebauten Container untergebracht. Zum Hof hin öffnet sich eine gläserne Fassade, seitlich gibt es eine Eingangstür. Vor dem Container lädt eine Terrasse zu Pausen ein.

Kreis fördert vierwöchiges Projekt

Das Projekt wird vom Kreis gefördert, in Winfried Kober, Chef von ID Nord, wurde schnell ein Mitstreiter für die Idee gefunden. Er stellt seinen Hof zur Verfügung und sorgt für die nötige Datenleitung. „Wer wenn nicht ein Netzwerker sollte so etwas unterstützen“, sagt Kober. Den Container stellt die Firma Coworking Land-Genossenschaft, die damit schon durch ganz Schleswig-Holstein getourt ist. Vier Wochen lang können sich Interessierte einen Platz im Container sichern.

Digitalisierung braucht den Austausch

„Es ist ein Nischenprojekt, das wir jetzt starten wollen“, sagt die CDU-Kreistagsabgeordnete Maja Bienwald, die sich dem Thema schwerpunktmäßig widmet. 24 Anmeldungen gibt es. „Digitalisierung ermöglicht uns heute ja fast alles umzusetzen, aber es sind Menschen mit Ideen nötig, die sich auch mit Gleichgesinnten austauschen müssen. Dafür bieten wir hier den Rahmen“, sagt Norbert Brackmann, CDU-Fraktionschef im Kreistag.

Container steht allen offen

Täglich von 9 bis 17 Uhr ist der Container geöffnet. Freiberufler wie Angestellte im Homeoffice können ihn nutzen. „Hoffentlich findet sich jemand, der es fortführt und betreibt“, sagt Bürgervorsteher Matthias Schirmacher. Ulrich Bähr von der Genossenschaft ist sicher: „Das ist die Vision der Arbeit der Zukunft.“