Feuerwehr

Rescue Challenge: Kein Titel, aber dennoch zufrieden

Die Schwarzenbeker Feuerwehrleute während der Weltmeisterschaft in Frankreich im Einsatz. Sie maßen sich als Deutscher Meister in der Unfallrettung mit 34 anderen Teams aus aller Welt.

Die Schwarzenbeker Feuerwehrleute während der Weltmeisterschaft in Frankreich im Einsatz. Sie maßen sich als Deutscher Meister in der Unfallrettung mit 34 anderen Teams aus aller Welt.

Foto: Timo Jann

Schwarzenbek. Um viele Erfahrungen reicher, aber ohne Treppchenplatz, kehren Schwarzenbeks Feuerwehrleute von der WM aus Frankreich zurück.

Schwarzenbek/La Rochelle.  Mit jeder Menge neuer Erfahrungen sind Schwarzenbeks Feuerwehrleute von der Weltmeisterschaft in der Unfallrettung aus Frankreich zurückgekehrt. „Wir sind zwar nicht Weltmeister geworden, was man aber bei den Situationen, die dort für uns komplett neu waren, auch nicht wirklich erwarten konnte. Aber wir haben viele neue Eindrücke mitgenommen“, zog Jan Piossek Bilanz.

Als Deutscher Meister zur WM

Der Zugführer koordiniert das Team, das bei seiner ersten Teilnahme an den von der Vereinigung zur Förderung des deutschen Unfallrettungswesens (VFDU) ausgerichteten Vorentscheid gleich Deutscher Meister wurde und von Mittwoch bis Sonntag deshalb im französischen La Rochelle bei den Welttitelkämpfen am Start war. Drei Unfallszenarien mussten Teamkapitän Jan-Reinhard Riffel und seine Mitstreiter Stella Mau, Lara Drews, Falk Milbrandt, Lars Militzer und Tobias Lahode abarbeiten, deren jeweilige Funktion mit farbigen Schulterabdeckungen gekennzeichnet ist: Weiß ist die Farbe des Gruppenführers, Grün trägt der Trupp für die Sicherung der Fahrzeuge, schwarz sind die für die Rettung der Insassen zuständigen Teammitglieder markiert und grau ist der Medic, der für die medizinische Versorgung der Unfallopfer zuständig ist.

Nagelneue Renaults statt Schrottautos

Zehn, 20 und 30 Minuten hatten sie für die unterschiedlichen Aufgaben Zeit. Internationale Bewerter schauten genau hin, wie die Kommunikation des Teams läuft und wie vorgegangen wird. Riffel: „Wir haben ausschließlich an Neufahrzeugen gearbeitet, die alle Renault zur Verfügung gestellt hatte. Das war schon etwas anderes als bei uns im Training. Wir können ja immer nur mit 15 bis 20 Jahre alten Schrottautos üben.“ Das Team konnte sich zwar während der Meisterschaft auch andere Szenarien anschauen, wusste aber vorab nicht, wie ihre eigenen Aufgaben aussehen würden. Die Retter kommen jeweils aus dem sogenannten Einschluss auf die Übungsfläche, Riffel muss dann als Gruppenführer die Lage erkunden und den Rettungsweg vorgeben. „Wir sind mit unserer Leistung zufrieden“, sagte er.

Positives Feedback von Wertungsrichtern

So sieht es auch Piossek. „Viele der Teams sind schon seit Jahren bei der Weltmeisterschaft dabei, die wissen natürlich, wie es läuft. Wir haben aber ein positives Feedback bekommen, die Bewerter dachten teilweise nicht, dass wir zum ersten Mal am Start waren“, erklärt Piossek, der vor allem ein Problem ausgemacht hat: die Zeit. „Die Bewerter haben uns bestätigt, dass wir bei den Aufgaben auf dem richtigen Weg waren.“

Team macht jetzt Pause bis Jahresende

Das Team gönnt sich jetzt nach Monaten des Trainings und den beiden Meisterschaften eine Pause. Piossek: „Im Januar wollen wir uns zusammensetzen und gucken, wie wir weitermachen. Es war schon eine sehr intensive Zeit.“ Den Titel des Weltmeisters sicherte sich die Feuerwehr aus Bridgend in Wales. Wie bei der Deutschen Meisterschaft auch wurden nur die drei Erstplatzierten ausgezeichnet, für die übrigen Teams gab es eine Bewertung ihrer Leistungen in den verschiedenen Prüfungen.