Zukunftsstrategie

Schwarzenbek: LMT will mit innovativen Maschinen wachsen

LMT Compacting stellt neue Maschine vor. Die F10i produziert staubfrei. Entwickler Jörg Gierds stellt das neue Produkt bei einer internen Präsentation vor.

LMT Compacting stellt neue Maschine vor. Die F10i produziert staubfrei. Entwickler Jörg Gierds stellt das neue Produkt bei einer internen Präsentation vor.

Foto: Stefan Huhndorf

Schwarzenbek. Eine neue Generation von Tablettenpressen und eine Innovation in der Medizintechnikt sollen LMT weiter auf Erfolgskurs halten.

Schwarzenbek. 415 Millionen Euro Umsatz, 2300 Mitarbeiter weltweit, davon die Hälfte am Hauptstandort am Firmensitz in Schwarzenbek. Die LMT Group steuert weiter auf Erfolgskurs und der Sprecher der Geschäftsführung, Olaf J. Müller, will mit der Zukunftsstrategie 2025 dafür sorgen, dass das auch so bleibt. Allerdings wird das Fahrwasser schwieriger.

„Tabletten und Kapseln werden auf absehbare Zeit
die Hauptdarreichungsformen für Medikamente bleiben“, sagt der Geschäftsführer. Und mit seinen Tablettenpressen ist LMT Weltmarktführer. Aber auch der Anteil hochwirksamer Medikamente werde zunehmen, von denen nicht mehr so große Stückzahlen benötigt würden; wie auch die Differenzierung zunehmen werde. „Vor einigen Jahren gab es zehn Blockbuster, mit denen alle Krankheiten geheilt wurden. Heute gibt es 50 führende Medikamente und die Zahl wird weiter steigen“, sagt Müller.

185.000 Euro Förderung für neue Frästechnologie

Das setzt voraus, dass Maschinen in den Pharmafirmen schneller umgerüstet werden müssen, um möglichst schnell, möglichst viele unterschiedliche Tabletten herstellen zu können. Ein Schritt in diese Richtung soll die neue Maschinengeneration machen, die LMT jetzt bei einer internen Präsentation in Schwarzenbek vorgestellt hat und die im November in China Weltpremiere feiert.

„Die neue Baureihe arbeitet staubfrei. Es dringt kein Produktionsstaub nach außen damit ist der Reinigungsaufwand geringer und auch das Gesundheitsrisiko für die Mitarbeiter sinkt. Außerdem lässt sie sich über ein iPad steuern und die Produktionsdaten sind über eine App weltweit in Echtzeit ablesbar“, erläutert Entwickler Jörg Gierds.

„Erstmals haben wir auch nicht eine Maschine, sondern eine Plattform ähnlich wie im Automobilbau entwickelt. So können mit hohem Gleichteilanteil verschiedene Maschinen mit unterschiedlichen Kapazitäten bauen. Das spart Kosten“, sagt Müller.

Kapseln und Tabletten bleiben weiter wichtig

Mit einer vor einem Jahr vorgestellten Maschine versucht LMT, auch in den Markt für Medikamentenkapseln vorzudringen, da viele Käufer der Tablettenpressen auch Kapseln herstellen. Laut Müller ist es die beste Maschine der Welt, allerdings hat noch keine die Produktion aufgenommen. „Wir befinden uns in diesem Bereich noch in einem Lernprozess. Bei den Tablettenpressen blicken wir auf
80 Jahre Erfahrung zurück, das fehlt uns im Kapselbereich“, räumt der Geschäftsführer ein.

Auch die Werkzeugsparte will sich künftig mit im medizinischen Bereich tummeln. LMT-Tools entwickelt ein neuartiges Fertigungsverfahren für die Herstellung individueller Medizinprodukte wie Implantate oder Prothesen. „Für Medizinprodukte werden oft Kobalt-Chrom oder Titanlegierungen verwendet. diese Metalle sind schwer zu bearbeiten. Unser Ziel ist es, ein Frästechnologie zur Nachbearbeitung 3D-gedruckter Medizinbauteile zu entwickeln“, erläutert Uwe Kretzschmann das neue Geschäftsfeld von LMT-Tools.

Vom Bundesforschungsministerium wird dieses Projekt mit 185.000 Euro gefördert, teilte der CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann aus Lauenburg mit. „Wir freuen uns sehr über die Förderung. Das unterstreicht unsere hohe Innovationskraft“, so Kretzschmann.