Klimaschutz

Schwarzenbeker wollen zur Einheit Bäume einbuddeln

Einwohnerversammlung in Schwarzenbek zum Klimaschutz (v. l.): Kirstin Boltz, Olaf Dreyer und Matthias Schirmacher.

Einwohnerversammlung in Schwarzenbek zum Klimaschutz (v. l.): Kirstin Boltz, Olaf Dreyer und Matthias Schirmacher.

Foto: Stefan Huhndorf

Schwarzenbek. Am Tag der Deutschen Einheit wollen Schwarzenbeker im Stadtgebiet Bäume pflanzen. Einen Antrag haben sie an die Politik gestellt.

Schwarzenbek.  Vermeidung von Plastikmüll, Einkaufsgemeinschaften sollen Verpackung sparen und eine Baumpflanzaktion für ein besseres Klima: Die Schwarzenbeker haben einige Ideen bei der ersten Einwohnerversammlung von Bürgervorsteher Matthias Schirmacher (Grüne) im Gepäck gehabt. Es kamen zwar nur knapp 30 Einwohner und Politiker, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Umweltkonto für Klimaschutzprojekte

Gabriele Dahlheim regte ein Umweltkonto an, auf das Bürger Geld für Klimaschutzprojekte in der Stadt spenden könnten. Außerdem forderte sie spontane Aktionen, die für den Klimaschutz mobilisieren. Renate Grunert hatte die Idee, am „Einheitsbuddeln“ teilzunehmen. Die Aktion hat die Spendenplattform „betterplace“ ins Leben gerufen, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) unterstützt das Projekt. Der Gedanke ist, am Tag der Deutschen Einheit 83 Millionen Bäume zu pflanzen – einen für jeden Einwohner.

Die Bürger trafen den Beschluss, an dieser Aktion teilnehmen zu wollen und hoffen auf Zuschüsse von der Stadt. Durch das Votum der Einwohnerversammlung müsse sich die Stadtvertretung auf ihrer Sitzung am 26. September mit dem Bürgerwunsch befassen, so Bürgervorsteher Matthias Schirmacher.

Wenig Flächen für Baumpflanzungen

Allerdings warnte Bauamtsleiter Ralf Hinzmann, dass die wenigen der Stadt noch zur Verfügung stehenden freien Brachflächen auch als Ausgleichsflächen für künftige Bauprojekte genutzt werden müssten. Sobald diese mit Bäumen bepflanzt werden würden, wären sie als Waldstück in der Bewirtschaftung und könnten nicht mehr als Grünausgleich genutzt werden.

„Es gibt genug Wege in Baugebieten, an deren Rand Bäume gepflanzt werden könnten“, hielt Renate Grunert dagegen.

Bürger vermissen innerstädtischen Bus

Ebenfalls in der Diskussion ist die fehlende innerstädtische Buslinie. „Von den neuen Baugebieten gibt es keine Buslinien zu den Schulen, mitunter sind sogar die Haltestellen sehr weit entfernt. Deshalb sind unnötig viele Eltern-Taxis in der Stadt unterwegs“, sagte Familienvater Candy Rudolph. „Auch für ältere Menschen, die in den Lupus-park zum Einkaufen wollen, ist das ein Problem. Das Zentrum ist nur mit dem Auto erreichbar“, kritisierte Bernhard Böttel, der auch für die Wählergemeinschaft FWS in der Stadtvertretung sitzt.

Werben für Bürgerenergiegemeinschaft

Eine weitere Idee brachte Ralph Urban ein. Er warb für eine Bürgerenergiegemeinschaft, die gemeinsam den Bau von Solaranlagen und Wärmedämmung vorantreiben könnte. „Dafür brächten wir eine städtische Anschubfinanzierung und professionelle Hilfe, beispielsweise durch die Klimaschutzbeauftragte Kirstin Boltz“, sagte der Schwarzenbeker. Schirmacher sicherte dem Sprecher im Ortsverband der Grünen seine Unterstützung zu.

„Dazu müssen wir ein Konzept entwickeln. Ich werde zeitnah eine Versammlung zu diesem Thema organisieren“, sagte Schirmacher. Bauamtsleiter Ralf Hinzmann wies aber darauf hin, dass Solarenergie nur wirtschaftlich ist, wenn der Strom vom Erzeuger selbst verbraucht wird.