Sonderausschuss

Umbau der Realschule zum Bildungszentrum gescheitert

die ehemalige Realschule steht seit 2009 leer.

die ehemalige Realschule steht seit 2009 leer.

Foto: BGZ

Schwarzenbek. Die Zukunft der alten Realschule bleibt weiter offen. Der Sonderausschuss, der eine Folgenutzung finden sollte, hat sich aufgelöst.

Schwarzenbek.  „Wir wissen, dass sich die Realschule für 1,2 Millionen Euro nicht zum Bildungszentrum umbauen lässt und haben die Kosten für Um- und Neubau ermittelt“, sagte Heinz Werner Rose (SPD) am Dienstagabend bei der siebten und letzten Sitzung des Sonderausschusses „Umnutzung alte Realschule“. „Der Ausschuss hat seine Arbeit erledigt, auch wenn wir keine Entscheidung getroffen haben. Jetzt liegt es an den Stadtvertretern“, so das Fazit von Oliver Panak (Grüne), Vorsitzender des Gremiums.

Kosten für Leerstand laufen weiter

Auch wenn die meisten Politiker das „Erreichte“ als Erfolg sehen, ist das Projekt Bildungszentrum während der einjährigen Beratung keinen Schritt weitergekommen. „Wir stehen wieder bei null“, wetterte Helmut Stolze (FDP). Es sind außer dieses Erkenntnisgewinns weitere Kosten entstanden – für die Sitzungsgelder, für den Unterhalt der seit 2009 leer stehenden Realschule (alleine das kostet 70.000 Euro im Jahr) und den Planer Karl Arnim Samsz, der die Kosten für Um- und Neubau ermittelt hat. Auch die Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2014 hat 30.000 Euro gekostet.

Eigentlich hatte Panak den Mitgliedern des Sonderausschusses vor der Sommerpause mit auf den Weg gegeben,in den Fraktionen zu entscheiden, ob es einen Umbau (6,1 Millionen Euro) oder einen Neubau 11,1 Millionen Euro) geben soll. Die von der CDU im Wahlkampf 2018 angeregte Ertüchtigung des aus den 1960er-Jahren stammenden Gebäudes ist seit Monaten vom Tisch.

Nur kleine Fraktionen haben sich entschieden

Doch nur die kleinen Fraktionen waren zu einem Ergebnis gekommen. FWS und FDP favorisieren Umbau, Grüne Abriss und Neubau. SPD und CDU wollen weiter beraten und denken in ganz andere Richtungen. Einen Umbau wollen beide große Fraktionen aber eher nicht. Damit ist das Bildungszentrum auf lange Sicht vom Tisch.

„Wir müssen Prioritäten setzen. Die Raumnot an der Grundschule Nordost und bei der Feuerwehr drängt. Die Zukunft des alten Kastens bewegt mich angesichts der vielen Großprojekte nicht“, sagte Rose.

Erweiterung des Rathauses im Gespräch

Der Bauausschussvorsitzende Hans-Jürgen Stribrny (CDU) betonte: „Wir müssen groß denken, für die nächsten 15 bis 20 Jahre.“ Seine Fraktion will prüfen, nach dem Abriss auf dem Realschulgebäude zwei Kitas unterzubringen und stattdessen das Rathaus zu erweitern, um Platz für Bücherei und Verwaltung zu schaffen – quasi eine Abkehr vom Bildungszentrum.