Raumnot

Teures Provisorium für die Schwarzenbeker Feuerwehr

Vor den vier Garagentoren der Feuerwache zur Lauenburger Straße hin könnte eine provisorische Halle mit drei Toren helfen, die Raumnot der Feuerwehr zu lindern.

Vor den vier Garagentoren der Feuerwache zur Lauenburger Straße hin könnte eine provisorische Halle mit drei Toren helfen, die Raumnot der Feuerwehr zu lindern.

Foto: Timo Jann

Schwarzenbek. Die Erweiterung der Feuerwache in Schwarzenbek wurde lange verschlafen. Jetzt muss ein Provisorium die Raumnot lindern.

Schwarzenbek.  Weil Neubaupläne für eine Feuerwache in Schwarzenbek über Jahre nur schleppend verfolgt wurden, kommen auf die Stadt jetzt enorme Zusatzkosten zu: Varianten für bis zu 300.000 Euro sollen nach Informationen unserer Zeitung diskutiert werden, um übergangsweise dringend benötigten Platz für neue Fahrzeuge zu schaffen.

Eine wie auch immer geartete Leichtbauhalle am Standort der Retter an der Lauenburger Straße muss errichtet werden, um bis zur Fertigstellung des beschlossenen, aber noch nicht geplanten Neubaus, die Raumnot zu lindern. Spätestens im Frühjahr 2020 muss das Provisorium errichtet sein, denn dann stellt die Feuerwehr ein zusätzlich benötigtes neues Löschgruppenfahrzeug in Dienst.

Leichtbauhalle kann später weiter verwendet werden

„Der bei der Feuerwehr nötige Raum steht einfach nicht zur Verfügung“, erklärt Reinhard Schmüser aus dem Bauamt der Stadtverwaltung. Er betont, dass die Leichtbauhalle perspektivisch auch anderweitig nutzbar sein könnte. Fakt ist, dass sie speziellen Anforderungen genügen muss.

Schmüser: „Unter anderem muss die Halle beheizt werden können.“ Denn in der Halle würde sonst bei Frost das Löschwasser in den Tanks der Fahrzeuge gefrieren. Außerdem müssen die Fahrzeuge an Strom und Druckluft angeschlossen werden können. Geplant ist aktuell, eine Halle mit drei Toren vor dem „neuen“ Trakt der Feuerwache zur Lauenburger Straße hin zu errichten.

Platz reicht nicht aus

Derzeit stehen in der Halle die Drehleiter, zwei Löschgruppenfahrzeuge (LF) und ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF). Bis an den Sozialtrakt darf die Halle wegen Brandschutzvorgaben nicht reichen.

1973 war das Gerätehaus für die Feuerwehr errichtet worden, 2000 wurde eine Erweiterung bezogen. Doch auch dieses Gebäude platzt längst aus allen Nähten, weil die wachsende Stadt auch immer neue Anforderungen an die Feuerwehr stellt. „Das zusätzliche Löschfahrzeug, das derzeit im Bau ist, ist eine dieser Anforderungen“, erklärt Feuerwehrchef Thorsten Bettin.

In der alten Halle steht bereits der Rüstwagen auf einem zu engen Stellplatz, und ein Tanklöschfahrzeug sowie der Kommandowagen parken in der Waschhalle. Der Bus der Jugendfeuerwehr wird in der Werkstatt abgestellt.

Neubau soll kommen

Die Stadt und die Feuerwehrunfallkasse als Versicherung der Retter sind sich einig, die Missstände abstellen zu wollen. Nachdem zunächst zwischen Umbau inklusive Erweiterung oder Neubau abgewogen wurde, hatte die Stadtvertretung sich für einen Neubau ausgesprochen. Der soll eigentlich auf den Müssener Wiesen direkt neben der bestehenden Wache errichtet werden. Doch nach Informationen unserer Zeitung konnte sich die Stadt mit dem Landwirt bisher nicht auf einen Ankauf verständigen. Bettin: „Der Standort hier hat sich insgesamt durchaus bewährt, aber es kämen sicher auch andere Flächen infrage.“

So beispielsweise die Fläche neben dem neuen Lidl an der Kerntangente. Das Areal gehört der Stadt, ist aber Ausgleichsfläche. Außerdem ist das Gelände für den möglichen Bau einer Schwimmhalle im Gespräch.

Geld muss bereit gestellt werden

Der Bauausschuss der Stadt soll demnächst über die Halle beraten und dann zu den Haushaltsberatungen die erforderlichen Finanzmittel bereitstellen. „Wir werden natürlich auch mit so einem Provisorium zurechtkommen, aber es ist an der Zeit, endlich ein klares Signal für den Neubau zu senden“, sagt Bettin.

Die gut 100 Retter der Einsatzabteilung, die 25 Mitglieder der Jugendfeuerwehr und die 32 Mädchen und Jungen der „Löschwölfe“, der Kinderabteilung, brauchen Platz. Und zwar nicht nur einen Stellplatz, sondern auch Sozialräume, Schulungsräume, Umkleiden und Sanitärbereiche. Mit einer Fertigstellung dürfte aber realistisch betrachtet nicht vor 2025 zu rechnen sein.