Gastronomie

Neues Leben kehrt in die „Alte Meierei“ ein

Sie wollen die Alte Meierei wieder eröffnen (v. l.): Petra und Zimi Dumani sowie Ekrem und Hyrije Musa. 

Sie wollen die Alte Meierei wieder eröffnen (v. l.): Petra und Zimi Dumani sowie Ekrem und Hyrije Musa. 

Foto: Stefan Huhndorf

Schwarzenbek. Seit 2016 ist die „Alte Meierei“ geschlossen. Jetzt eröffnen Hotel, Restaurant und Festsaal unter neuen Betreibern wieder.

Schwarzenbek.  Überraschender Neustart für einen Gastro-Hotspot in Schwarzenbek: Noch in diesem Herbst soll die Alte Meierei unter neuer Regie wieder eröffnen. Eventuell noch im September, definitiv aber im Oktober. Die befreundeten Ehepaare Dumani und Musa aus Dassendorf sind sich vor mehreren Monaten mit dem Besitzer der Immobilie, Till Preuß, einig geworden und wollen jetzt das traditionsreiche Haus wieder beleben. Preuß bleibt der Besitzer, die beiden Ehepaare haben Hotel, Restaurant und Saal gepachtet.

Der Name bleibt erhalten

„Der Name bleibt. Das ist eine Marke in Schwarzenbek und es ergibt keinen Sinn, eine neue Bezeichnung zu suchen“, sagt Ekrem Musa, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Hyrije das kultige Lokal „Treibhaus“ in einem ehemaligen Gewächshaus am Reinbeker Redder in Lohbrügge betreibt. Die beiden wollen sich schwerpunktmäßig um das Restaurant kümmern.

„Für Schwarzenbek ist das eine gute Nachricht. Wir brauchen einen weiteren Saal für Veranstaltungen. Auch die Hotelkapazitäten reichen bei weitem nicht aus“, sagt Uwe Krützmann, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Vereinigung (WVS), die die Alte Meierei unter dem damaligen Betreiber Detlef Zingler bereits im Jahr 2007 mit dem Wirtschaftspreis ausgezeichnet hat.

Wieder mehr Platz für Veranstaltungen

Auch die Schwarzenbeker dürfte die Wiedereröffnung freuen, denn es fehlte an großen Sälen und Räumen zum Feiern seitdem die Alte Meierei 2016 geschlossen hatte. Deshalb fand auch das Damen-Neujahrsessen nicht mehr statt. Schröders Hotel an der Compestraße konnte die zusätzliche Nachfrage nicht vollständig kompensieren.

Bis zur Neueröffnung der „Alten Meierei“ ist allerdings noch einiges zu tun. Überall im Haus riecht es nach frischer Farbe, das Parkett im frisch gestrichenen Saal muss noch gebohnert werden. „Eine neue Kücheneinrichtung mit modernsten Geräten wird in dieser Woche geliefert. Einen Koch haben wir auch schon“, berichtet Ekrem Musa.

Sein Bruder will sich mehr um das „Treibhaus“ kümmern, er selbst wolle sich zunächst auf das Restaurant der Alten Meierei und den Saalbetrieb konzentrieren.

Vom Seniorenwohnsitz zum Hotelier

Petra Dumani hat gemeinsam mit ihrem Mann Zimi 16 Jahre lang den Seniorenwohnsitz am Sachsenwald mit 21 Plätzen in Wentorf geführt und kürzlich die Einrichtung verkauft. Jetzt wollen sie sich einer neuen Herausforderung stellen. Die beiden werden sich in erster Linie um das Hotel der Alten Meierei mit 20 Zimmern kümmern.

„Es fehlt an Hotelkapazitäten in der Stadt. Wir haben schon Nachfragen von Firmen, die gerne Kunden bei uns unterbringen möchten“, sagt Zimi Dumani. Am Konzept soll sich nichts ändern. „Es wird Feste geben, Hochzeiten, Veranstaltungen und jeden Sonntag einen Brunch“, verspricht Petra Dumani. Auch die beliebten „Cotton Club Partys“ soll es wieder geben.

Von seinem gemütlichen Flair mit den dunklen Holzmöbeln verliert das Restaurant trotz des Umbaus nichts. Den Saal haben die beiden Ehepaare bereits saniert. Wie viel Geld sie in die Renovierung und Modernisierung gesteckt haben, wollen die neuen Betreiber nicht sagen. „Es ist aber sehr viel. Neue Gastronomie erfordert immer sehr viel Mut. Den haben wir“, sagt Ekrem Musa.

Geschichte

Früher wurden an der Meiereistraße wirklich Milch- und Käseprodukte hergestellt. Nach dem Ende der Produktion hatte Investor Peter Preuß das Haus erworben und suchte nun einen erfahrenen Gastronomen. Den fand er in dem 2011 verstorbenen Detlef Zingler. Der gelernte Kfz-Mechaniker mit damals 20 Jahren Gastronomie-Erfahrung eröffnete das Hotel mit Restaurant und Saalbetrieb am 19. Juli 1994 und führte es zum Erfolg.

Zingler hatte sein erstes Restaurant 1973 an der Möllner Straße eröffnet und 1979 den ersten „Cotton Club“ organisiert. Nach seinem Tod übernahm sein Freund Daniel Schmidt die Geschäftsführung.

2015 trennten sich die Wege von Daniel Schmidt und Till Preuß, dem Sohn und Erben von Peter Preuß. Der führte die Alte Meierei noch einige Zeit weiter, schloss das Restaurant aber 2016 aus wirtschaftlichen Gründen. Auch das Hotel ist seit einiger Zeit geschlossen.