Schwarzenbeker Tafel

Die Tafel feiert mit Bratkartoffeln ihren Geburtstag

Die Landtagsabgeordnete Andrea Tschacher (CDU) und Bürgervorsteher Matthias Schirmacher (Grüne) mit Bratkartoffeln, die aus gespendeten Lebensmitteln zubereitet wurden.

Die Landtagsabgeordnete Andrea Tschacher (CDU) und Bürgervorsteher Matthias Schirmacher (Grüne) mit Bratkartoffeln, die aus gespendeten Lebensmitteln zubereitet wurden.

Foto: Marcus Jürgensen

Schwarzenbek. Der DRK-Güterbahnhof ist nicht nur eine Ausgabestelle der Tafel. Er ist zugleich Umschlagplatz für gespendete Lebensmittel.

Schwarzenbek.  Als vor 15 Jahren die Tafel unter dem Dach des DRK gegründet wurde, um bedürftige Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen, hätten die Gründer gestaunt, wie hoch mittlerweile das Spendenaufkommen ist. Im DRK-Güterbahnhof werden palettenweise Lebensmittel angeliefert. Grund: Nicht nur Geschäfte und Supermärkte geben Nahrungsmittel ab, sondern auch Hersteller.

Hersteller spenden palettenweise

Stolz zeigte Tafel-Leiter Antun Moro bei der gestrigen Aktion „Schwarzenbek kocht!“ zum 15-jährigen Bestehen der Tafel das Lager: Marmeladengläser aus Schwartau, Müslipakete von Kölln aus Elmshorn aber auch Dosen voller Geflügelwürste von einem türkischen Hersteller.

Dabei handelt es sich um Restposten oder Fehlbefüllungen. So stimmt etwa bei einer Suppendose der auf dem Etikett angegebene Salzgehalt nicht oder bei der Marmelade ist der Farbton eine Nuance zu hell – gut für die Tafeln. Denn derartige Produkte, so Moro, werden gleich palettenweise abgegeben.

Tafeln kooperieren untereinander

Während von den Geschäften und Supermärkten Frischeprodukte wie Obst und Gemüse sowie Molkereiprodukte kommen, werden die Herstellerspenden nur kurz zwischengelagert und von den Helfern an andere Tafeln weitergegeben.

„Jede Fahrt kostet Geld“, sagt Moro. Deshalb haben die Tafeln ein Netz von überregionalen Verteilstationen geschaffen. Schwarzenbek ist so eine, Segeberg auch: Von dort aus werden die Waren an andere Tafeln weiterverteilt.

Hoher Migrantenanteil

60 bis 70 bedürftige Kunden kommen an den zwei Ausgabetagen: mittwochs von 9.30 bis 10.30 Uhr und freitags von 13 bis 14 Uhr. „Wir hatten mal mehr“, sagt Moro. Als Grund hat er die Vielzahl der Neubürger unter den Tafel-Kunden ausgemacht: 85 Prozent haben mittlerweile einen Migrationshintergrund.

Das habe zunächst zu Problemen geführt. Es habe Pöbeleien und Beschimpfungen gegeben. Folge: Manch älterer deutscher Kunde seien weggeblieben.

Abholtermin nur für Rentner

Die Lage habe sich mittlerweile beruhigt, die damaligen Erfahrungen wirkten bei vielen ehemaligen Tafel-Kunden aber noch nach, so Moro: „Wir versuchen, sie wieder zurückzuholen.“ Helfen soll auch ein spezielles Angebot für Rentner, das am vergangenen Freitag gestartet ist: An jedem dritten Freitag eines Monats gibt es von 9 bis 10 Uhr einen Abholtermin nur für Rentner.

Dieser Termin richtet sich nicht nur an ehemalige Kunden, sondern auch an diejenigen, die sich schämen, um Hilfe zu bitten: Mit Sichtschutzwänden am Eingangsbereich soll ihnen der Einkauf bei der Tafel so leicht wie möglich gemacht werden, der pro Person 2,50 Euro kostet.

Leckeres aus Lebensmittelspenden

Was man aus den gespendeten Lebensmitteln zubereiten kann, zeigten am Sonntag die Helfer des DRK: Außer Bratkartoffeln zauberten sie aus den Spenden auch eine Reis- und eine Nudelpfanne. Beeindruckt vom Angebot und Engagement der 40 Tafel-Helfer zeigten sich Bürgervorsteher Matthias Schirmacher und die CDU-Landtagsabgeordnete Andrea Tschacher.

Unter den Gästen waren aber auch ehrenamtliche Helfer von den Tafeln aus Ahrensbök, Reinfeld und Segeberg. Sie nutzten die Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit ihren Schwarzenbeker Kollegen..