Dressur- und Springturnier

Schwarzenbeker Verein sorgt für Spitzen-Reitsport

Revina Manske und ihr El Sonyadoor nehmen das Hindernis mit Bravour beim Springturnier in Basthorst.

Revina Manske und ihr El Sonyadoor nehmen das Hindernis mit Bravour beim Springturnier in Basthorst.

Foto: Denise Ariaane Funke

Basthorst. Der Reit- und Fahrverein Schwarzenbek organisiert seit Jahren hochklassige Dressur- und Springturniere auf Gut Basthorst.

Basthorst.  Trotz großer Hitze freuten sich die Organisatoren des Reit- und Fahrvereins Schwarzenbek über eine große Beteiligung. Zu der 11. Auflage des Spring- und Dressurfestivals auf Gut Basthorst präsentierten 547 Reiter mit ihren 882 Pferden wie facettenreich der Dressur- und Springsport ist.

International ging es auch zu, unter den Reitern waren elf Nationen vertreten, darunter beispielsweise gebürtige Australier, Brasilianer und Norweger. Erstmalig wurde das Reitspektakel an nur einem Wochenende ausgetragen. Deshalb gab es von Freitag bis Sonntag eine geballte Ladung an Startern zu sehen. Denn 1286 Nennungen waren gemeldet.

Reiter starten in mehreren Disziplinen

Viele Reiter starteten gleich in verschiedenen Disziplinen, um den Aufwand der Anreise wett zu machen. Ein Durchgang durch den Springparcours dauert nämlich nur eine knappe Minute. „Die armen Tiere“, mag sich der eine oder andere Besucher des Turniers bei den hochsommerlichen Temperaturen wohl gedacht haben. Die Hitze machte aber eher den Reitern zu schaffen, denn Pferde sind Steppentiere.

Damit die Reiter nicht allzu sehr ins Schwitzen kamen, hatten die Turnierrichter die sogenannte Marscherleichterung entschieden. Die Reiter durften also ausnahmsweise aufs Jackett verzichten. Wasser benötigten die Organisatoren an diesem Wochenende reichlich. Zum Tränken der Pferde rechnete man im Schnitt mit 20 Litern pro Tier und Tag. Große Mengen Wasser wurden auch benötigt, um den Boden auf dem Reitgelände weich und geschmeidig zu halten. Der Reit- und Fahrverein nutzte dazu rund 800 Kubikmeter Wasser.

Mitgliederschwund durch neue Konkurrenz

Aktuell zählt der Verein 80 Mitglieder. Im vergangenen Jahr waren es noch 100 gewesen. Zum Mitgliederschwund kam es, da in Grove eine Reitanlage eröffnet wurde. Da der Verein kein eigenes Gelände hat, mieten die Mitglieder ihre Tiere in der Schwarzenbeker Umgebung ein. „Der Verein hat es in der Vergangenheit leider verpasst eigenes Gelände zu kaufen“, sagt Heike Krause, Sprecherin des Vereins hat ihre Pferde Capoty und Furby beispielsweise in Groß Pampau untergestellt.

Der Aufwand für Turnierreiter ist groß. Um beim Turnier dabei zu sein nehmen viele Reitsportler eine weite Anreise in Kauf und sitzen fast jedes Wochenende im Sattel. So wie Constantin Meinert. Der 16-Jährige gehört seit zehn Jahren zum Verein. Während der Saison von März bis September ist er fast jedes Wochenende bei einem Turnier dabei. Am kommenden Wochenende startet er mit seinen Springpferden Cinderella und Ballerina in Humtrup an der dänischen Grenze, als nächstes ist dann ein Start im brandenburgischen Neustadt geplant.

Ergebnisse kommen über Funk

Nele Hoffmann (15) gehört seit vier Jahren zum Verein. Ein eigenes Pferd hat sie zwar nicht, dafür aber eine Reitbeteiligung. Beim Turnier hatte die Teenagerin jede Menge zu tun. Über ein Funkgerät trudelten die Ergebnisse der Dressurreiter in ihrer „Zentrale“, einem Pferdeanhänger ein. Die Bewertungen notierte die 15-Jährige akribisch auf einer Tafel, damit die Dressurreiter im Blick hatten, wie sie gegenüber der Mitkonkurrenten abgeschnitten hatten.

Heike Krause und ihre beiden Töchter Helena und Svenja Jürgensen haben noch nie einen größeren Familienurlaub im Ausland verbracht. Denn der Reitsport ist nicht gerade ein Schnäppchen. So kostet die Unterbringung fürs Pferd im Schnitt 150 bis 500 Euro im Monat. Wer einen Beritt dazuhaben will zahlt monatlich um die 800 Euro – hinzu kommen Kosten für Tierarzt, Schmied und Versicherung.