Großeinsatz

Brand im Späne-Silo: Explosionsgefahr bei Hitscher

Feuerwehrleute kontrollieren auf dem Dach des Späne-Silos von Hitscher, wie weit sich das Feuer ausgebreitet hat.

Feuerwehrleute kontrollieren auf dem Dach des Späne-Silos von Hitscher, wie weit sich das Feuer ausgebreitet hat.

Foto: Timo Jann

Schwarzenbek. Bei einem Brand im Späne-Silo von Hitscher herrschte Explosionsgefahr. 30 Feuerwehrleute verhindern Katastrophe.

Schwarzenbek.  Feueralarm bei der Firma Hitscher Transportverpackungen an der Industriestraße am Donnerstagnachmittag: Im Spänesilo der Firma, die aus Holz große Transportkisten für die Industrie herstellt, war es gegen 13.15 Uhr vermutlich aufgrund eines technischen Defekts zu einem Brand gekommen. Ein Feuerwehrmann brach während der schweißtreibenden Löscharbeiten bei 38 Grad Lufttemperatur am Einsatzort mit Kreislaufschwäche zusammen. Er wurde vom Rettungsdienst versorgt. Während der Löscharbeiten stand die Produktion still.

100 Mitarbeiter bringen sich in Sicherheit

„Zunächst hatte unsere Brandmeldeanlage ausgelöst und uns einen Brand im Spänesilo gemeldet. Bei der Kontrolle stellten wir dort eine Rauchentwicklung fest und haben daraufhin sofort die Feuerwehr angefordert“, berichtete Mitarbeiter Davor Morow. Die mehr als 100 Beschäftigten des Unternehmens brachten sich wegen der möglichen Explosionsgefahr umgehend in Sicherheit.

„Die Lage war nicht ungefährlich, bei einem Feuer in einem Silo droht schnell eine Staubexplosion. Die Folgen wären verheerend“, bestätigt Einsatzleiter Timo Lehmann. Der Zugführer der Schwarzenbeker Feuerwehr konnte 30 Einsatzkräfte aus Schwarzenbek, Elmenhorst und Talkau einsetzen.

Kontrolle von der Drehleiter aus

Zunächst wurde die Drehleiter ausgefahren, das gut zehn Meter hohe Silo von oben kontrolliert. Lehmann: „Wir mussten prüfen, bis in welche Bereiche sich das Feuer schon ausgebreitet hat.“ Eine Förderschnecke hätte einen begrenzten Schwelbrand rasch großflächig verteilen können.

Nachdem im oberen Bereich des Silos noch kein Brand festgestellt werden konnte, ging es unten an die Entleerung. An das Spänesilo ist eine Heizungsanlage angeschlossen, die für die Warmwassererzeugung und die Trockenkammer für Holz auch im Sommer läuft.

Feuerwehrmann kollabiert

Durch Atemschutz geschützt holten Feuerwehrleute große Mengen brennender Holzspäne aus dem Silo. Die Späne fallen bei der Produktion an und werden für die Heizungsanlage gesammelt. Draußen wurden die Späne in einen Container gekippt und abgelöscht. „Diese Arbeiten unter Atemschutz sind bei den Außentemperaturen unglaublich anstrengend. Dabei ist ein Kamerad kollabiert“, berichtet Lehmann.

Die Besatzung eines Rettungswagens kümmerte sich um den Mann. Retter, die nicht ganz vorn arbeiteten, durften ihre Schutzjacken ausziehen.„Wir sind froh, dass es noch relativ glimpflich abgegangen ist“, sagten die Geschäftsführer Arne Eckartsberg und David Pretzer. Sie hatten der Feuerwehr in der Vergangenheit schon Übungen im Betrieb ermöglicht.

Arne Eckartsberg: „Wir verarbeiten große Mengen Holz. Deshalb sind wir froh, wenn die Feuerwehr Ortskenntnisse hat.“