Spenden

Schon 4500 Euro für die Fahrt zur Feuerwehr-WM

Sven Nelke und Jan Piossek (r.) sind als Trainer im französischen La Rochelle dabei: Sie zeigen Spender Günther Studt einen rund 22 Kilogramm schweren, hydraulischen Spreizer (englisch: "spreader").

Sven Nelke und Jan Piossek (r.) sind als Trainer im französischen La Rochelle dabei: Sie zeigen Spender Günther Studt einen rund 22 Kilogramm schweren, hydraulischen Spreizer (englisch: "spreader").

Foto: Marcus Jürgensen

Schwarzenbek. Rund 12.000 Euro kostet die Reise zur Feuerwehr-WM ins südfranzösische La Rochelle. Bürger haben bereits 4500 Euro gespendet.

Schwarzenbek.  Kein Schimpfwort kam über ihre Lippen, wenn eine Aktion nicht so funktionierte, wie gedacht. „Ich hab’ es an ihren Augen gesehen, wenn etwas nicht klappte – aber keiner hat geflucht“, beschreibt Jan Piossek, Zugführer und einer der Trainer des „Rescue Challenge Teams“ der Freiwilligen Feuerwehr, eines der Geheimnisse ihres überraschenden Erfolgs bei der deutschen Meisterschaft in Hemer (wir berichteten). Wehrführer Thorsten Bettin, der die Titelkämpfe als Zuschauer besuchte, nennt es eine „disziplinarische Meisterleistung“, die auch von den Wertungsrichtern honoriert wurde.

World Rescue Challenge in Südfrankreich

Der Lohn: Die Schwarzenbeker dürfen Deutschland jetzt bei der „World Rescue Challenge“, der Weltmeisterschaft der Feuerwehrleute, im südfranzösischen La Rochelle vertreten. Geplant sei das nicht gewesen, sagt Bettin: Weder der Sieg in Hemer noch die Reise vom 12. bis 15. September nach Frankreich. „Wir hatten gedacht, die WM wäre erst im kommenden Jahr“, so der Wehrführer, deshalb war im städtischen Haushalt auch kein Geld für die Reise eingestellt.

Bürger spenden für ihre Feuerwehr

Mittlerweile hat Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig außerplanmäßig 12.000 Euro bereitgestellt, die Feuerwehr versucht die Belastung durch eine Spendensammlung jedoch so gering wie möglich zu halten. Aktuell sind bereits 4500 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen.

Die größte Einzelspende in Höhe von 1500 Euro hat Bauunternehmer Günter Studt geleistet: „Ich bin begeistert davon, was unsere Feuerwehrleute geleistet haben.“ Lob und Anerkennung gab es auch von den übrigen Wehren im Kreis, sagt Piossek, der in der Kreisfeuerwehrzentrale in Elmenhorst als Ausbilder tätig ist: „Dort wurde der Meistertitel sehr freudig aufgenommen.“

Teilnehmer pauken jetzt englisch

Auch wenn der Wettkampf eine Ausnahmesituation ist, fließen die Erfahrungen in den normalen Feuerwehralltag ein. So paukt das sechsköpfige Wettkampfteam, zu dem auch vier Ersatzleute und weitere vier Betreuer gehören, gerade Kommandos auf englisch.

„Das ist bei der WM vorgeschrieben“, sagt Piossek: „Zumindest Gruppenführer Jan Reinhard Riffel und die für die Patientenbetreuung zuständige Lara Drews müssen auf jeden Fall englisch miteinander sprechen. Wir bemühen uns aber, dass alle Kommandos im Team auf Englisch erfolgen.“

Von Erfahrungen profitieren alle Retter

Das Einüben komme letztlich der ganzen Wehr zugute: „Es ist für uns alle wichtig, weil wir es bei Unglücken zunehmend mit ausländischen Unfallopfern zu tun haben, die nicht deutsch sprechen“, so Bettin. „Für uns ist es aber auch toll zu sehen, wie andere Feuerwehren arbeiten“, sagt Piossek. So setzen die Amerikaner etwa Presslufthämmer ein, wo die deutschen Retter mit hydraulischer Schere („scissors“) oder Spreizer („spreader“) arbeiten.

Schrottautos zum Üben gesucht

Wer die Feuerwehr bei ihrer Reise nach La Rochell unterstützen will: Die Stadt Schwarzenbek hat unter dem Stichwort „Feuerwehr-WM“ ein Spendenkonto bei der Raiffeisenbank Lauenburg eingerichtet. IBAN: DE59 2306 3129 0000 4917 01. Kassenzeichen: PK 01-00 20 44 44. Neben Geld- sind auch Sachspenden willkommen: Die Feuerwehrleute benötigen zum Üben noch einige Autowracks.