Stadtspiel

Mit Kind und Kegel ins Zeltlager von Tillhausen

Für die DRK-Helfer Mandy Christin Meyer und Lasse Schmidt opfern für Tillhausen ihren Urlaub und ziehen mit ihren Kindern Liara Isabell (5 Monaten) und Fynn Ian (3) für zehn Tage ins Großraumzelt, dass sie sich mit einem weiteren Ehepaar teilen. 

Für die DRK-Helfer Mandy Christin Meyer und Lasse Schmidt opfern für Tillhausen ihren Urlaub und ziehen mit ihren Kindern Liara Isabell (5 Monaten) und Fynn Ian (3) für zehn Tage ins Großraumzelt, dass sie sich mit einem weiteren Ehepaar teilen. 

Foto: Marcus Jürgensen

Mölln/Schwarzebek. Wenn am Donnerstag, 11. Juli, das Stadtspiel endet, haben die ehrenamtlicher Helfer des DRK 10.000 Mahlzeiten serviert.

Mölln/Schwarzenbek.  Baby Liara Isabell schlummert im Kinderwagen, währenddessen stehen die ehrenamtlichen Helfer im DRK-Versorgungszelt Schlange, um mit dem fünf Monate alten Säugling spazieren zu fahren. Bruder Fynn Ian tobt derweil allein über das mit Zäunen gesicherte Gelände, denn Mutter Mandy Christin Meyer und Vater Lasse Schmidt müssen den Abwasch erledigen, Gemüse schnippeln und das Essen kochen – für 300 Kinder und 150 Betreuer. Die beiden Lauenburger gehören zu einem 20-köpfigen Team von Rotkreuzlern, die unter Führung des DRK-Ortsverbands Schwarzenbek in Tillhausen für die Verpflegung der Stadtspiel-Teilnehmer sorgen.

Essen für 300 Kinder und 150 Helfer

Als die 300 Kinder am Dienstag vergangener Woche das Zeltlager am Rande des Möllner Luisenbades bezogen, waren die DRK-Helfer schon da. Meyer und Schmidt sind mit ihren Kindern in ein Mannschaftszelt gezogen, das sie sich während des zehntägigen Spiels mit einem weiteren Ehepaar teilen.

Lasse Schmidt war vor zwölf Jahren beim alle zwei Jahre ausgerichteten Stadtspiel das erste Mal dabei, hat auch seine Partnerin überzeugt: „Dieser familiäre Zusammenhalt und die Kameradschaft begeistern uns einfach immer wieder“, sagt Mandy Christin Meyer.

„Dank der Kinder ist unser Lohn“

„Es sind drei Elemente, die diese Aufgabe so reizvoll machen. Zum einen ist es außergewöhnlich, für so viele Menschen zu kochen. Zum anderen ist der Dank der Kinder ein großer Lohn.

Und das Gemeinschaftsgefühl ist einzigartig“, bestätigt auch Stefan Fehrmann. Der Schwarzenbeker DRK-Geschäftsführer war seit 1999 bei jedem Stadtspiel dabei Für die 20 ständigen Helfern gibt es dort genug zu tun: Zum Frühstück müssen 800 Brötchen bereitgestellt, 80 Liter Kakao gekocht und zwölf Kilogramm Käse geschnitten werden. Mittags stehen vier Feldküchenherde bereit, um die Kinder zu versorgen: Um Spaghetti Bolognese zu kochen, werden 45 Kilo Nudeln gebraucht, 36 Kilogramm Rinderhack, 22 Kilogramm frische Tomaten und allein vier Kilogramm Tomatenmark.

Vegan statt vegetarisch

„Vegetarisch kochen wir nicht, sondern gleich vegan“, sagt Fehrmann. Neben seinem Kommandowagen hängt eine Liste. Obwohl nur einer von 150 Teamern Veganer ist, aber 34 Vegetarier, dazu kommen noch zwölf Vegetarier unter den Kindern sowie diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten, wäre es zu aufwendig, ein einzelnes veganes Gericht zuzubereiten: So kommen alle Vegetarier in den Genuss eines Menüs, das komplett ohne Nahrungsmittel tierischen Ursprungs ist.

Wenn Tillhausen am Donnerstag, 11. Juli, zu Ende geht, haben die Helfer mehr als 10.000 Portionen Essen zubereitet. Das geht nicht ohne weitere Helfer: Tageweise kommen DRK-Mitglieder aus den Ortsvereinen Berkenthin, Breitenfelde, Elmenhorst, Gudow, Gülzow, Hollenbek, Kastorf, Labenz, Mölln, Nusse, Wohltorf und Schwarzenbek zum Helfen.

Nachhaltigkeit ist Trumpf

In diesem Jahr spielte Nachhaltigkeit in Tillhausen eine große Rolle: Statt Einwegflaschen wurden von den Möllner Stadtwerken zwei Zapfanlagen aufgestellt, die gekühltes Wasser mit und ohne Sprudel liefern. Die Kinder haben dafür Plastikbecher erhalten, die sie an ihr Schlüsselband anklipsen können.

Auch kleine Portionspackungen für Butter, Wurst und Marmelade gibt es nicht mehr. „Die Kinder füllen sich Marmelade, Honig oder Schokocreme jetzt in kleine, essbare Waffelbecherchen, wie es sie auch in vielen Hotels gibt“, so Fehrmann.

„Eine unserer Vorbereitungsgruppen hatte sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt“, erläutert Jens Pechel, Vorsitzender des Stadtspiel-Veranstalters Kreisjugendrings (KJR), die Vorgeschichte und lobt die Verpflegungsgruppe: „Es ist toll, wie das DRK auf unsere Wünsche eingegangen ist und sie umgesetzt hat.“