Wiwag-Planspiel

Unternehmenskonzepte, die ins Ohr gehen

Elisa Schmidt (17), Jakob Haese (17), Moritz Markmann (16), Tom Soppa (17), Universelle-Geschäftsführer Andreas Panz, Maximilian Bley (16), Zehra Keskindir (17, v.l.) beratschlagen über das Werbeplakat ihres Kopfhörers Zeewave.

Elisa Schmidt (17), Jakob Haese (17), Moritz Markmann (16), Tom Soppa (17), Universelle-Geschäftsführer Andreas Panz, Maximilian Bley (16), Zehra Keskindir (17, v.l.) beratschlagen über das Werbeplakat ihres Kopfhörers Zeewave.

Foto: Marcus Jürgensen

Schwarzenbek. Zum zwölften Mal war das Wiwag-Planspiel des Unternehmerverbands VSW bei der Universelle zu Gast.

Schwarzenbek.  „Wir orientieren uns an Strategie und Design von Apple“, erläutert Zehra Keskindir, CEO (Vorstandsvorsitzende) der Firma „Zeewave“ selbstbewusst die Entwicklungsstrategie ihres Unternehmens. Doch das existiert nur auf dem Papier: Die junge Schwarzenbekerin ist 17 Jahre alt und wie ihre Mitstreiter im Firmenvorstand noch Schülerin. Die 16 bis 17 Jahre alten Gymnasiasten sind Teilnehmer des Planspiels Wirtschaftswochen-AG (Wiwag), mit dem der Verband und Serviceorganisation der Wirtschaftsregionen Holstein und Hamburg (VSW) zum zwölften Mal bei der zur Hauni-Gruppe gehörenden Universelle an der Grabauer Straße 49 zu Gast war.

Ziel der insgesamt 18 Schüler aus Schwarzenbek (Gymnasium Europaschule), Geesthacht (Otto-Hahn-Gymnasium) und Mölln (Marion-Dönhoff-Gymnasium) ist es, binnen einer Woche ihre Unternehmen in der computergestützten Simulation durch Klippen und Krisen möglichst zum Erfolg zu führen und dabei viel über wirtschaftliche Zusammenhänge und unternehmerische Entscheidungen zu lernen.

Nach Mikrowellen und Toastern sind in diesem Jahr Kopfhörer das Produkt, mit dem die Unternehmen in den Wettbewerb treten. Jedes der drei Teams ist aus Schülern aller drei Schulen zusammengesetzt: „Das machen wir ganz bewusst so, denn die Teilnehmer sollen auch etwas über Teambuilding lernen“, sagt Franziska Neumann (VSW).

Schüler mussten auch„Mitarbeiter“ entlassen

Das Lernen folgt wie in der Schule nach einem Stundenplan: Am Montag wird den Schülern zunächst das Planspiel erläutert. In den folgenden Tagen stellen VSW-Mitglieder wie Hauni-Ausbilderin Monique Rüllig, Marktforscherin Katja Geissler (Ipsos) oder VSW-Anwältin Heidrun Brakmann den Jugendlichen ihre Spezialgebiete wie Marketing, Ausbildungsmodelle sowie Recht und Personalwesen vor.

Am fünften und letzten Tag des Planspiels – jeder Tag entspricht einem Geschäftsjahr – folgt die Vorstellung des Gastgebers Universelle sowie die abschließende Hauptversammlung der drei Schülerunternehmen.

„Es ist jedes Mal wieder faszinierend“, sagt Universelle-Geschäftsführer Andreas Panz, der beobachtet hat, wie jede neue Schülergeneration mit noch mehr Selbstvertrauen als ihre Vorgänger in das Spiel gestartet ist. „Beeindruckend ist, welches Niveau die Abschlusskonferenzen haben. Da ist Potenzial vorhanden“, sagt Panz. Ein Potenzial, das sein Unternehmen auch nutzt: Vier Wiwag-Teil­nehmer haben bereits bei der Hauni eine Ausbildung gemacht.

Auffällig: Alle drei Schülerfirmen haben sich bei der Produktion ihrer Kopfhörer dem Thema Nachhaltigkeit gewidmet, im Computerspiel den Wert auf den höchstmöglichen Level hinaufgesetzt. Dabei ist es ihrer Fantasie überlassen, ob sie als Rohstoffe

Abfallvermeidung war wichtig

Naturfasern oder recycelte Kunststoffe verwenden, oder bei der Produktion auf Abfallvermeidung und Energieeinsparung setzen. Mitarbeitermotivation spielt ebenfalls eine große Rolle – auch bei „Zeewave“, das jedoch in einer Krise auch Mitarbeiter entlassen musste.

„Wir haben lange überlegt, ob es Entlassungen gibt. Wir haben aber auch die Verantwortung für die übrigen Mitarbeiter, denen wir weiterhin eine Perspektive bieten wollten“, erklärt Marketingvorstand Elisa Schmidt (17), die den elften Jahrgang des Otto-Hahn-Gymnasiums besucht.

Während sich „Zeewave“ an Apple orientierte, setzte „Deepsound“ auf möglichst günstige Geräte für eine jugendliche Zielgruppe: „Wir haben zwei Online-Shops gegründet, werben für unser Produkt auf Instagram und YouTube“, erläutert Agata Koczwara (17) vom OHG.

Anders die „Buss-AG“, die als einzige „Over-Ear“-Kopfhörer produziert, die das gesamte Ohr umschließen. „Unsere Idee ist, gänzlich seine Ruhe zu haben, wenn man etwa im Bus sitzt. Bei ,Over-Ear’-Systemen dringt der Sound nicht nach draußen“, berichtet Magnus Fechner (17) vom OHG.