Kita-Gebühren

Für Eltern wird es jetzt in den Kitas richtig teuer

Schwarzenbek. Ein Jahr vor der landesweiten Deckelung kommt der Gebührenhammer: Schwarzenbek hebt die Elternbeiträge noch einmal an.

Schwarzenbek.  Die monatelangen Proteste haben nichts genutzt: Am Donnerstag um 21.22 Uhr haben die Politiker in der Stadtvertretung die weitere Deckelung der Kita-Gebühren in Schwarzenbek über den 1. August hinaus abgelehnt. Es war eine knappe Entscheidung mit 13 Ja und 13 Nein Stimmen, mit der die Verlängerung mangels einer Mehrheit durchgefallen ist. Für die Eltern wird die Kinderbetreuung somit noch teurer.

SPD und Grüne waren für ein weiteres Einfrieren der Gebühren sogar über das Jahresende hinaus bis zur Einführung der landesweiten Deckelung im August 2020. CDU, FWS und FDP lehnen das wegen der unsicheren Finanzlage und der hohen zusätzlichen Kosten in Höhe von knapp 200.000 Euro für die Stadtkasse ab.

Gebühren seit Jahresende eingefroren

Eigentlich hätten die Gebühren bereits zum Jahresende 2018 steigen sollen. Wegen der vom Land angekündigten Deckelung und der ohnehin schon hohen Kosten von bis zu 410 Euro für einen Krippenplatz und 298 Euro für den Elementarplatz hatten die Politiker die Gebühren auf diesem Stadt eingefroren – aber nur bis zum 1. August 2019. Jetzt stehen Gebühren von bis zu 457 Euro für den Krippenplatz und 332 für den Elementarplatz im Raum (Stand Dezember 2018). „Die genauen Gebühren stehen noch nicht fest. Es laufen noch Gespräche mit den Trägern“, sagte Fachbereichsleiterin Kathrin Kipke am Rande der Sitzung gegenüber unserer Zeitung.

Eltern sind enttäuscht

Mit betretenen Gesichtern und schweigend verließen mehr als Hundert enttäuschte Elternvertreter den Festsaal. Ihre aus Pappe gebastelten Protestplakate mit Aufschriften wie „Drittjob nötig dank Kita-Gebühren?“ oder „Du bist ein echter Schwarzenbeker, wenn die Kita mehr kostet als die Wohnung“ ließen sie demonstrativ am Lupus-Denkmal auf dem Ritter-Wulf-Platz stehen. Die Plakate durften die Eltern während der Sitzung nicht zeigen. Das widerspricht der Geschäftsordnung der Stadtvertretung, wie Bürgervorsteher Matthias Schirmacher (Grüne) mehrfach betonte.

In den sozialen Netzwerken liefen die Eltern gestern dagegen Sturm gegen die Entscheidung und sie erwägen offenbar eine Demonstration und einen Sternmarsch. Schon vor der Sitzung hatten einzelne Elternvertreter anonym dazu aufgerufen, Stadtvertreter zu bedrängen und zahlreiche Fragen in der Einwohnerfragestunde zu stellen.

Sitzplätze reichen nicht aus

Dem Aufruf zum zahlreichen Erscheinen waren mehr als Hundert Eltern gefolgt, der Platz auf der Besuchertribüne reichte nicht aus. Bürgervorsteher Matthias Schirmacher ließ zusätzliche Stühle in den Saal bringen, einige Eltern mussten aber trotzdem im Foyer bleiben, weil sie sonst die Fluchtwege blockiert hätten.

Wirklich entspannen wird sich die Lage erst im Sommer 2020, wenn der landesweite Deckel kommt. Dann kosten Ganztagskrippenplätze in Schleswig-Holstein einheitlich 288 Euro, Elementarplätze 233 Euro. „Ganz Schleswig-Holstein schaut auf Schwarzenbek. Seien Sie nicht die einzige Kommune, die vor der Deckelung noch mal die Gebühren erhöht“, mahnte Elternvertreter Candy Rudolph vergeblich.

„Die Interessen der Eltern sind berechtigt, aber wir haben auch große Investitionen wie Feuerwehr, Kunstrasen, Hallenbad und neue Kitas, die wir im Blick behalten müssen“, sagte CDU-Fraktionschef Gerhard Moldenhauer.