Grünes Klassenzimmer

Mit mehr Bewegung fit für den Unterricht werden

Der Spielplatz an der ehemaligen Compeschule.

Der Spielplatz an der ehemaligen Compeschule.

Foto: Marcus Jürgensen

Schwarzenbek. Mehr Spielgeräte und Ruhezonen sollen Grundschüler fit für den Unterricht machen und Platz zum Lernen unter freiem Himmel bieten.

Schwarzenbek.  Ein „grünes Klassenzimmer“ und viel Raum für das Erlernen sozialer Kompetenz und die Förderung der motorischen Fähigkeiten: Mit einer grundlegenden Umgestaltung des Schulhofs an der Breslauer Straße wollen Lehrerin Silke Thom und Bettina Kossek, stellvertretende Leiterin der Grund- und Gemeinschaftsschule, den Unterricht für die 270 Grundschüler verbessern.

Positiver Begleiteffekt: Auch 110 Kinder aus der Offenen Ganztagsschule, die Mädchen und Jungen aus den umliegenden Wohngebieten und die Kitas Pavillon und Traumland profitieren von dem Projekt.

„Wir stellen fest, dass die Motorik und die Konzentrationsfähigkeit der Kinder nachlassen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen fehlt vielen Kindern Bewegung, zum anderen sitzen sie zu viel vor dem PC oder spielen mit dem Handy“, sagt Silke Thom. Ihr Konzept hat sie kürzlich im Bauausschuss vorgestellt.

Bewegungsmangel führt zu Konzentrationsstörungen

Besonders der Bewegungsmangel führe zu Konzentrationsstörungen, was sich im Unterricht bemerkbar mache. „Wir brauchen viel Zeit, um in der Klasse für Ruhe zu sorgen. Das geht vom Unterricht ab“, erläutert die Lehrerin.

Mit 60 Minuten sind die Schulstunden an der Grundschule Breslauer Straße relativ lang. Eine herkömmliche Schulstunde hat 45 Minuten. Dafür haben die Kinder aber auch zwei bis drei Mal am Tag jeweils 20 Minuten Pause. Reichlich Zeit also, den Schulhof zu nutzen. Dort gibt es aber kaum Spielgeräte, was auch häufig zu Streitigkeiten führt.

Schulhof pädagogisch gestalten

Silke Thom und Bettina Kossek haben ein Konzept entwickelt, um den Schulhof pädagogisch wertvoller zu gestalten. Neue Spielgeräte, wie eine Kletteranlage, ein Balancierparcours, eine Sandkiste und eine Schaukel sollen das Gelände ergänzen.

„So gibt es keinen Streit mehr um Geräte, die Kinder können die Geräte gemeinsam nutzen und stärken somit ihre sozialen Kompetenzen. Auch für die Motorik sind Dinge wie Klettern und Balancieren wichtig“, so Silke Thom.

Auch sogenannte Netzbänke hat sie eingeplant. Sie dienen als „Chillecke“, in die sich Kinder zurückziehen können, um beispielsweise ein Buch zu lesen. „Aber auch Unterricht im Freien im Sinne eines grünen Klassenzimmers wäre dort möglich und eine gute Ergänzung im Angebot“, erläutert die Lehrerin.

Umbau kostet 40.000 Euro

Die Geräte würden einschließlich Erdarbeiten etwa 40.000 Euro kosten. Die Politiker haben die Präsentation zur Kenntnis genommen. Eine Entscheidung über die Realisierung steht noch aus.

Die Stadt hatte zuletzt in 2017 rund 100.000 Euro in den Schulhof investiert. Bei Starkregen stand das Gelände unter Wasser, Außerdem ergossen sich mangels Dränage Schlammfluten auf die Breslauer Straße. Das Gelände wurde trockengelegt und eingezäunt, damit die Kinder nicht mehr auf die Straße laufen konnten.

Aktuell ist das Gelände außer sonntags für Kinder aus der Umgebung frei zugänglich. Auch das will Silke Thom im Zuge der geplanten Umgestaltung ändern, um Vandalismus an den dann neuen Spielgeräten und Lärmbelästigung für die Anwohner gering zu halten. „Denkbar wäre eine Schließzeit in der Woche um 17 Uhr über den Hausmeister. Für den Sonnabend müsste noch eine Regelung gefunden werden“, so die Lehrerin.