Rescue Challenge

Schwarzenbeker sind Deutschlands beste Retter

Schwarzenbeks Feuerwehr ist Deutscher Meister der Rescue Challenge für Unfallrettung

Schwarzenbeks Feuerwehr ist Deutscher Meister der Rescue Challenge für Unfallrettung

Foto: Timo Jann

Schwarzenbek. Sie waren das erste Mal bei der Deutschen Meisterschaft der Unfallretter dabei und holten den Titel: Das Team aus Schwarzenbek.

Schwarzenbek.  Das Team der Freiwilligen Feuerwehr ist deutscher Meister in der Unfallrettung. Am Sonntagabend bekam die von Jan Reinhard Riffel angeführte Truppe in Hemer (Nordrhein-Westfalen) den Wanderpokal als bestes Team. Lara Drews wurde zudem als beste „Medic“ ausgezeichnet. Sie ist als Retterin für die Patientenbetreuung verantwortlich. Und in der Disziplin „Tools“ belegten Lars Militzer, Tobias Lahode, Stella Mau und Falk Milbrandt den dritten Platz. Das Quartett ist für die Patientenrettung und die Sicherung des Fahrzeugs zuständig.

„Es war ein tip-top gelungenes Wochenende. Den überraschenden Erfolg müssen wir alle erst noch realisieren“, fasste Jan Piossek, Zugführer der Feuerwehr, zusammen. Er hatte die Gründung des Teams koordiniert.

Erfahrungsaustausch wichtig

Die Vereinigung zur Förderung des deutschen Unfallrettungswesens (VFDU) organisiert jährlich die Meisterschaft in der Unfallrettung. Ziel ist es, einen Erfahrungsaustausch der teilnehmen­-
den Teams zu ermöglichen.
22 Mannschaften aus ganz Deutschland waren am Start – das Team aus Schwarzenbek war das erste Mal dabei. „Das war ein wahrlich meisterhafter Auftritt. Im Team hat einfach alles gestimmt“, sagte Feuerwehrchef Thorsten Bettin.

Mit Blaulicht, rotem Teppich und dem Song „We Are The Champions“ wurde das Team bei der Rückkehr in Schwarzenbek begrüßt. Bettin: „Von dem, was im Rahmen der Meisterschaft gelernt wurde, werden alle Kameraden in der Ausbildung profitieren. Wir werden letztendlich bei Unfällen noch bessere Hilfe leisten können.“

Zwei Unfallszenarien

Bei der sogenannten Rescue Challenge müssen die Mannschaften jeweils zwei Szenarien abarbeiten, eines in zehn, das andere in 20 Minuten. Zuerst retteten die Schwarzenbeker den Fahrer eines Autos durch den Kofferraum. Bei der zweiten Aufgabe schnitten sie das Dach des Wagens auf. „Weil der Patient schon nach 17 Minuten befreit war, forderten die Wertungsrichter von Lara und Stella kurzerhand noch die medizinische Versorgung und die Übergabe an einen Notarzt und ich durfte dem Oberschiedsrichter noch eine Lagemeldung geben“, berichtete Riffel.

25 Autos für Training zerlegt

Sieben Trainingseinheiten hatte die Mannschaft mit ihren Helfern vorab absolviert.
25 Autos wurden dabei zerlegt. „Mit der Leistung beim ersten Szenario im Wettkampf in Hemer waren wir eher unzufrieden, aber beim zweiten Mal lief es perfekt“, erzählte Riffel.

Lara Drews, die im Team für die medizinische Versorgung des Unfallopfers zuständig ist, erhielt sogar einen Innovationspunkt von ihrem Bewerter: Riffel hatte morgens kurzfristig einen Plüsch-Löwen vom Rettungsdienst besorgt. Lara Drews setzte diesen ins Auto und sagte dem Unfallfahrer, er möge sich
darauf konzentrieren. „Sonst wurden die Betroffenen immer aufgefordert, sie mögen auf die erhobene Hand schauen. Das fanden wir doof, das wollten wir besser machen“, sagte Lara Drews.

„Sie kamen, sie sahen und sie siegten“, sagte der Moderator der Siegerehrung, als er die Schwarzenbeker auf die Bühne rief. „Wir sind eigentlich an den Start gegangen, um etwas zu lernen und zu schauen, was andere machen. An so einen Erfolg konnte man nicht denken“, berichtete Piossek.

Jetzt ist die Mannschaft
für die Weltmeisterschaft in
der Unfallrettung vom 12. bis 15. September in Frankreich qualifiziert. „Das wäre natürlich noch einmal eine besondere Erfahrung. Wir hoffen jetzt auf Sponsoren, die uns die Teilnahme dort ermöglichen“, sagte der Zugführer, der für Unterstützer per E-Mail unter info@feuerwehr-schwarzenbek.de zu erreichen ist. Das Startgeld liegt bei
2000 Euro, hinzu kommen Kosten für Reise und Unterbringung.

Nächstes Jahr an der Donau

2020 findet die nächste Rescue Challenge der VFDU in Neuburg an der Donau statt. Auch dort wird Schwarzenbek wieder antreten – um für die Rettung der Menschen in der Region immer optimal aufgestellt zu sein.