Feuerwehren

Kampf und den Meistertitel der Unfallretter

Zwei Teams der Feuerwehren aus Geesthacht und Schwarzenbek fahren zum Wettkampf in der Unfallrettung

Zwei Teams der Feuerwehren aus Geesthacht und Schwarzenbek fahren zum Wettkampf in der Unfallrettung

Foto: Timo Jann

Schwarzenbek. Feuerwehrleute aus Schwarzenbek und Geesthacht stellen ihr Können bei der Meisterschaft der Unfallretter unter Beweis.

Geesthacht/Schwarzenbek.  Zwei Teams der Feuerwehren aus Geesthacht und Schwarzenbek treten am Wochenende in Hemer (Nordrhein-Westfalen) bei der Deutschen Meisterschaft in der Unfallrettung an. Insgesamt sind 22 Teams aus ganz Deutschland bei dem Wettkampf am Start. Katja Schultz und Philipp Hamann aus Geesthacht starten außerdem als Team bei der Trauma-Challenge für Rettungskräfte.

Organisiert wird der Vergleichswettkampf durch die Vereinigung zur Förderung der Deutschen Unfallrettungswesens (VFDU), der sich seit 2006 für die Aus- und Weiterbildung in der technischen Hilfe nach Unfällen engagiert. Trainer des VFDU hatten die Feuerwehrleute aus Geesthacht und Schwarzenbek geschult. Die Teams treten nicht gegeneinander an, ihre jeweiligen Leistungen werden durch Ausbilder bewertet.

Gruppenführer erkundet die Lage

„Ein Team wird durch sechs Einsatzkräfte gebildet“, berichtet Jan Piossek von der Schwarzenbeker Wehr. Als Zugführer betreut er die Mannschaft aus der Europastadt, die zum ersten Mal dabei ist. Der Gruppenführer der Mannschaft erkundet die Lage am aufgebauten Unfallszenario und entscheidet, wie die Rettungsmaßnahmen ablaufen sollen. Die Mannschaft kümmert sich dann bei zwei Aufgaben um die medizinische Versorgung und die Rettung der Person im verunfallten Fahrzeug.

Das Team aus Geesthacht startet bereits zum zweiten Mal bei der Rescue Challenge. Als Gruppenführer springt diesmal Jürgen Klenz für Jörg Obermüller ein. Der ist als Marktmeister der Stadt aufgrund des Jahrmarktes diesmal nicht abkömmlich. Er hat aber beide Teams beim Training unterstützt. „Es kochen alle Feuerwehren nur mit Wasser, aber man kann viel für den normalen Einsatz lernen“, sagt Obermüller.

Ständig neue Situationen

Die Ausbilder der VFDU bauen für den Wettkampf immer neue Unfallorte auf, keiner gleicht dem anderen. Die Teams sehen vorab nicht, was sie erwartet, werden an den Unfallort gebracht und müssen sofort ihre Maßnahmen beginnen. Anhand eines Bewertungsbogens achten die Ausbilder darauf, ob die Erkundung umfassend ist und eventuelle Gefahren erkannt werden, wie die Kommunikation der Mannschaft untereinander ist und ob die Handgriffe sitzen. Auch die persönliche Schutzausrüstung der Retter wird bewertet. „Wir haben zehn Wochen immer donnerstags trainiert, das sollte schon klappen“, meint Klenz, der auf das Team von 2018 setzen kann.

Die Schwarzenbeker haben sich um Jan Riffel als Teamleiter erst gefunden und ebenfalls zahlreiche Autos zerlegt. „Ein Helferteam unterstützt die Mannschaft, das funktioniert sehr gut. Letztendlich sollen ja auch alle Kameraden von den neuen Erkenntnissen, die das Team erlangt, profitieren“, sagt Schwarzenbeks Feuerwehrchef Thorsten Bettin. Jan Andersen, stellvertretender Gemeindewehrführer in Geesthacht, bestätigt dies: „Die Mannschaft trägt ihr Wissen in die Wehr, das hilft dann bei realen Unfällen den verunglückten Menschen, weil einfach immer neueste Techniken trainiert wurden, um schnelle Rettungen zu ermöglichen.“

Bewertung kommt zum Schluss

Heute reisen beide Teams an, am Sonnabend und Sonntag laufen dann die Wettkämpfe. Die Teams erhalten nach ihren Einsätzen eine ausführliche Bewertung im Rahmen einer „Einsatznachbesprechung“. So erfahren sie direkt, was gut lief und wo noch Luft nach oben ist. Die Trauma Challenge, der sich Katja Schultz und Philipp Hamann stellen, erfordert außerdem medizinische Kompetenz.

Jedes Team arbeitet dabei jeweils ein Standardszenario und eine komplexe Lage ab, beide dauern zehn Minuten. Neun Minuten gelten der optimalen Versorgung des Patienten, die letzte Minute dient dann der Übergabe des Patienten mit einer ausführlichen Info an den Schiedsrichter.