Lärmschutz

Jetzt wird der Zuglärm in Schwarzenbek gemessen

In Schwarzenbek wird eine von bundesweit 19 Lärm-Messstationen an der Bahnlinie Hamburg-Berlin installiert.

In Schwarzenbek wird eine von bundesweit 19 Lärm-Messstationen an der Bahnlinie Hamburg-Berlin installiert.

Foto: Eisenbahn-Bundesamt

Schwarzenbek. An der Strecke Hamburg-Büchen wird eine von bundesweit 19 Lärm-Messstationen installiert. Der Lärm soll sich halbieren.

Schwarzenbek.  Die Europastadt erhält eine von deutschlandweit 19 Lärm-Messstationen für die Erfassung von Schienenlärm. Diese Messstationen (kleines Foto) werden vom Bundesverkehrsministerium finanziert. Mit diesem Netz aus Messstellen sollen die Erfolge beim Lärmschutz dauerhaft kontrolliert werden. Bisher werden die Werte etwa zum Bau von Lärmschutzwänden lediglich errechnet, aber nicht vor Ort gemessen.

Kampf gegen den Schienenlärm

„Schwarzenbek wird damit zu einem der wichtigsten Standorte im Kampf gegen den Schienenlärm“, zeigt sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann überzeugt: „Ich freue mich, dass die Lärm-Messstation in Schwarzenbek nun endlich errichtet wird. Dafür habe ich mich seit Jahren im Bund eingesetzt. Schon in den nächsten Wochen soll die Messstelle in Betrieb gehen.“

Güterzüge als Hauptlärmquelle

Mit den Messstationen – die zweite in Schleswig-Holstein wird in Elmshorn an der Bahnstrecke Hamburg-Kiel installiert – können mehr als 70 Prozent der in Deutschland fahrenden Güterzüge kontrolliert werden. Sie gelten als die Hauptlärmquelle im Schienenverkehr.

Ermittelt wird das reale Geräusch

Die Stationen ermitteln achsgenau den Zustand sämtlicher vorbeifahrender Waggons, ihre Geräuschentwicklung und die jeweilige Schienenbelastung. „Es geht also nicht um Durchschnittswerte, sondern um achsgenaue Messungen, die für mehr Sicherheit und für eine deutliche Lärmreduzierung beim Bahnverkehr sorgen“, verspricht Erwin Rüddel (CDU), Initiator der parteiübergreifenden „Parlamentsgruppe Bahnlärm“ im Deutschen Bundestag. Die Mikrofone sind jeweils 7,5 Meter von der Gleismitte in einer Höhe von 1,2 Metern über der Schienenoberkante montiert.

Mehr als 100 Dezibel gemessen

Die Ergebnisse werden im Internet auf www.laerm-monitoring.de veröffentlicht. „Dort wird dargestellt, wie sich der Schienenlärm in Deutschland tatsächlich entwickelt“, so Brackmann. Die Deutsche Bahn unternimmt seit Jahren Anstrengungen, den Lärm alter Ratterzüge zu reduzieren. Von 19 Messstellen sind acht in Betrieb. Im niedersächsischen Bad Hersfeld wurden am vergangenen Montag, 6. Mai, 274 Züge gemessen, davon 143 Güterzüge. Der „Mittelungspegel“ (Durchschnittswert) lag an diesem Tag bei 76 Dezibel. Vorbeifahrten werden regelmäßig
jedoch auch mit mehr als 100 Dezibel gemessen.

20 Millionen Euro für Lärm-Monitoring

Brackmann hatte 2016 als Obmann im Haushaltsausschuss mit Zuständigkeit für den Etat des Verkehrsministeriums durchgesetzt, dass 20 Millionen Euro für ein deutschlandweites Lärm-Monitoring eingesetzt werden – und eine Station in seinem Wahlkreis installiert wird.

Bahn soll Lärm halbieren

Seit Dezember 2014 messen zwei Stationen im viel befahrenen Mittelrheintal die Anzahl der Züge, deren Dezibel-Werte und die Entwicklung der Lärmbelastung. Im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums führt das Eisenbahn-Bundesamt in diesem Jahr nun ein bundesweit einheitliches Monitoringsystem nach Vorbild des Rheintals mit 19 Messstellen ein. In Verbindung mit statistischen Auswertungen können so mittel- und langfristige Trends der Lärmentwicklung in der Fläche aufgezeigt und die Entwicklung der Güterwagenumrüstung dokumentiert werden.

Bis zum Jahresende 2018 waren bereits 80 Prozent der Güterwagen auf lärmarme Bremssohlen umgerüstet, im Jahr 2020 sollen alle damit ausgerüstet sein. „Mit dem Lärm-Monitoringsystem kontrolliert der Bund die Fortschritte dieser Strategie der ’leisen Schiene’“, so Norbert Brackmann (CDU): „Um dies zu erreichen, fördert der Bund bis 2020 die Umrüstung von Güterwagen auf lärmarme Bremstechniken mit über 152 Millionen Euro.“

Zudem verbietet das 2017 einstimmig im Bundestag verabschiedete Schienenlärmschutzgesetz ab dem 13. Dezember 2020 grundsätzlich das Fahren lauter Güterwagen. Ziel ist eine Minderung der durchschnittlichen Mittelwerte um rund zehn Dezibel. „Vom menschlichen Gehör wird bereits diese Minderung als Halbierung des Lärms empfunden“, so Brackmann