Stefan B.

Tankstellenpächter unter Mordverdacht verhaftet

Diese Tankstelle in Schwarzenbek hat Stefan B. gepachtet.

Diese Tankstelle in Schwarzenbek hat Stefan B. gepachtet.

Foto: Timo Jann

Schwarzenbek. Stefan B., Hauptsponsor der Konzertreihe Aral-Open in Schwarzenbek, soll seine ehemalige Lebensgefährtin ermordet haben.

Schwarzenbek.  Der Hauptsponsor und Namensgeber der Konzertreihe Aral-Open in Schwarzenbek sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft: Die Polizei hat Stefan B. am Dienstagabend festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 39 Jahre alten Tankstellenpächter vor, seine ehemalige Lebensgefährtin Ivonne R. umgebracht zu haben. Ein Landwirt hatte die Leiche der seit 18 Monaten vermissten Frau aus Travenbrück bei Bad Oldesloe vergangene Woche zufällig in einem Waldstück nahe Hammoor an der Autobahn 1 entdeckt.

Stefan B. war bereits nach dem Verschwinden der Frau ins Visier der Ermittler geraten. Doch die Polizei konnte ihm damals ein Verbrechen nicht nachweisen, er musste freigelassen werden. „Mit dem Auffinden konnte nunmehr ein dringender Tatverdacht gegen den Mann aus Rümpel begründet werden“, sagt Ulla Hingst, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Lübeck. „Wir gehen davon aus, dass er die Trennung nicht akzeptieren wollte und auch nicht damit einverstanden war, dass sie sich einem neuen Mann zugewandt hatte.“

Stefan B. schweigt zu dem Vorwurf

Stefan B. schweigt zu dem Vorwurf. Im vergangenen Jahr hatte er ein Verbrechen bestritten.

Doch die Ermittler scheinen sich ihrer Sache sicher zu sein. Sie glauben, dass Stefan B. die Tat geplant hat. „Ausweislich der Standortdaten seines Mobiltelefons hat er sich am 25. Oktober 2017 über einen längeren Zeitraum ganz in der Nähe des Auffindeortes des Leichnams aufgehalten“, so Ulla Hingst. Die Vermutung: B. war dort, um den späteren Ablageort auszukundschaften. Fraglich bleibt für die Ermittler, ob er bereits vor der Tat das Loch ausgehoben hatte, in dem er später den leblosen Körper vergraben haben soll.

Stefan B. und Ivonne R. waren viele Jahre ein Paar gewesen, machten zusammen Reisen, teilten ihr Liebesglück in sozialen Netzwerken. Im Sommer 2017 trennten sie sich. Gemeinsam unterzeichnete Verträge zwangen die beiden aber immer wieder, in Kontakt zu treten. So auch am 25. Oktober 2017. Am späten Abend fuhr Ivonne R. mit ihrem blauen Opel Astra Cabriolet zu Stefan B. nach Rümpel. „Beide wollten Vertragsunterlagen durchgehen“, sagt Hingst. Dies teilte Ivonne R. ihrem neuen Partner per Sprachnachricht mit – das letzte Lebenszeichen der 39-Jährigen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frau die Wohnung ihres Ex-Partners nicht mehr lebend verlassen hat.

Familie und Freunde suchten nach der Frau

Der neue Lebensgefährte von Ivonne R. erstattete am 26. Oktober eine Vermisstenanzeige bei der Polizei. Familie und Freunde suchten nach der schlanken, blonden Frau, veröffentlichten Fotos von ihr im Internet. Auch die Polizei ging Anfang November an die Öffentlichkeit, längst war Stefan B. unter Verdacht. Auch ein Bericht in der ZDF-Fahndungsserie „Aktenzeichen XY … ungelöst“ rund ein Jahr später brachte die Ermittler nicht weiter, die gehofft hatten, Hinweise auf einen möglichen Ablageort der Leiche zu bekommen.

Nun legten die Witterung und vermutlich Tiere die sterblichen Überreste der Frau frei. Ihre Identität konnte zweifelsfrei bestätigt werden. Wegen der starken Verwesung konnte die Todesursache bei der Obduktion aber nicht mehr geklärt werden.

Bekannter hofft auf einen Irrtum der Polizei

Michael Nowak, der Organisator der Aral-Open, nahm die Nachricht der Festnahme gestern geschockt auf. „Das muss ein Irrtum sein, das kann ich mir nicht vorstellen“, sagte er. „Stefan war so ein netter, hilfsbereiter Typ, der hat immer geholfen.“ Er hofft, „dass sich das alles schnell aufklärt und alles nur ein Fehler der Polizei ist“. Das glaubt die zuständige Haftrichterin nicht.