Kleine Bühne

Nachdenkliche Betrachtung über wahre Freundschaft

Gilla Cremer und Gerd Bellmann begeistern die Zuschauer in Schwarzenbek mit „Freundschaft“.

Gilla Cremer und Gerd Bellmann begeistern die Zuschauer in Schwarzenbek mit „Freundschaft“.

Foto: ARNO DECLAIR / Kammerspiele

Schwarzenbek. Die Gastspiele des Altonaer Theaters sind ein Renner. Fast alle Stücke sind ausgebucht. So auch „Freundschaft“ zum Saisonende.

Schwarzenbek.  „Gute Freunde sind Menschen, die sehr weit weg wohnen“, sagte Albert Einstein und das ist eine von vielen Thesen über die Freundschaft, die Schauspielerin Gilla Cremer geschickt und tiefgründig in ihr gleichnamiges Stück einbaute. Seit zwei Jahren ist die 62-Jährige mit „Freundschaft“ auf den Bühnen des Nordens unterwegs und begeisterte damit am Sonnabend 250 Besucher im ausverkauften Festsaal des Schwarzenbeker Rathauses.

Die Schauspielerin ist vor allem mit Solostücken auf Tour und gastierte bereits vor einem Jahr mit „Die Dinge meiner Eltern“ in Schwarzenbek. Sie wird auch die kommende Saison der kleinen Bühne 2019/2020 mit ihrem neuen Stück „Was man von hier aus sehen kann“ eröffnen (siehe Infokasten).

Kurzweiliger Abend

Doch jetzt schloss Gilla Cremer erst einmal mit ihrem nachdenklich stimmenden Stück – gespickt mit zahlreichen Zitaten von Einstein, Brecht, Schopenhauer, Nietzsche, Busch und Saint-Exupéry – die aktuelle Spielzeit der kleinen Bühne ab. Unterhaltsam die vielen Anekdoten über ihre fiktiven Freundinnen Niwea (wohlgemerkt mit W und nicht mit V wie die Creme) und Britta, die sie von der Schulzeit an durch ihr Leben begleiteten. Das Dreieck – zu dem auch der fiktive Freund Knut (ihr Pianist und Sänger Gerd Bellmann) gehörte – dargestellt mit Alu-Klapp-Leitern, die die quirlige Schauspielerin in ihrem Solo-Stück auf der Bühne herum schob, umarmte oder darauf herumkletterte.

Ein überaus kurzweiliger und geistreicher Abend, der mit Sicherheit viele Besucher zum Nachdenken über den Wert der eigenen Freundschaften nachdenken ließ. Etwas anstrengend nur die Passagen bei denen sich Monologe von Gilla Cremer mit dem Hintergrundgesang und Klavierspiel von Gerd Bellmann mischte. Am Ende gab es jedenfalls reichlich Applaus für das zweistündige Stück.

Gute Auslastung

Sichtlich zufrieden war auch Christine Uhde, die im Rathaus das Kulturprogramm der Stadt koordiniert. Die aktuelle Spielzeit hatte eine Traumauslastung von 98 Prozent. Kaum einer der 250 Plätze blieb bei den vier Stücken frei. „Wir haben uns bei der Auswahl gut auf die Wünsche des Schwarzenbeker Publikums eingestellt. Musik und leichte Kost gehen immer, aber auch anspruchsvolle Stücke werden von den Zuschauern gut angenommen“, sagte die Rathausmitarbeiterin.

Die gute Auslastung ist auch ein Resultat der hohen Zahl von verkauften Abonnements. 202 der 250 Plätze gingen in dieser Spielzeit im Abo weg. Im Vorjahr waren es sogar 206. Die restlichen Karten gehen in den Einzelverkauf. Trotz der wenigen freien Plätze steigen aber die Kosten. Deshalb werden die Tickets mit Preisen von 27 und 29 Euro künftig vier Euro mehr kosten.