Franziskushaus

Kirche sucht Ideen für das neue Gemeindezentrum

Klaus-Peter Reimer vom Bauausschuss der Kirchengemeinde ist wegen des schlechten Zustands des Franziskushauses besorgt.

Klaus-Peter Reimer vom Bauausschuss der Kirchengemeinde ist wegen des schlechten Zustands des Franziskushauses besorgt.

Foto: Stefan Huhndorf

Schwarzenbek. Das Franziskushaus ist in schlechtem Bauzustand und nicht barrierefrei. Eine Arbeitsgruppe soll Lösungen finden.

Schwarzenbek.  Das Franziskushaus müsste dringend saniert werden und es ist nicht ansatzweise barrierefrei. Das rosafarben gestrichene Gebäude im Herzen der Stadt stammt aus den 1970er-Jahren. Es ist sowohl vom Zustand als auch von der baulichen Konzeption nicht mehr zeitgemäß. „Das Haus hat ein Flachdach, auf das andere Dächer mit Neigung münden. Es ist klar, dass das nicht dicht hält. Aber auch die Fassade ist marode und die Fenster müssten erneuert werden“, sagt Klaus-Peter Reimer vom Bauausschuss der Kirchengemeinde.

„Wir müssen etwas tun, aber was? Fakt ist, dass wir zwei Gemeindezentren in der Stadt benötigen. Eines in Nordost und ein weiteres
hier im Stadtzentrum. Das hat uns auch Pröpstin Frauke Eiben bei einem Ortstermin bestätigt“, berichtet Pastor Andreas Schöer.

Neues Konzept

Das Franziskushaus hat neben dem hohen Sanierungsbedarf ein weiteres Problem: „Als es gebaut wurde, war es zukunftsweisend. Die Form ist kubisch und nach wie vor modern. Aber überall im Haus sind Treppen. Das ist angesichts vieler Nutzer mit körperlichen Beeinträchtigungen ein Riesenproblem“, sagt Andreas Schöer.

Im vergangenen Jahr hat der Kirchenvorstand über den Bau einer Rampe im Eingangsbereich sowie eine behindertengerechte Toilette im Erdgeschoss nachgedacht. Kostenpunkt: rund 70.000 Euro für beide Maßnahmen. Dazu gekommen, ist es nicht, wie Klaus-Peter Reimer erklärt: „Das würde die Probleme aber nicht lösen. damit wäre lediglich der Saal im Erdgeschoss barrierefrei zugänglich. Weitere Räume jedoch nicht.“ So wie etwa der Treffpunkt der Seniorengruppe „Bewegte Jahre“. Diese kommt regelmäßig in einem Raum im Zwischengeschoss zusammen. Dieser ist nur über eine Treppe zu erreichen.

Ergebnisoffene Ideen

„Wir wollen in einer Arbeitsgruppe ohne Vorgaben Ideen sammeln, wie das Gemeindezentrum zukunftsfähig gemacht werden kann. Dabei soll nicht nur das Franziskushaus einbezogen werden, sondern auch die St. Franziskuskirche“, kündigt Pastor Schöer an. Denn auch die mehr als 100 Jahre alte Kirche könnte stärker als bisher genutzt werden. „In Boizenburg gibt es eine Kirche, in deren Inneren eine Art riesiger Wintergarten eingebaut ist. Dieser ist gut beheizbar und es finden diverse Gemeindeveranstaltungen statt. Auch Unterricht für Konfirmanden wäre dort möglich“, wirbt Schöer um innovative Ideen.

Dabei ist bewusst alles erlaubt – von Sanierung und Umbau des Franziskushauses bis hin zum Abriss und Neubau. „So haben wir es auch beim Familienzentrum Nordost gehandhabt. Und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. An erster Stelle steht ein neues Konzept, dann denken wir darüber nach, wie sich das alles über Zuschüsse, Fördertöpfe , Spenden und Eigenmittel finanzieren lässt“, erläutert Pastor Schöer die Idee.

Kirchenkreis zahlt mit

Wie auch immer die Entscheidung ausgeht, der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg ist mit einem Drittel an den Baukosten beteiligt. Es gibt eine „Ampel“ nach der die Gebäude der Kirchengemeinden eingeteilt werden: „Grün“ bedeutet zukunftsfähig (33 Prozent Zuschuss), bei „Gelb“ werden Zuschüsse überprüft, bei „Rot“ gibt es kein Geld vom Kirchenkreis. Das Franziskushaus hat den Status Grün.

Das erste Treffen der Arbeitsgemeinschaft „Franz-Haus“ ist für den 31. August geplant. Ort und Uhrzeit stehen noch nicht fest. Bis feststeht, wie es weitergeht, wird es aber keine Investitionen in das Franziskushaus geben.