Jugendkriminalität

Aktion gegen Randalierer am Ritter-Wulf-Platz

Sie suchen Konzepte gegen die Jugendkriminalität auf dem Ritter-Wulf-Platz: Stadtjugendpfleger Norbert Lütjens (l.) und Polizeichef Ernst Jenner.

Sie suchen Konzepte gegen die Jugendkriminalität auf dem Ritter-Wulf-Platz: Stadtjugendpfleger Norbert Lütjens (l.) und Polizeichef Ernst Jenner.

Foto: Stefan Huhndorf

Schwarzenbek. Am Ritter-Wulf-Platz treffen sich regelmäßig größere Gruppen von Jugendlichen. Und immer wieder kommt es auch zu Straftaten.

Schwarzenbek.  Sachbeschädigungen, Graffiti-Schmierereien, Lärm, Gewalt und Drogen: Gruppen von Jugendlichen haben den Ritter-Wulf-Platz als Treffpunkt entdeckt und diese Treffen eskalieren mitunter. Von einem Kriminalitätsschwerpunkt will Ernst Jenner, Leiter der Schwarzenbeker Polizei, jedoch nicht sprechen.

Polizei beobachtet die Entwicklung

„Wir haben die Situation im Blick. Es gab im vergangenen Jahr auch vermehrt Straftaten in diesem Bereich, die Zahlen sind aber nicht alarmierend“, betonte der Polizeichef kürzlich im Sozial- und Kulturausschuss. Die Gründe für die hohe Zahl von Jugendlichen unterschiedlichster Nationalitäten, die sich auf dem Ritter-Wulf-Platz treffen, sind verschieden. „Die einen nutzen das kostenfreie WLAN vom Rathaus, andere brauchen einen Treffpunkt, wieder andere wollen dort trinken. Es ist der einzige große Platz in der Stadt“, so Jenner. Aber es ereigneten sich seit Jahresbeginn 2018 lediglich sieben Diebstähle, zwei Körperverletzungen, sieben Rauschgiftdelikte, eine Bedrohung und neun Sachbeschädigungen am Ritter-Wulf-Platz.

Kein Kriminalitätsschwerpunkt

„Jede Tat ist eine zu viel, aber das ist angesichts der hohen Personenzahl nicht auffällig. Trotzdem haben wir diesen Bereich im Fokus und arbeiten dort auch verdeckt. Deshalb nimmt die Bevölkerung unsere Aktivitäten nicht immer wahr“, sagt Jenner mit Blick auf die Proteste von Anwohnern, die der Polizei zu wenig Aktivität in diesem Bereich vorwerfen und einen entsprechenden Brief an die Fraktionsvorsitzenden geschrieben haben (wir berichteten).

Auch die Jugendpflege und Streetworker Markus Prochnow sind bei der Kriminalitätsbekämpfung mit im Boot. „Die Jugendpflege muss die Mitläufer einfangen, um den harten Kern kümmern wir uns“, so Jenner. „Wir betreuen 150 Jugendliche mit Problemen in Schwarzenbek. Davon 30 intensiver. Es ist wichtig, Jugendliche abzufischen, bevor sie in die falsche Richtung abdriften. Das ist ein langfristiger Prozess und setzt viel vertrauensbildende Maßnahmen voraus. Wir müssen Anwälte der Jugendlichen sein und nicht mit dem erhobenen Zeigefinger dastehen“, erläutert Jugendpfleger Norbert Lütjens. Im Innenstadtbereich funktioniere das, im Stadtteil Nordost fehlt der Jugendpflege nach der Schließung des Holzhauses an der Cesenaticostraße momentan ein Anlaufpunkt.

Polizei sucht Messerstecher

Aktuell fahndet die Polizei nach einem etwa 25 Jahre alten Mann, der einen Jugendlichen (16) mit dem Messer am Oberarm verletzt haben soll. Die Tat ereignete sich am Dienstag gegen 22.30 Uhr an der Kerntangente. Aus unbekannter Ursache gerieten drei Jugendliche (15 bis 17) mit dem Tatverdächtigen und einem weiteren Mann in Streit. Es kam zum Gerangel, bei dem der Gesuchte das Messer zog. Der Verletzte flüchtete mit seinen Freunden. Der Gesuchte ist 1,85 Meter groß und hat einen rotblonden Vollbart. Hinweise: T. (041 51) 889 40.