Kooperation

Hallenbadpläne nehmen erste Hürde

Bekommt der Südkreis ein Hallenbad: Der Haupt- und Innenausschuss des Kreises hat den Landrat beauftragt, die Möglichkeiten auszuloten.

Bekommt der Südkreis ein Hallenbad: Der Haupt- und Innenausschuss des Kreises hat den Landrat beauftragt, die Möglichkeiten auszuloten.

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Schwarzenbek/Ratzeburg. Der Kreis prüft, wie er sich an den Schwarzenbeker Hallenbad-Plänen beteiligen kann.

Schwarzenbek/Ratzeburg.  Nach der Präsentation der Machbarkeitsstudie im Dezember und der Gründung der Interessengemeinschaft „Pro Hallenbad“ in der vergangenen Woche haben die Schwimmbad-Pläne eine erste Hürde genommen: Der Haupt- und Innenausschuss des Lauenburgischen Kreistags folgte einem gemeinsamen Antrag von CDU und Grünen, Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit zwischen Kreis, Stadt Schwarzenbek und Amt Schwarzenbek-Land zu prüfen.

Viele Besucher bei Ausschusssitzung

Zahlreiche Vertreter der Interessengemeinschaft (IG) waren zur Sitzung ins Ratzeburger Kreishaus gekommen: „Wir haben heute ohnehin unseren Trainingsabend, für den wir das Bad im Möllner Augustinum nutzen“, erklärte IG-Initiator Uwe Krützmann. Er war mit Karl-Heinz Lehmann (DLRG), Patrick Schröder (DRK-Wasserwacht) und Nina Klocke, Inhaberin der Schwimmschule „Delphin“, ins Kreishaus gekommen. Auf eine eigene Stellungnahme im Rahmen der Einwohnerfragestunde verzichteten die IG-Mitglieder, sie verfolgten stattdessen die kontroverse Diskussion.

Landrat soll offene Fragen klären

Ziel des CDU/Grüne-Antrags ist, eine Vereinbarung unter Beteiligung des Kreises mit Stadt und Amt zu schließen. Dazu soll Landrat Dr. Christoph Mager unter anderem klären, ob weitere Kommunen bereit sind, sich an der Trägerschaft zu beteiligen. Schulen und Vereine sollen möglichst verbindliche Aussagen zur Auslastung des Bades machen. Mager soll aber auch klären, welche Dimensionen die Halle haben soll und ob es bereits einen Standort gibt? Auch wenn es darüber noch keinen Beschluss gibt, ist eine Grünfläche zwischen Lidl-Markt an der Kerntangente und Gymnasium im Gespräch. Problem: Das Areal ist eine Ausgleichsfläche, müsste aufwendig umgewandelt werden.

Laufende Kosten sind wichtigste Frage

Mager soll auch klären, ob es innovative Energiekonzepte gibt und wie durch Eigenbeteiligung der Vereine die Personalkosten möglichst niedrig gehalten werden können. „Uns geht es darum, der Stadt Schwarzenbek Sicherheit bieten zu können, auch mit den Folgekosten umgehen zu können“, so der CDU-Kreistagsabgeordnete Thomas Peters.

Kritik vom SPD-Fraktionschef

Das überzeugte SPD-Fraktionschef Jens Meyer nicht: Diese Fragen müsse nicht der Landrat, sondern der Bauherr beantworten. Meyer empfahl die Verweisung des Antrags an die Fraktionen und wies auf die bereits bestehenden kleinen Lehrschwimmbecken in Wentorf und Geesthacht hin. „Sie werfen Probleme auf, wir versuchen sie zu lösen“, entgegnete ihm Thomas Peters.

Gutachter hat Maximalkosten berechnet

Gutachter Dietmar Altenburg war in seiner Machbarkeitsstudie, wie berichtet, von einem jährlichen Zuschussbedarf von 750.000 Euro für ein Bad mit vier 25-Meter-Bahnen ausgegangen. „Er hat aber weder Fördermittel noch sonstige Einsparungen einberechnet. Er hat zugleich betont, dass er stets die höchstmögliche Ausgabe berechnet hat, also eine Art ‘worst case’-Szenario“, erläuterte Annedore Granz (Grüne). Am Ende nahm der Hauptausschuss den Antrag mit sechs Ja-Stimmen an. SPD und FDP enthielten sich.

Lebensqualität durch Schwimmbäder

Die Stiftung „Lebendige Stadt“ ruft Städte und Kommunen auf, sich für den mit 15.000 Euro dotierten Stiftungspreis zu bewerben. Gesucht wird „das beste kommunale Schwimmbad“. Ziel ist es, Schwimmbäder mit Vorbildcharakter auszuzeichnen und als integrativen Teil des kommunalen Lebens zu würdigen. „Schwimmbäder tragen zur Fitness und zum Erlernen der Schwimmfähigkeit bei. Sie sind somit ein wichtiger kommunaler Bezugspunkt für viele Bürger und tragen zur Lebensqualität einer Kommune bei“, sagt Unternehmer Alexander Otto, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung.

Einrichtungen mit Vorbildcharakter gesucht

Weil es aber Städten und Gemeinden immer schwerer fällt, Schwimmbäder zu betreiben, haben viele Kommunen sie geschlossen. Gesucht werden bestehende kommunale Schwimmbäder, die aufgrund ihres Betriebskonzepts ökonomisch und ökologisch nachhaltig sind und ein breites Angebot an alle Bürger machen, somit für andere Vorbild sind.

Stiftung „Lebendige Stadt“

Die Stiftung wurde vor neun Jahren gegründet, ruft seither regelmäßig zu Wettbewerben: 2018 wurden Dortmund und Wien als „digitalste Städte“ ausgezeichnet, Iserlohn, Chorzów (Polen) und Nyiregyháza (Ungarn) wurden 2017 für die „lebendigste Städtepartnerschaft“ gewürdigt. Bewerbungsschluss ist der 5. April 2019. Weitere Infos gibt es auf www.lebendige-stadt.de.