Gründungsversammlung

Interessengemeinschaft Pro Hallenbad formiert sich

Wolfgang Lehmann (DLRG), Uwe Krützmann (WVS), Mareike Busch (TSV) und Patrick Schröder (DRK-Wasserwacht, v.l.) bilden das Führungsquartett der Interessengemeinschaft Pro Hallenbad. 

Wolfgang Lehmann (DLRG), Uwe Krützmann (WVS), Mareike Busch (TSV) und Patrick Schröder (DRK-Wasserwacht, v.l.) bilden das Führungsquartett der Interessengemeinschaft Pro Hallenbad. 

Foto: Marcus Jürgensen

Schwarzenbek. Einig in der Forderung nach dem Neubau eines Hallenbades, gibt es unterschiedliche Ansprüche bei der Ausstattung.

Schwarzenbek.  Fast 80 Gäste kamen am Mittwochabend zum ersten Treffen der Interessengemeinschaft Pro Hallenbad, 45 trugen sich noch am selben Abend in die Unterstützer-Liste ein. Die erste Aktion der Hallenbad-Befürworter ist für Montag, 4. Februar, geplant: Dann tagt in Ratzeburg der Haupt- und Innenausschuss des Kreises (17.30 Uhr, großer Sitzungssaal, Barlachstraße 2). Punkt 7 der Tagesordnung beschäftigt sich mit der am 5. Dezember vorgestellten Machbarkeitsstudie für den Hallenbadbau.

Es geht um die Menschen und Kinder unserer Stadt

„Wir wollen den Politikern deutlich machen: Es geht uns um die Menschen und die Kinder in unserer Stadt“, so Patrick Schröder, Vorsitzender der DRK-Wasserwacht. Bürgermeisterin Ute Bochers-Seelig hatte eine Anfrage an den Kreis gestellt, inwieweit dieser sich an Betriebs- und Investitionskosten beteiligen würde. Die Kreistagsfraktionen von CDU und Grünen hatten 2018 in ihrer Kooperationsvereinbarung ausdrücklich den Bau eines Hallenbades im Südkreis befürwortet.

Keine Wiederbelebung von „Fördi“ geplant

Uwe Krützmann, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Vereinigung (WVS) und früher mehrfacher Kreismeister im Schwimmen, hatte zur Gründungsversammlung der Interessengemeinschaft (IG) ins Café der Seniorenresidenz eingeladen. Neben Vertretern von Wasserwacht, DLRG, Sportverein und Sicheres Wasser (SiWa) waren auch zahlreiche Bürger der Einladung gefolgt.

Eine Wiederbelebung des Fördervereins „Fördi“, mit dem sich Bürger Anfang des Jahrtausends für den Erhalt des alten Hallenbades eingesetzt hatten, wird es nicht geben: „Wir bräuchten dann einen Vorstand, müssten Regularien einhalten“, so Krützmann. Stattdessen will man als IG den Weg zu einem neuen Hallenbad begleiten.

Unterschiedliche Wünsche für die Ausstattung

Doch innerhalb des Bündnisses gibt es unterschiedliche Wünsche an das neue Bad: Klaus Kamm, Leiter der TSV-Schwimmabteilung, und die SiWa-Vertreter wiesen darauf hin, dass ohne Drei-Meter-Sprungturm keine Schwimmabzeichenprüfungen jenseits des „Seepferdchens“ möglich seien. Auch könnten keine Rettungsschwimmer ausgebildet werden, die als ehrenamtliche Helfer für den Betrieb des Bades benötigt würden. Andere Teilnehmer forderten eine Ausweitung durch Gastronomie, Fitnessstudio und Sauna zur Verbesserung der Attraktivität.

Zuschussbedarf liegt im Rahmen anderer Bäder

Derartige Wünschen würden das Bad extrem verteuern, hatte Unternehmensberater Dietmar Altenburg bei der Präsentation seines Gutachtens erklärt. Sein Entwurf sieht ein Hallenbad mit vier 25-Meter-Bahnen vor, das die Stadt jährlich mit 750.000 Euro für Investitions- und Betriebskosten finanzieren müsste.

„Wir alle sind Laien“, warnte Schröder davor, sich durch überzogenen Forderungen unglaubwürdig zu machen. „Wichtig ist: Wir wollen Wasser für Schwarzenbek“, lenkte Kamm ein.

Krützmann hatte zudem Vergleichszahlen parat: So beläuft sich der Zuschussbedarf für das Büchener Freibad auf 790.000 Euro pro Jahr, Möllns Hallenbad kostet 540.000 Euro (ohne Schuldendienst), und der Zuschuss für das Geesthachter Freibad liegt je nach Witterung zwischen 700.000 und 900.000 Euro im Jahr.