Lärmschutz

Tempo 30 für Schwarzenbeks Ortsdurchfahrten?

Kommt Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt in Schwarzenbek?

Kommt Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt in Schwarzenbek?

Foto: Stefan Huhndorf

Schwarzenbek. Tempo 30 auf den Bundesstraßen 207 und 209 in Schwarzenbek könnte nachts angeordnet werden. Grund: Lärmschutz.

Schwarzenbek.  Nachts werden einige Straßen in Schwarzenbek zur „Rennstrecke“: Das haben viele Bürger im Vorfeld einer Veranstaltung zur Verkehrssicherheit kritisiert, zu der der Bürgerverein für Mittwochabend eingeladen hatte. Schwarzenbeks Polizeichef bestätigte das Phänomen, dass insbesondere in sogenannten Durchgangsorten nachts, wenn die Ampeln aus sind, zu schnell gefahren wird. Polizei und Kreis reagieren mit mobilen Geschwindigkeitsmessanlagen – die Kontrolldichte ist allerdings angesichts der großen Fläche des Kreises gering, räumte er ein.

Mobile Blitzer schrecken wenig

Ein besonderes Problem sind die Bundesstraßen 207 und 209. Auf denen ist nachts viel Fernverkehr unterwegs, der Schwarzenbek nur durchfährt, um beispielsweise von Hamburg nach Ratzeburg und weiter nach Mecklenburg-Vorpommern zu gelangen. „Die Strecke wäre unattraktiver und für unsere Bürger leiser, wenn wir zumindest nach 22 Uhr ein Tempo-Limit von 30 Stundenkilometern erreichen könnten“, regt Bürgervorsteher Matthias Schirrmacher an.

Eine Lösung, die durchaus denkbar ist. „Wenn die Lärmbelastung hoch genug ist, kann die Stadt einen Antrag beim zuständigen Landesbetrieb Straßenverkehr stellen“, sagte Tanja Stamer vom Fachdienst Straßenverkehr des Kreises. „Eine interessante Idee, aber nur für nachts. Tagsüber ist Tempo 30 beispielsweise auf der B 207 nicht praktikabel, weil es den überörtlichen Verkehrsfluss zu stark behindern würde“, sagte Schwarzenbeks Polizeichef Ernst Jenner.

Antrag auf Geschwindigkeitsbeschränkung

„Wir werden demnächst die Fortschreibung des Lärmaktionsplans auf den Weg bringen. Das werden wir zum Anlass nehmen, entsprechende Anträge auf Geschwindigkeitsbegrenzungen entlang der Bundesstraßen im Stadtgebiet zu stellen“, versprach Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig.

Auch ein weiteres Problem wird angegangen. Früher war der Abbieger von der Lauenburger Straße in den Meiereitunnel ein Unfallschwerpunkt. Seit der Änderung der Ampelschaltung ist das Problem vom Tisch. Dafür gibt es dort ständig Staus. Und die Feuerwehrleute haben nun Schwierigkeiten, bei Einsätzen schnell zur Wache zu kommen. „Wir haben Geld für Planung und Realisierung eines Kreisels im Haushalt 2019 und im Investitionsplan“, sagte Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig.

Es gibt aber auch zahlreiche andere Problemstellen im Straßenverkehr. Insbesondere vor den Schulen: Auch dort sind beim Bürgerverein viele Beschwerden über zu hohes Tempo eingegangen.

„Holzkinder“ warnen Raser

Deshalb hat der Verein mit Unterstützung zweier Sponsoren acht lebensgroße Kinderfiguren auf wetterfesten Holztafeln mit Warnhinweisen „Tempo runter“ herstellen lassen und an die Bürgermeisterin übergeben. Diese sollen an Brennpunkten im Straßenverkehr aufgestellt werden.