Schwarzenbek.

Einbrecher haben oft leichtes Spiel

Prävention Polizisten geben vor Ort wertvolle Tipps zum Schutz des Eigentums

Schwarzenbek.  Mira Buchmann und Timo Krebs streifen zu Fuß durch den Bäckerweg. Die Polizisten entdecken offene Garagentore, überquellende Briefkästen, gekippte Fenster. Es dämmert, es ist die Zeit der Einbrecher. Buchmann und Krebs sind im Auftrag der polizeilichen Prävention unterwegs, so wie Kollegen am Bahnhof, in Lauenburg, Büchen, Güster und anderen Gemeinden des Schwarzenbeker Polizeireviers. „Wir wollen das Gespräch mit den Bürgern suchen, sie aufmerksam machen, wo sie noch mehr für die Sicherheit ihrer Häuser tun können“, erklärt Jens Stamer, stellvertretender Revierleiter.

In der Siedlung am Forsthof bittet Ute Schael die Beamten herein. Vor eineinhalb Jahren hatte sie neue Fenster einbauen lassen. Jetzt könnten die Beamten „ja mal gucken, ob alles gut ist, wo sie schon mal da sind“, meint die Schwarzenbekerin. „Alles gut“, urteilen Buchmann und Krebs nach dem kurzen Hausbesuch.

Im Bäckerweg geht, gerade als die Beamten einbiegen, eine junge Frau zum Auto im Carport. Die Haustür lässt sie hinter sich sperrangelweit offen, sie will nur kurz eine Handtasche holen. Timo Krebs schleicht sich an – ein Einbrecher wäre unbemerkt ins Haus gelangt. Die junge Frau ist sichtlich erstaunt.

„Wir halten die Augen offen, lassen auch mal Licht an, wenn wir weg sind“, berichtet die Mutter der Frau den Polizisten. Ein paar Häuser weiter entdeckt Krebs einen überquellenden Briefkasten. „Machen Sie es Einbrechern nicht zu leicht!“ steht auf einem Infozettel, den Krebs dazusteckt. „Sehr geehrte Hausbewohner, wir wollen, dass Sie sicher leben. Bei unserer Streife ist uns an Ihrem Haus aufgefallen ...“ heißt es weiter. Krebs kreuzt den überfüllten Briefkasten an.

Gekippte Fenster, geöffnete Garagentore, leicht zugängliche Aufstiegshilfen werden dort aufgeführt. „Eine Leiter im Carport ist eine willkommene Einladung für Einbrecher, an gekippte Fenster im ersten Obergeschoss zu gelangen“, sagt Mira Buchmann.

Diese Art Prävention wurde im Jahr 2017 ins Leben gerufen. „Die Resonanz ist durchweg positiv“, berichtet Gerd Dietel, der den Fachbereich bei der Polizeidirektion in Ratzeburg leitet. Damals hatte es extrem hohe Fallzahlen gegeben. Vor der Bekanntgabe der offiziellen Statistik veröffentlicht die Polizei keine Zahlen für 2018, aber so viel steht fest: „Die Zahlen bei der Einbruchskriminalität sind rückläufig“, sagt Dietel: „Die Täter gehen durch die Wohngebiete und achten auf Sicherheitsdefizite an den Häusern. Erscheint ihnen eine Gelegenheit günstig, steigen sie ein.“

Revierleiter Jens Stamer weiß: „Die Täter wollen schnell rein und sicher wieder weg. Die observieren nicht tagelang, der Aufwand wäre viel zu groß.“ Auch Licht schrecke Einbrecher ab. Aber Bewegungsmelder sollten so hoch angebracht werden, dass die Täter sie nicht einfach verstellen können, raten die Polizisten. Der beste Schutz gegen Einbrecher seien aber in den meisten Fällen Rollläden.