Hundehaufen

Ein Haufen Ärger wegen der tierischer Notdurft

Mit sehr eindrücklichen Verbotsschildern reagieren sowohl Kommunen als auch private Grundstücksbesitzer auf Verunreingungen durch Hundekot.

Mit sehr eindrücklichen Verbotsschildern reagieren sowohl Kommunen als auch private Grundstücksbesitzer auf Verunreingungen durch Hundekot.

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Schwarzenbek. Über die Hinterlassenschaften von Hunden beschweren sich immer mehr Bürger. Politiker planen nun ein Gesamtkonzept.

Schwarzenbek.  Hundekot auf den Wegen und den Grünanlagen ist ein Dauerärgernis, das seit vielen Jahren Politik und Verwaltung beschäftigt. Immer wieder gibt es Beschwerden über die mangelnde Sauberkeit in der Stadt. „Wege wie bei uns die Uhlenhorst werden als Hundetoilette benutzt und die Besitzer räumen die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht weg. Ich mache das dann wohl oder übel selbst“, klagt beispielsweise Gisela Berger. „Ein Problem ist auch die Berliner Straße. Dort gibt es Mülleimer. Trotzdem liegen die Hundehaufen mitunter direkt daneben“, ärgert sich auch FDP-Fraktionschef Helmut Stolze.

Noch fehlt das Patentrezept

Ein Patentrezept ist bislang nicht gefunden. Das ist auch das Ergebnis einer schriftlichen Anfrage, die Stolze an die Bürgermeisterin gestellt hat. Jetzt wollen die Politiker nach der Weihnachtspause sowohl im Finanz- als auch im Bauausschuss ein Gesamtkonzept entwickeln. Darauf haben sich die Fraktionsvorsitzenden verständigt.

Kostenlose Beutel im Rathaus

Bislang erhalten Hundebesitzer bei der Erstanmeldung ihres Tieres im Rathaus Beutel für den Hundekot. Weitere kostenlose Beutel gibt es ebenfalls im Rathaus und in vielen Tierfachgeschäften. FDP-Fraktionschef Stolze geht allerdings davon aus, dass längst nicht alle Hundehalter ihre Tiere anmelden. Denn bundesweit gibt es 11,6 Millionen Hunde, also statistisch gesehen hat jeder siebte der knapp 83 Millionen Deutschen einen Vierbeiner.

Sind alle Hunde angemeldet?

Schwarzenbek hat 16.500 Einwohner und lediglich 845 angemeldete Hunde. Demnach hätte jeder 20. Bewohner der Europastadt einen Hund. „Das halte ich rein subjektiv für unwahrscheinlich. Es müsste viel mehr Vierbeiner in der Stadt geben, zumal wir in einem ländlichen Bereich wohnen“, schätzt Stolze. Deshalb wünscht er sich, den Außendienst des Ordnungsamtes stärker für das Thema zu sensibilisieren. Eventuell müsste auch ein zusätzlicher Außendienstler auf 450-Euro-Basis eingestellt werden, schlug Stolze in der jüngsten Sitzung der Stadtvertreter vor. „Zum einen geht es darum zu kontrollieren, ob ein Hund angemeldet ist. Das müsste anhand der Hundemarke problemlos möglich sein. Zum anderen geht es mir darum, zu beobachten, ob Hundehalter den Kot ihrer Tiere auch entfernen“, so Stolze.

Ordnungsdienst kontrolliert bereits

Problematisch sind nicht nur öffentliche Wege und Grünflächen, sondern auch Privatflächen an Zäunen oder Hecken, auf denen die Besitzer mit den Hinterlassenschaften konfrontiert werden. Kontrollen gibt es bereits, wie Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig mitteilt. „Der ordnungsbehördliche Außendienst ist im Rahmen seiner Möglichkeiten in den Stadtteilen und auf bekannten Hundewegen unterwegs, um bei Auffälligkeiten und Vorkommnissen entsprechend tätig zu werden“, heißt es in ihrer Antwort auf die FDP-Anfrage.

Kampagne „Unsere saubere Stadt“

Die Verwaltungschefin regt eine Kampagne unter dem Motto „Unsere saubere Stadt“ an. An zentralen Punkten könnten sogenannte Dog-Stations mit Kotbeuteln und Mülleimern aufgestellt werden. Über die Standorte müssten die Politiker noch beraten. Denkbar ist auch eine Ausweitung des Außendienstes und eine Erhöhung der Strafen für das Nichtbeseitigen von Hundekot.

Höhere Bußgelder als Lösung?

Aktuell sieht die Gebührensatzung der Stadt für solche Fälle ein Bußgeld in Höhe von 50 Euro vor. „Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, das Bußgeld auf bis zu 511 Euro anzuheben“, teilt die Bürgermeisterin mit. Die Politiker werden sich nun mit diesem Thema in den Ausschüssen befassen.