Mölln.

Künstliche Intelligenz und die Not der Flüchtlinge

Halbjahrsprogramm der Kulturstiftung rückt Digitalisierung und Heimatlosigkeit in den Fokus

Mölln.  Außer etablierten und erfolgreichen Veranstaltungen wie dem Frühlingskonzert
des Landesjugendorchesters
(21. April, Wotersen), dem „Pegasus-Open-Air“-Festival (18. Mai, Mölln) und dem niederdeutschen Autorentreffen (11. Mai, Mölln) bietet das Halbjahresprogramm der Stiftung Herzogtum Lauenburg auch zwei ganz neue Themenschwerpunkte: Künstliche Intelligenz (KI) sowie Flucht und Vertreibung.

Unter dem Motto – „Fliehen – einst geflohen. Geschichten von Flucht und Vertreibung in Schleswig-Holstein“ widmet sich Marianne Lentz, Projektleiterin des bei der Stiftung in Mölln angesiedelten Kulturknotenpunktes, dem Flüchtlingsthema. Flucht und Vertreibung seien keine Phänomene der Gegenwart, so Lentz, sondern „stete Begleiter der Menschheitsgeschichte“. Mit alten Fotos und Bildern, literarischen Texten und Schauspiel soll die Vergangenheit den Brückenschlag ins Jetzt ermöglichen, denn so Lentz: „Krieg bleibt Krieg und die Nöte, die er auslöst, bleiben stets dieselben: Hunger und Heimatlosigkeit.“

Ausstellung zum Auftakt

Den Auftakt der Reise bildet die Ausstellung „Der Weg ins Ungewisse“. Künstler aus dem Herzogtum und Stormarn haben sich mit dem Thema auseinandergesetzt. Eröffnet wird die dreiwöchige Schau im Stadthauptmannshof, Hauptstraße 150, in Mölln am Sonntag, 3. März, um 11.30 Uhr. Von 5. bis 30. Mai ist sie zudem im Ahrensburger Kulturzentrum Marstall zu sehen.

Am 29. April berichtet dann Mölln Stadtarchivar Christian Lopau im Stadthauptmannshof (19.30 Uhr) über Flüchtlinge und Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg in Mölln. Weitere Ausstellungen, Lesungen und Schulprojekte sind in der Vorbereitung.

Ebenfalls in vielen Facetten wird das Thema „Künstliche Intelligenz“ aufgegriffen. Außer einer Ausstellung im Lauenburger Künstlerhaus
(22. März - 7. April) ist „KI“ auch Thema das Kulturtalks im Möllner Stadthauptmannshof (28. März). Um 19.30 Uhr diskutiert Dirk Kuchel, Chefredakteur der Computer-Bild-Gruppe mit Konstantin von Notz, stellvertretender Fraktionschef und ehemaliger netzpolitischer Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, und Roberto Simanowski, Professor für Medienwissenschaft an der Uni von Rio de Janeiro über technische und rechtliche Aspekte von KI sowie ihre Auswirkungen.

Um die Beeinflussung der demokratischen Öffentlichkeit durch die Digitalisierung geht es am 2. April im Vortrag des Kieler Professors Utz Schliesky (19 Uhr, Stadthauptmannshof). Den Abschluss der Reihe bildet am 14. Mai (18.30 Uhr, Burgtheater Ratzeburg) der Science-Fiction-Thriller „The Circle“ mit Emma Watson und Tom Hanks.

Welttag des Buches

Einen „analogen“ Gegenpart setzt Ex-Archivar Dr. William Boehart mit seinem Vortrag in der Schwarzenbeker Stadtbücherei (23. April, 17.30 Uhr): „Mehr als das Blei in den Gewehren hat das Blei in den Setzkästen die Welt verändert“, zitiert Boehart am Welttag des Buches den Aufklärer Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) und stellt Bücher vor, die die Welt veränderten.

Weitere Vorträge beschäftigen sich mit der Geschichte: So lädt Lothar Obst in der Reihe „Geschichte der Ottonen“ für 25. und 26. Mai zur Exkursion nach Quedlinburg und Magdeburg ein, Professor Joachim Reichstein berichtet in Kankelau (28. Februar, Bürgerhaus Kornrade) über die Ortsgeschichte des Dorfes und Breitenfeldes Pastor Frank Lotichius in Gülzow (20. März, Markttreff) über den Reformator Philipp Melanchton.

Einen Vortrag für Freunde der plattdeutschen Sprache und der Malerei gibt es am
26. März im Ratzeburger Rathaus: Der Hamburger Kunsthistoriker Hans Thomas Carstensen stellt den Maler Max Liebermann (1847 - 1935) vor: „Sien wunnerschöne Goorn- und ‘Frietietbiller’ hebbt em to den gröttste düütsche Impressionist maakt“.

Das Programm liegt im Stadthauptmannshof, den Tourist-Informationen des Kreises sowie vielen Rathäusern und Büchereien aus und kann auch im Internet (www.stiftung-herzogtum.de) heruntergeladen werden.